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04.06.2010

Jazzsängerin mit rockiger Haltung

Einen ungewöhnlichen Spagat zwischen musikalischen Stilen und Epochen macht die kanadische Sängerin Térez Montcalm auf ihrem neuen Album "Connection"

Terez Montcalm, Jazzsängerin mit rockiger Haltung © Universal Music

Ihre Stimme klingt, als würde sie jeden Morgen mit Bourbon gurgeln und täglich zwei Päckchen Zigaretten wegqualmen. Doch die kanadische Sängerin Térez Montcalm legt Wert auf die Feststellung, dass sie nie geraucht habe und auch keinen Whiskey als Mundspülung benutzt. "Meine Stimmbänder sind einfach nur stärker als bei den meisten Leuten", erklärt sie lachend. "Schon als ich sieben oder acht Jahre alt war, wurde ich wegen meiner ungewöhnlichen heiseren Stimme immer gefragt, ob ich eine Halsentzündung hätte." Heute ist diese heisere Stimme ihr Markenzeichen. Und auf ihrem fünften Album "Connection" stellt sie diese endlich auch dem deutschen Publikum vor.

Auf "Connection" verknüpft die 46-Jährige ihre diversen Vorlieben miteinander: ihr Faible für amerikanische Tin-Pan-Alley-Schlager und französische Chansons, alte Jazzklassiker und zeitgenössische Pophits.
Ihr Eklektizismus spiegelt sich in dem Repertoire wider, das neben ihren eigenen Kompositionen auch Stücke von Cole Porter ("C'est magnifique"), U2 ("Where The Streets Have No Name"), Nina Simone ("My Baby Just Cares For Me"), Charles Aznavour ("Je n'attendais que toi"), Francis Lai ("Je n'attendais que toi") und Léo Ferré ("C'est extra") enthält. Der in Québec geborenen Songschreiberin, die auch hervorragend Gitarre spielt, kommt dabei zugute, dass sie gleichermaßen gewandt ist in der französischen wie englischen Sprache.

"Mir macht es genau so viel Spaß, die Songs von anderen zu interpretieren, wie meine eigenen zu singen", meint Térez Montcalm. Und wenn sie "interpretieren" sagt, dann bedeutet dies, dass sie den Songs einen wirklichen neuen, eigenen Touch verleiht. Ihre überraschenden Arrangements sprühen vor Witz und Charme. Wie schon bei dem ihrem letzten Album "Voodoo" arbeitete Térez Montcalm bei der Produktion auch diesmal wieder eng mit dem Gitarristen und Pianisten Michel Cusson zusammen, der einst Mitglied der bekannten Fusionband UZEB war.

Für ihren Eklektizismus hat Montcalm übrigens eine simple Erklärung. "Ich bin das jüngste von fünf Kindern", erzählt sie. "Zwischen dem ältesten von uns und mir liegen sechzehn Jahre Alterunterschied. Deshalb hörten wir zuhause die unterschiedlichsten Arten von Musik. Elvis, die Beatles, Jimi Hendrix, Frank Zappa, Jacques Brel, Édith Piaf, Serge Lama und alles, was die Szene von Québec zu bieten hatte. Mein Vater war ein großer Jazzfan. Er hörte Platten von Frank Sinatra, Nat King Cole, Tony Bennett, Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan. Aber ich war auch noch anderen musikalischen Einflüssen ausgesetzt. Es wäre für mich frustrierend, wenn ich mich darauf beschränken müsste, Rock zu singen. Ich brauche das Jazzrepertoire einfach zum Glücklichsein. Ich bin eine Jazzsängerin mit einer sehr 'rockigen' Haltung."


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