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Biografie

28.02.2017

Vangelis Biografie

Schneller, höher, weiter: die Musik von Vangelis kennen Pop- und Rockfans, Filmfreunde, Tierdoku-Begeisterte, Elektronika- und Ambient-Liebhaber, New Age- und World-Music-Anhänger, neben den Besuchern von Sportveranstaltungen, auf denen immer wieder sein Titelsong des Filmdramas "Die Stunde des Siegers" aus den Boxen dröhnt. "Vangelis gehört in Sachen Melodie zu den Kraftsportlern im Musikgeschäft", attestiert ihm das Magazin Laut.de. Bei allem Bombast sind seine sofort erkennbaren Klänge voller Bilder, sie führen den Hörer auf Reisen.

Vangelis lieferte die Musik von Ridley Scotts apokalyptischem, ewig verregneten Science-Fiction-Kunstfilm "Blade Runner" und danach zu Scotts Historienfilm "1492: Conquest of Paradise“ (1992 kam dieser anlässlich des 500. Jubiläums der Entdeckung Amerikas von Kolumbus in die Kinos), wo er exotische Flöten und Windspiele, spanische Gitarren, Gregorianische Chöre und sanfte Synthesizer-Flächen, mächtige Trommeln und verträumte Klavierklänge unvergleichlich miteinander verbindet. In seiner sechs Jahrzehnte umspannenden Karriere hat Vangelis rund 40 Alben veröffentlicht und auch Musik für die Bühne komponiert.

Evangelos Odysseas Papathanassiou kam 1943 in Athen zur Welt. Bereits als kleines Kind zeichnet sich seine musikalische Begabung ab. Musikunterricht bekommt er jedoch nie – später lehnt er jede Didaktik in seinem Schaffen ab. Er beginnt ein Kunststudium (auch heute ist Vangelis ein viel beachteter Maler mit Ausstellungen auf der ganzen Welt), gründet nebenbei die Musikcombo The Formynx. 1966 steigt er dort aus und etabliert sich als Songschreiber und Produzent in der griechischen Musikszene. 1967 gründet er mit dem Sänger Demis Roussos die Psychedelic-Rock-Gruppe Aphrodite´s Child, kurz bevor das Militär in Griechenland putscht und beide emigrieren, zunächst nach Paris, später nach London. Dort erscheint auch ihr Konzeptalbum "666", heute ein Prog-Rock-Klassiker.

Während Roussos dann ins Schlagergeschäft abdriftet, beginnt Vangelis 1970 seine Karriere als Elektronika-Tüftler und Soundtrack-Komponist des Films "Sex Power" mit Jane Birkin. Die 1970er hindurch komponiert er ein halbes Dutzend Filmmusiken, vornehmlich für Dokus des französischen Regisseurs Frederic Rossif (später wird er öfter mit dem Meersforscher Jacques Cousteau zusammenarbeiten). Dazu kommen zehn Solo-Alben, darunter "Earth" und "Heaven and Hell" (1975 in den Top-40 der britischen Charts), auf denen Vangelis – parallel mit den Krautrockern von Tangerine Dream – die Brücke zwischen Prog-Rock und New Age-Musik baut. Hier beginnt die Zusammenarbeit von Vangelis mit Jon Anderson, dem Leadsänger der britischen Prog-Star-Band Yes. Mit ihm nimmt er in den folgenden zwölf Jahren unter dem Namen Jon & Vangelis vier Alben auf, "Short Stories", "The Friends Of Mr. Cairo", "Private Collection" und "Page Of Life".

In Hollywood bricht Vangelis dann 1981 mit dem Score zu "Chariots of Fire" (Die Stunde Des Siegers) durch, "dessen Titelmelodie mit dem prägnanten Pianolauf wohl zu den meistgespielten Instrumentals der Musikgeschichte zählt" (Laut.de). Für den Soundtrack erhält er den Oscar. Bemerkenswert, dass seine Musik zu dem 1924 spielenden Sportdrama keinerlei Referenzen an die 20er-Jahre enthält. Und so passt der Titel auch zu zahllosen anderen Events, wie 1984 zu Steve Jobs´ Präsentation des ersten Macs, und zu anderen Filmen (etwa "Madagaskar"). Als Mann fürs Große kehrt Vangelis spätestens 2004 mit der Musik zu Oliver Stones "Alexander" zurück.

Mit über 70 sind die langen Haare und der Bart weiß geworden, aber immer noch sieht Vangelis die Musik als größte treibende Kraft des Universums. Als 20-Jähriger war er ein Pionier analoger Synthesizer. Heute verzichtet er auf Computer und digitale Nachbearbeitung, seine Aufnahmen macht er in einem Take, erklärte Vangelis dem britischen Guardian: "Computer können in vielen Bereichen nützlich sein, aber in meiner Kreativität sind sie ungenügend und langsam. Ich halte Abstand zu dem Biest."