Die spirituelle Sinnsuche als Ausweg aus dem dekadenten Musikerleben, unzählige begaben sich auf diesen Weg: John und Alice Coltrane, die Beatles, Sting.
Kunst oder Kommerz? Nie stellte sich diese Frage bei Van Morrison. Unter seine "New Age"-Phase der 1980er hatte der irische Singer-Songwriter mit "Avalon Sunset" einen dicken Strich gemacht. "Enlightenment", nur ein Jahr nach "Avalon Sunset" veröffentlicht, knüpft an die Stimmung seines bestverkauften Albums an, ist aber subtiler, wirft Blicke zurück, auf die großen Soul- und die großen Zen-Meister, auch sich selbst lässt Morrison textlich und musikalisch Revue passieren, in einer Suite aus zehn Stücken.
Gut fünfundzwanzig Soloalben und doppelt so viele Lenze hatte Van Morrison auf dem Buckel, als »The Healing Game« im Jahr 1997 erschien. Kurz zuvor hatten Elizabeth II ihn zum Order of the British Empire ernannt und die Rock'n'Roll Hall Of Fame ihn aufgenommen.
Zwei Jahre nach seinem letzten Studio-Album ist es wieder einmal so weit. Van Morrison wartet er mit "Keep It Simple" mit einem weiteren Schmuckstück der Musikgeschichte auf.
Es wäre müßig, ein weiteres Mal über die Wandlungsfähigkeit des Iren zu schwadronieren. Oder Van Morrisons Fähigkeiten zu loben, die Hörerschaft authentisch in seine Gefühlswelt blicken zu lassen.