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05.12.2007

Weihnacht, beschwingt

Till Brönner, Weihnacht, beschwingt

Jedes Jahr das gleiche Dilemma. Da kommt die ruhige Zeit des Advents mit all ihrer Beschaulichkeit und der Plattenschrank hat nichts oder nur wenig Adäquates zu bieten. Sicher kann man sich mit den großen Werken der Tradition beschäftigen, Bachs "Weihnachtsoratorium" beispielsweise auflegen oder auch die stimmungsvolle Produktion, die Herrmann Prey und Fritz Wunderlich unter dem Titel "Eine Weihnachtsmusik" anno 1966 mit Will Quadflieg zusammen veröffentlicht hatten. Das ist wunderbar, nur manchmal darf es ja auch noch ein wenig anders klingen. Und da kommt Till Brönner ins Spiel. Denn der 36-jährige Startrompeter der deutschen Jazzszene hat sich den Spaß erlaubt, in diesem Jahr ein "Christmas Album" mit allerlei Spannendem aus dem improvisierenden Umkreis zu gestalten.

Rudolph, der mit der roten Nase, ist mit von der Partie, wenn auch nicht mit der üblichen Hymne an das beherzte Rentier. Schließlich gehört es zu Santa Claus und der wiederum kommt tönend in die Stadt. Till Brönner hat das berühmte Gespann in sein Programm gehoben und es musikalisch mit einem ungewöhnlichen Rahmen versorgt. Denn "Santa Claus Is Coming To Town" wurde gemeinsam mit den New York Voices verwirklicht, einem Vokalquartett, das sich während des vergangenen Jahrzehnts an den Manhattan Transfer vorbei mühelos an die Spitze der internationalen Szene gesungen hat.

Es sind nicht die einzigen Gäste, die der Trompeter aus Viersen und Wahlberliner für sein "Christmas Album" vor die Mikrofone geladen hat. Da gibt es zum einen die üblichen Verdächtigen wie den Pianisten Frank Chastenier, mit dem Brönner seit Jahren effektvoll und symbiotisch zusammenarbeitet. Einen Instrumental-Kollegen hat er sich auch an seine Seite geholt. Gemeinsam mit dem Gitarristen von Sting, Dominic Miller, stimmt der Trompeter Chris Botti ein charmantes "Notes On Snow" an. Richtig opulent wiederum wird es gleich zu Beginn, wenn das Deutsche Symphonie Orchester Berlin seine Klangfülle für das Medley "We Wish You A Merry Christmas / Joy To The World" zur Verfügung stellt. Und wirklich beeindruckend ist auch die Liste der renommierten Stimmen, die Brönner für sein "Christmas Album" gewinnen konnte.

Da ist zum einen der popabtrünnige Swing-Crooner Curtis Stigers, der in den Staaten längst als potentieller Sinatra-Erbe gefeiert wird, und in diesem Fall seinen Schmelz in "Christmas Is Never" wirken lässt. Souliger noch präsentiert sich Yvonne Catterfeld, die sich "Better Than Christmas" als Melodie heraus gesucht hat. Vor allem aber ist es Brönner selbst, der mit seinen Instrumenten den Liedern das besondere Flair des Entertainments zu verleihen versteht. Denn ganz gleich, was die Puristen von seinen Ausflügen ins Gefühl halten mögen - er selbst ist ein Meister des Sentiments, der mit samtenem Ton an der Trompete und dem speziellen Chet-Baker-Hauch in der Stimme die Freunde der anspruchsvollen Unterhaltung zu vergnügen versteht. Und so muss sich in diesem Winter niemand um die Qualität im CD-Player sorgen. Es genügt, Till Brönners "Christmas Album" aufzulegen und die weihnachtlich jazzige Entspannung setzt ein.


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