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21.04.2009

Biografie The Living End 2009

Nur ein Riff war nötig - ein einziges, großartiges, heftiges Hardrock-Riff, und damit war das Schicksal von The Living End besiegelt. Ende 2007 verbrannte sich Sänger und Gitarrist Chris Cheney seine Finger an theatralischen Seventies-Groove-Gitarren, die den ersten Song des neuen The Living End-Albums „White Noise“ eröffnen. Zusammen mit seinen Bandmitstreitern Scott Owen (Kontrabass) und Andy Strachan (Schlagzeug) waren endlich monatelange Frustration Geschichte und viele neue Möglichkeiten taten sich auf.

Vor zehn Jahren gelang The Living End mit der Doppel A-Seiten Single „Second Solution” / „Prisoner of Society” der Durchbruch. Seitdem ist einiges passiert in der Bandgeschichte: Viele Hit-Singles, Gold- und Platinauszeichnungen, ausverkaufte Konzerte, Festival-Headliner-Slots, Welttourneen, Awards, Magazin Cover und eine stetig wachsende und glückliche Fanschar. Als eine der verehrtesten und respektiertesten Bands Australiens brachte das letzte Werk „State Of Emergeny“ 2006 die Band endlich in bislang unerreichte Höhen. Das Album stieg auf Platz #1 der australischen Charts ein und The Living End rockten die größten Bühnen des Landes.

Nach dem intensiven Touren zu „State Of Emergency“ fanden sich The Living End Mitte 2007 zusammen, um sich auf das Schreiben ihres nächsten Albums zu konzentrieren. Aber der Druck, einen erfolgreichen Nachfolger aufzunehmen, stellte sich schnell als zu groß heraus. In einem kreativen Loch gefangen schlug Chef Songschreiber Cheney vor, sich ein paar Monate Pause zu gönnen, in denen er sich erstmals Kunst und Yoga widmete, während er so auf die Rückkehr seines künstlerischen Schaffens wartete. Es war Ende des Jahres, als das brillante Jimmy Page-Meets-Jack White-Riff aus „How Do We Know“ ihn wie ein Blitz traf und nachhaltig beeindruckte. Während manch einer von einer religiösen Auferstehung sprechen würde, meinten Scott und Andy, es sei so, als wenn man Chris beim Entblößen zuzusähe. Es ist egal, an welche der zwei Versionen man glaubt, wichtig ist nur: Von diesem Moment an war der Damm gebrochen und alles wurde überflutet.

Während der zweiten Jahreshälfte 2007 und im darauf folgenden Jahr kamen The Living End zu einem härteren und raueren Groove. Sie ließen ihre Liebe zu klassischen Sounds von Led Zeppelin, Black Sabbath und AC/DC mit ihrem existierenden Sound verschmelzen und fügten dem Ganzen noch ihren erfrischenden Sinn für Experimente hinzu. Die Jungs wollten Songs schreiben, die von ihren Live-Qualitäten auch im Studio leben sollten, denn als Live-Band steht die Reputation von The Living End außer Frage. An einem guten Abend gibt es kaum eine Band, die ihnen das Wasser reichen kann. Aus diesem Grund entschieden sie sich im Februar, die neuen Songs auf einer neuntägigen Victorian-Tour zu testen. Getarnt als ihr Alter Ego The Longnecks war es der Erfolg der Tour, der sie darin bestätigte, dass es höchste Zeit war, ihre frenetische Live-Energie endlich ins Studio zu transferieren.

Um ihre Vision von „White Noise” zu realisieren, suchten The Living End einen Produzenten, der, wie Cheney sagt, „unsere Energie einfangen und umsetzen kann“. John Agnello konnte das. Die Liste der Bands, mit denen er vorher zusammengearbeitet hat, ist beeindruckend: Sonic Youth, Dinosaur Jr. und The Hold Steady. Auf Agnellos Rat hin fanden sich The Living End in den Water Music Studios in Hoboken, New Jersey, für vier intensive Wochen zusammen, um das Album vorzuproduzieren und aufzunehmen. Es wurde live eingespielt, alle überflüssigen Spielerein blieben außen vor. Es blieb nichts über außer Fleisch, Knochen und die drei Musiker in ihrer echten Vollkommenheit.

Das Album wurde in beeindruckenden drei Wochen eingespielt (mit einer Woche Vorproduktion zu Beginn), und anschließend in acht Tagen in den Silent Studios in Atlanta, Georgia, von Brendan O’Brien gemixt, der gleichzeitig noch an den neuen Alben von AC/DC und Pearl Jam arbeitete. Die elf Songs beginnen mit dem unverwechselbaren Gitarrenspiel und dem harten Funk-Groove auf „How Do We Know“, das schnell in das explosive „Raise The Alarm“ übergeht. Der nächste Song, die erste Single und der Titeltrack „White Noise“ bieten einen energischen Einblick in den Sound der Band, der bisher ihr Markenzeichen war, und baut (zusammen mit „Hey, Hey, Disbeliever“) eine Brücke zwischen altem und neuem Sound. Mit massiven, derben Rhythmen und konstantem Tempo rockt „White Noise“. „Make The Call“ und „Loaded Gun“ zeigen beide verschiedene Aspekte des geänderten The Living End-Sounds, während „Kid“ - glaub es, oder eben nicht - auch ein Song aus der Post-Hamburg-Phase der Beatles sein könnte. „21st Century“ ist dann der atemberaubende Höhepunkt. Die Platte wird schließlich vom Dub-Reggae Vibe „Sum Of Us“ beendet und zeigt, zu welcher Vielseitigkeit die Band fähig ist, ohne sich dabei untreu zu werden. „White Noise“ ist die Platte von The Living End, die eine neue aufregende Phase einläutet – sie ist nicht nur ein Meilenstein für die Band, sie ist jetzt schon ein australischer Rockklassiker. Gott sei Dank gibt es Kunst und Yoga.


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