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04.11.2010

Weihnachten mit den Puppini Sisters

Für das ungemein schwungvolle Album “Christmas With The Puppini Sisters” putzte das Lononer A-cappella-Trio alte und nicht ganz so alte Klassiker der Weihnachstmusik neu heraus.

The Puppini Sisters, Weihnachten mit den Puppini Sisters © by Peter-Zownir

Den Spagat zwischen nostalgischen und zeitgenössischen Klängen beherrscht derzeit wohl niemand so gut wie Marcella Puppini, Stephanie O’Brien und Kate Mullins  - allgemein bekannt als die Puppini Sisters. Mit ihren beiden ersten Alben eroberten sie das Publikum in aller Welt im Sturm. Als dritten Streich präsentieren sie nun ein außergewöhnliches Weihnachtsalbum, das zugleich swingend und rockig, sexy und exzentrisch, aber vor allem vom ersten bis zum letzten Moment absolut unterhaltsam ist. “Christmas With The Puppini Sisters” verdient sich all diese Begriffe redlich. Was bei dem berühmt-berüchtigten Eklektizismus der drei singenden A-cappella-Damen letztendlich aber auch nicht wirklich überrascht, zählen sie zu ihren Einflüssen doch einerseits das amerikanische Vokalensemble The Andrews Sisters und andererseits die englische Indie-Rock-Band The Smiths und Tom Waits. Das Aufeinanderprallen solcher musikalischer Gegenwelten macht nun auch das Album “Christmas With The Puppini Sisters” so einzigartig. Alte und nicht ganz so alte Klassiker der Weihnachtsmusik wurden dafür mit knallig rotem Lippenstift geschminkt, in seidene Ballkleider mit tiefem Ausschnitt gesteckt oder auch auf leicht schräge Weise festlich herausgeputzt.

Eröffnet wird der kunterbunte Reigen sehr schwungvoll und passend mit “Step Into Christmas”. Das Stück - hier in einer fetzigen Jive-Version präsentiert - hatte das Hitlieferantengespann Elton John und Bernie Taupin 1973 geschrieben und von Phil Spector produzierten Gesangsensembles wie den Ronettes gewidmet. Ganz die Kragenweite der Puppini Sisters hat auch das folgende “Santa Baby”, das 1953 erstmals von Eartha Kitt eingesungen wurde. In den augenzwinkernden Lyrics listet eine “bescheidene” junge Dame ihre Weihnachtswünsche auf: u.a. hätte sie gerne einen Zobel, ein brandneues Cabrio, eine schnieke Yacht und natürlich Weihnachtsdekoration von Tiffany’s. Mariah Careys “All I Want For Christmas” wurde von den Puppinis Sisters nach New Orleans verpflanzt und mit ausgelassenen Street-Parade-Klängen aufgepeppt. Stilecht mit Ukulele-Begleitung trägt das Gesangstrio wiederum das hawaiianische Weihnachtslied “Mele Kalikimaka” vor, das 1950 durch Bing Crosby und die Andrews Sisters weltbekannt wurde. Unter die Haut gehen die Puppini-Interpretation von George Michaels Schmachtlied “Last Christmas” und ihre etwas weltentrückte Version von “White Christmas”, während das Terzett in dem fröhlich swingenden “Let It Snow” seine Scat-Talente erstrahlen lässt. Wie eine Kabarettnummer wirkt dann wieder “Here Comes Santa Claus”. Ausklingen lassen die Puppini Sisters dieses wunderbar unterhaltsame Album mit einer bezaubernden Performance von “Winter Wonderland” und einer geradezu traditionalistisch-festlichen Darbietung von “O Holy Night”.


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