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29.08.2013

E-(motionale) Musik - "Opus" von Schiller

Auf seinem neuen Album verwebt Christopher von Deylen klassische Melodien mit elektronischen Klängen. Wie immer hat er mit prominenten Gästen gearbeitet. Diesmal sind es die Klassikstars Hélène Grimaud, Anna Netrebko und Albrecht Mayer.

Schiller, E-(motionale) Musik - Opus von Schiller © Philip Glaser

Christopher von Deylen produzierte seine erste Hit-Single "Das Glockenspiel" noch mit bescheidenen Mitteln im eigenen Schlafzimmer. In den 15 Jahren, die seither vergangen sind, hat sich der Kopf hinter dem Projekt Schiller zu einem der erfolgreichsten Musiker des Landes entwickelt. Von seinen sieben Studioalben belegten "Weltreise", "Sehnsucht" und "Sonne" Platz 1 der Albumcharts. Schiller gewann zwei Mal Platin, fünf Mal Gold und zudem einen Echo. Neben Giorgio Moroder, Harold Faltermeyer, Michael Cretu und Paul van Dyk zählt er heute zu der Handvoll deutscher Produzentenpersönlichkeiten, die sich dank ihrer wegweisenden elektronischen Pop-Entwürfe auch internationaler Bekanntheit erfreuen.

Elektronischer Pop in Reinkultur

Der Facettenreichtum von Schiller sucht seinesgleichen. Seine Musik ist stilistisch nur schwer einzuordnen. Fest steht: Dieser Künstler ist im Reich der elektronischen Klänge zu Hause und hat sich gänzlich seiner Erforschung verschrieben. Auf jedem Album erprobt Schiller eine beeindruckende Vielfalt von Ausdrucksmöglichkeiten, von mitreißenden Trance-Hymnen über sanfte Elektronik-Balladen und meditative Ambient-Musik bis hin zu krautigen Jams, die an Tangerine Dream, seine großen Vorbilder, erinnern. Dabei gelingt es ihm stets, nie ins Beliebige oder Spekulative abzudriften. Die Musik von Schiller ist dem Hörer zugewandt - klanglich perfekt, hemmungslos emotional, reinster Pop.

Expandierendes Universum

Die Offenheit für die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Sängern und Musikern ist ein weiterer Teil des Erfolgsgeheimnisses von Schiller. Jeder Gast fügt dem unablässig expandierenden Schiller-Universum eine neue Facette hinzu. Musikalische Mitstreiter fand er in der Vergangenheit in so gegensätzlichen Künstlern wie Rapper Thomas D und Komponist Mike Oldfield, Soulsänger Xavier Naidoo und Elektronik-Pionier Klaus Schulze oder Krautrocker Jaki Liebezeit und Der Graf von Unheilig. „Ich habe mir immer den Luxus erlaubt, die Musik zu machen, die mir gefällt“, erklärt Schiller. „Deshalb bin ich wohl auch der einzige, der sich traut Peter Heppner und Sarah Brightman auf einem Album zusammenzubringen.“

Gelöste Handbremse

Mit der Ankündigung, sein neues Album "Opus" sei von Melodien der Klassik inspiriert und präsentiere Gastbeiträge der Klassikstars Anna Netrebko, Hélène Grimaud und Albrecht Mayer erregte Schiller großes Aufsehen. Langjährige Schiller-Fans wissen aber, dass diese „musikalische Seitenbewegung“, wie er es nennt, keineswegs aus dem Nichts kommt. Klassische Spurenelemente finden sich in Schillers Werk schon seit geraumer Zeit. Als Teil von Blüchel & von Deylen etwa kreierte er elektronische Variationen von Nyman, Glass und Gershwin; das Duo trat damit sogar beim Montreux Jazz Festival 2004 auf. In Zusammenarbeit mit Starpianist Lang Lang entstand der Titel "Time for Dreams" zu den Olympischen Sommerspielen 2008. „Ich habe mich gefragt, warum das bisher mit angezogener Handbremse stattfand“, sagt Schiller.

Großes Gefühlskino

Für die Versuchsanordnung des Experiments "Opus" wählte Schiller klassische Themen aus, die „ihren ‚Ewigkeitstest‘ bestanden“ haben - mit dem Ziel, sie in seine elektronische Klangwelt einzubetten und in der von ihm empfundenen Emotionalität zu verstärken. Im direkten Zusammenspiel von Starpianistin Hélène Grimaud und Schiller entsteht ein farbenprächtiges Ambient-Stück, das auf dem tragenden Thema von Saties "Gymnopedie No.1" basiert und ein faszinierendes akustisches Vexierspiel treibt. "Solveig's Song" von Grieg wird von Operndiva Anna Netrebko berührend interpretiert und von Schiller in ein anmutiges synthetisches Klanggewand gehüllt. Wummernde Bassschläge, weißrauschende Peitschenhiebe und aggressive Synthesizer-Riffs wühlen Tschaikowskis "Schwanensee" auf, klagend erhebt sich darüber Albrecht Mayers Oboenthema. "Opus" vermittelt Emotionen, mal minimalistisch, mal mit orchestraler Wucht - immer inspiriert von großen, zeitlosen Melodien.

Die Freiheit von Schiller

In einem Pressetext zum neuen Schiller-Album heißt es: „Er hat dafür an den Türen einer neuen Nachbarschaft geklingelt, die begeistert ihre Pforten zum gemeinsamen Entdecken von vertrautem Neuland öffnete.“ Das liest sich schön flüssig, verschleiert aber ein Wesensmerkmal dieses Künstlers, das dank "Opus" deutlicher denn je zutage tritt: Der gefeierte Popstar Schiller besitzt den Mut, Konventionen zu überwinden. In Wahrheit hat er mit diesem Album alle Stoppschilder („Werktreue!“, „Originalität!“, „innere Logik!“) hinter sich gelassen, die das Reich der Klassik gegen ungebetene Gäste abschirmen sollen, und ein Minenfeld betreten. Dass er es unbeschadet durchquert hat, belegen die wunderbaren solistischen Beiträge von Anna Netrebko, Albrecht Mayer und Hélène Grimaud. Schiller erklärt die E-Musik auf "Opus" zur Emotionalen Musik und legt mit diesem Album ein großes Freiheitsbekenntnis vor.


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