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03.02.2012

Elegant angeraute Jazzballaden - Térez Montcalms Album “Here’s To You - Songs For Shirley Horn”

Mit hingehauchten Jazzballaden stieg die singende Pianistin Shirley Horn in den 1990ern zum weltweiten Publikumsliebling auf. Nun widmete ihr Térez Montcalm das Album “Here’s To You - Songs For Shirley Horn”.

Terez Montcalm, Elegant angeraute Jazzballaden © Jean-Marc Lubrano

“Es ist nicht einfach, Shirley Horn Tribut zu zollen, weil sie in dem, was sie machte, absolut einzigartig war.” Mit dieser Einschätzung trifft die kanadische Sängerin Térez Montcalm den Nagel auf den Kopf. Die 2005 gestorbene Horn war für ebenso lässig wie elegant hingehauchte Balladen bekannt und strahlte gleichzeitig menschliche Wärme und absolute Coolness aus. Einen ganz anderen Eindruck hinterlässt da die wesentlich dynamischere 48-jährige Montcalm, die sich selbst gerne als “Jazzerin mit Rock-Attitüde” bezeichnet und eine markant raue Stimme besitzt. Durch diese offensichtlichen Gegensätzlichkeiten ließ sie sich aber nicht davon abhalten, der amerikanischen Sängerin und Pianistin nun ein ganzes Album zu widmen: “Here’s To You - Songs For Shirley Horn”.

Shirley Horns Balladen verlangten Térez Montcalm andere Qualitäten ab

Auf ihren beiden letzten Alben jonglierte Térez Montcalm lustvoll mit Elementen von Jazz, Rock, Funk und Chanson und begeisterte damit Musikfans und Kritiker in Nordamerika und Europa. Diesmal waren ganz andere Qualitäten gefragt: Und Térez überrascht bei ihrer Interpretation der mit Shirley Horn assoziierten Balladen mit ungewohnter Wärme in der Stimme.

“Nice’n’Easy” als Motto

Das Motto des Albums scheint die zweite Nummer vorzugeben: denn in “Nice’n’Easy”, dem Klassiker von Alan und Marilyn Bergman, heißt es warnend: “...to rush would be a crime...” Verbrechen aber begeht die ansonsten sehr energiegeladene Térez Montcalm auf “Here’s To You” nicht. Auf der Playlist stehen unter anderem noch Michel Legrands “One At A Time”, “Isn’t It A Pity?” von den Gershwin-Brüdern, Leon Russels “A Song For You” und “How Am I To Know?”, ein Stück zu dem Dorthy Parker den Text schrieb und das man von Frank Sinatra und Billie Holiday kannte, bevor es Shirley Horn aufnahm.

Aufgenommen wie ein klassisches Jazzalbum

Eingespielt wurde “Here’s To Life” wie ein typisches Jazzalbum: “Wir nahmen das Album in drei Tagen auf”, merkt Montcalm stolz an. “So etwas habe ich nie zuvor gemacht. Bei meinen anderen Alben arbeitete ich immer mit Musikern zusammen, die ich schon lange Zeit kannte. Und wir bereiteten trotzdem alles gut vor. Diesmal lernte ich den Großteil der Musiker erst am Tag der ersten Sessions persönlich kennen.”

Drummer Steve Williams brachte Shirley Horns Geist in das Projekt ein

Dass die Aufnahmesessions trotzdem vollkommen reibungslos über die Bühne gingen, lag natürlich an dem exzellenten Personal: Und an erster Stelle ist da Steve Williams zu nennen, der 27 Jahre lang Shirley Horns bevorzugter Schlagzeuger gewesen war. Er vermittelte Térez in unzähligen Unterhaltungen tiefere Einblicke ins Repertoire und Shirley Horns Kunst. “Die Geschichten, die er mir von Shirley erzählte, waren von unschätzbarem Wert”, meint Térez. “Ich kannte sie nicht persönlich, ich hatte sie nur zweimal live gesehen. Steve Williams brachte ihren Geist in dieses Projekt ein.”

Dreamteam mit Roy Hargrove, Ernie Watts, Gil Goldstin und Rufus Reid

Doch auch die restlichen Musiker zählen zu den feinsten ihres Faches: Die Arrangements fertigte Pianist Gil Goldstein, an der Trompete ist Roy Hargrove zu hören, am Tenorsax Ernie Watts und am Kontrabass Rufus Reid. Die Produktion in einem kleinen, isolierten Studio in Connecticut übernahmen Horns ehemaliger Produzent Jean-Philippe Allard und Jay Newland. “Alles funktionierte einfach perfekt”, bilanziert die Sängerin, die bei einigen Nummern auch zur Gitarre griff.


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