Backstage
Serge Gainsbourg, Serge Gainsbourg BACKSTAGE EXCLUSIV
Produktdetail
Various Artists, Gainsbourg Vie Héroique, 00600753244326

Gainsbourg Vie Héroique

Format:
CD
Label:
Universal Music
VÖ:
15.10.2010
Bestellnr.:
00600753244326
Produktinformation:

Ein neues französisches Biopic erzählt die fantastische Geschichte des Popstars, Provokateuren und Poeten Serge Gainsbourg. Zeitgleich mit dem deutschen Filmstart erscheint nun der Soundtrack von "Der Mann, der die Frauen liebte".

Bei Serge Gainsbourg kommt selbstverständlich zuerst die Musik, ist sie doch Alpha und Omega seines Lebens. Von daher widmete man sich mit der allergrößten Hingabe der Filmmusik von "Der Mann, der die Frauen liebte". Untrennbar mit dem Film verbunden, umschmiegt sie die Handlung, drängt sie sich öfter in den Mittelpunkt, zeichnet dabei den stilistischen Werdegang Gainsbourgs vom klassischen Chanson zu Glamour, Rock, Disco und Reggae akkurat nach.

Produziert und betreut hat dieses musikalische Abenteuer der Komponist Olivier Daviaud. Daviaud co-komponierte den Song "De toi a moi" aus dem 2005er Multi-Platin-Album "La femme chocolat" von Olivia Ruiz. In Frankreich kennt man ihn durch seine Arbeit mit Jacques Higelin, Bénabar, Dionysus oder Tryo. Olivier Daviaud hat auch die Musik für den demnächst erscheinenden Feature-Film "Miral" von Julian Schnabel geschrieben (weibliche Hauptrolle: Freida Pinto aus "Slumdog Millionaire"), wie auch für den französischen Animationsfilm "Le Chat du Rabbin", das nächste große Feature von Joann Sfar.
Für "Der Mann, der die Frauen liebte" rekonstriert Daviaud die Pop-Ikone Gainsbourg wie in einem Puzzle. In einem für sich selbst stehenden Album hat er mit den Schauspielern (traditionell sind Schauspieler in Frankreich ja auch Popmusiker) neue Versionen der Gainsbourg-Klassiker eingespielt, hier und da ein paar Lichtgestalten der französischen Popszene dazu genommen, sie alle hauchen Gainsbourg neues Leben ein. Mit "Demut" habe er sich an die Filmmusik herangemacht, sagte Daviaud im Interview mit Laura Menanteau von Tout Pour Les Femmes. Es war sein erster Soundtrack für einen Featurefilm, der handelte dann gleich von Serge Gainsbourg. Daviaud wollte sich der poetischen Vision des Regisseurs anschließen. "Joann {Sfar} entfernt sich nie groß von Serge, während er ihn die ganze Zeit neu erfindet. Ich fing die Songs im Film neu ein und ich komponierte um die Handlung, um das musikalische Universum Gainsbourgs herum: Russland, der Jazz der 1930er Jahre, klassische Musik..."
In seiner Strategie, aus der DNA dieser Songs etwas Neues zu machen, brachte Daviaud die Schauspieler ganz nah an die Originalsongs heran, ohne sie Gainsbourg banal nachsingen zu lassen. Ein schmaler Grat, doch die Strategie ging hervorragend auf, etwa auf "Nazi Rock", hier in der Version von Dionysus. Oder bei Sara Forestier mit France Galls "Baby Pop". Oder Anna Mouglalis mit ihrer sinnlichen Interpretation von Juliette Gréco's "Javanaise". Der French-Rocker Nosfell macht auf seiner Version von "Love On The Beat" den Serge. Die Reggaeband K2R Riddim bringt einen neuen Groove in "Aux armes et caetera". "Ich wollte den Songs eine starke Identität geben", kommentiert Daviaud. "Für "Nazi Rock" brauchte ich eine Rock´n´Roll-Band, die Unbehagen stiftet, da fielen mir sofort Dionysus ein. Für "Love On The Beat" brauchte ich eine menschliche Beatbox, Soundeffekte, wildes Miauen, in diese Kerbe schlagen Nosfell. K2R Riddim haben die beste Reggae-Rhyhmusgruppe in ganz Frankreich. Eine erste Version von "Aux armes..." habe ich mit Tyrone Downie, dem Keyboarder von Bob Marley eingespielt."

Emily Loizeau und Jeanne Cherhal klingen wie zwei überdrehte Teenies auf "Qui est "IN", qui est "OUT". Laetitia Casta (als Brigitte Bardot) macht Klassikern wie "Comic Strip" oder "Bonnie And Clyde" alle Ehre. Jazz-Gitarrist Philippe Katherine (der im Film einen Gastauftritt als besoffener Boris Vian hat) begleitet Eric Elmosnino auf "Je bois versus Intoxicated Man". Wo wir beim Star, eben nicht nur des Films, sondern auch des Soundtracks wären: Elmosnino hat nicht nur eine ähnlich packende "Gueule", sprich Visage wie Gainsbourg. Ohne ihn zu kopieren, in ganz persönlichen Versionen bringt Elmosnino die Essenz des Dandys zwischen Fatalismus und Verletzlichkeit, Eleganz und Rebellion rüber.
Die Musik von Brahms, Chopin und Beethoven, die Serge Gainsbourg so liebte - Daviaud hat sie in seinen Adaptionen betont. Etwa die Anlehnung an Dvoraks "Symphonie der Neuen Welt" in "Initials BB", richtig schön herausgekitzelt in der  Interpretation des bulgarischen Symphonieorchesters von "Initials BB" auf dem Album. Auf Augenhöhe mit den Originalen mussten diese Re-Interpretationen stehen, denn hier und da taucht auf dem Soundtrack auch ein echter Gainsbourg auf, etwa das unvermeidliche "Je T'Aime Moi Non Plus" ("unantastbar", so Daviaud), dem Gonzales dann auf einem instrumentalen Track nachspürt. Wie passend, hat der in Paris lebende kanadische Pianist ja nicht nur Leslie Feist produziert, sondern auch auf den jüngeren Alben von Jane Birkin mitgewirkt.

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