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20.02.2004

Till Brönner & Others - OST Was nützt die Liebe in Gedanken

Till Brönner, Till Brönner & Others - OST Was nützt die Liebe in Gedanken

Ins Berlin der 20er Jahre entführt der großartige Soundtrack zur neuen X-Filme-Produktion (Lola rennt; Good Bye Lenin). Mit von der Partie: Mardi Gras.BB, Till Brönner, FM Einheit, Daniel Brühl, August Diehl, u.v.a. Der Film: Berlin, 1920. In der Stadt prägen die Autos das Stadtbild und riesige Zigarren schweben, scheint's schwerelos, als Fanale des unaufhaltsamen Fortschritts am Himmel. Bunte Leuchtreklamen verkünden den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Es herrscht die große Leichtigkeit. Absinth, der halluzinogene Götterhonig, fließt in Strömen. Orgastisches Treiben und Kokainexzesse allenthalben. Wechselkursvorteile und Prohibition treiben zahlreiche Künstler aus Übersee nach Berlin und machen die Stadt zur Kultur-Metropole.

Die Musik gewinnt durch den aufkommenden Jazz und den immer stärker werdenden Einfluss farbiger Musiker an Körperlichkeit. Die Auftritte Josefine Bakers mit barer Brust, Bananen-Rock und heißen Rhythmen führen in konservativen Teilen der Gesellschaft regelmäßig zum Eklat. It's Ragtime! Nie wieder hatte die Welt diesen Puls, diese Amplitude. Ein Konzert der Körpersäfte und der fremden Feuchtigkeiten.

Es gibt, wenn auch nur selten, immer mal wieder Soundtracks, die durch ihre Stringenz, Konzeption und Authentizität, durch die Genialität und Passion der mitwirkenden Künstler, durch ihre schiere musikalische Güte und leidenschaftliche Tiefe, nicht nur das Potential haben sich vom Mutter-Film abzunabeln, sondern diesen sogar zu überflügeln. "Was nützt die Liebe in Gedanken" gehört ganz sicher dazu. Zu authentisch erklingt der Hot Rag der Delta-Blues-Potentaten von Mardi Gras.bb, zu swingend schneidet Till Brönners messerscharfe Trompete durch die Rillen, zu originell erscheinen die Rag Time Adaptionen von FM Einheit (Einstürzende Neubauten-Soundmagier a.D.), um als purer Score abgetan zu werden. Selbst Daniel Brühl, Golden Globe-nominierter Jungstar und Träger des europäischen Filmpreises, der hier zum ersten male zum Mikrophon greift, überzeugt auf ganzer Linie und setzt sich ab, von den vielen meist degoutierenden Genreübergriffen seiner Kombattanten.

"Was nützt die Liebe in Gedanken" spült die große Leichtigkeit in die Wohnzimmer einer schwermütigen Nation und gewinnt damit, gerade heute, gerade jetzt, gesellschaftliche Relevanz. Yeah, it's that easy!


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