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05.10.2016

Das Ende einer Ära: In Gedenken an Sir Neville Marriner

Seine Aufnahmen waren wegweisend und prägten zahlreiche Musikergenerationen. Nun vereint sich die Welt um einen ihrer Großen zu verabschieden: Sir Neville Marriner.

Sir Neville Marriner, Das Ende einer Ära: In Gedenken an Sir Neville Marriner © Decca/Friedrun Reinhold

Für viele galt Sir Neville Marriner als Koryphäe im Bereich barocker und romantischer Musik. Mit dem 1958 gegründeten Ensemble The Academy of St Martin-in-the-Fields spielte Marriner zahlreiche  Aufnahmen ein, die bis heute wegweisend sind. Umso größer die Bestürzung als am 02. Oktober 2016 das Kammerorchester den Tod des geachteten Dirigenten und Violinisten bekannt gab. Im Alter von 92 Jahren verstarb der Musiker drei Tage nach einem Konzert in Padua.

Schon seit frühester Kindheit prägte die Musik das Leben von Sir Neville Marriner. Im Alter von 13 Jahren begann er das Studium am Royal College of Music in London und wechselte dann nach Paris um später als Professor nach London zurück zu kehren. Ab 1952 war Marriner Mitglied des Londoner Philharmonia Orchestra und des London Symphony Orchestra. Nur wenige Jahre später gründete er mit Mitgliedern des LSO das Ensemble The Academy of St Martin-in-the-Fields und erlangten u.a. mit der Einspielung von Vivaldis "4 Jahreszeiten", Händels Messias und dem Requiem von Mozart weltweite Anerkennung. Zum Wiedererkennungsmerkmal von Marriner und seiner Academy wurde der bis heute geschätzte schlanke, kammermusikalische Klang.

1969 tätigten Marriner und die Academy ihre erste gemeinsame Aufnahme für Philips Classics: Sinfonien von Johann Christian Bach. Es folgten zahlreiche  weitere Einspielungen mit Werken von Haydn, Beethoven und Schubert. 1991 veröffentlichte das Gespann die erste umfassende Mozart-Edition, die neben sämtlichen Symphonien auch des Komponisten Divertimenti und Serenades, sowie Klavierkonzerte mit Alfred Brendel und bedeutende Opernwerke enthielt.

Seit dem Ende der 1960er Jahre zog es Marriner immer öfter ans Pult. So übernahm er das Dirigat des Los Angeles Chamber Orchestra, war als Musikdirektor für das Minnesota Orchestra tätigt und leitete von 1983 bis 1989 das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des Süddeutschen Rundfunks.

Mit Sir Neville Marriner ist nicht nur ein begnadeter Musiker von uns gegangen, wie sich Costa Pilavachi, ehemaliger Präsident von Philips Classics und Decca äußerte, sondern auch eine herausragende Persönlichkeit die uns allen fehlen wird.

 


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