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21.09.2016

Mission erfüllt – Vangelis bringt sein neues Studio-Album "Rosetta" in die Umlaufbahn

Im September 2016 veröffentlicht der legendäre Filmscore-Komponist einen Meilenstein der Space-Musik.

Vangelis, Mission erfüllt – Vangelis bringt sein neues Studio-Album Rosetta in die Umlaufbahn © Decca

Nach 18 Jahren Albumpause untermalt der kolossale griechische Klangkünstler dort musikalisch das größte Abenteuer der modernen Raumfahrt: den Flug der Raumsonde Rosetta zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, kurz Tschuri. 2004 hob Rosetta an Bord einer Ariane-5-Rakete ab. 12 Jahre schwirrte die Sonde im All herum, flog parallel mit Tschuri ins Innere des Sonnensystems, sammelte Daten, sendete Bilder, an diesem Punkt kam Vangelis ins Spiel.

Von der "Eroberung des Paradieses" zur Eroberung des Sonnensystems

Schon immer hat den 73-Jährigen die Raumfahrt begeistert. Vangelis hat einen Hang zu historischen Ereignissen, er bewundert die Pioniere (nicht zu vergessen, dass er in seinem Feld selbst einer war), ihn reizt das Adrenalin. Er lieferte die Musik von Ridley Scotts apokalyptischem, ewig verregnetem Science-Fiction-Kunstfilm "Blade Runner" und danach zu Scotts Historienfilm "1492: Die Eroberung des Paradieses". Er hat die Dokumentarfilme des Meeresforschers Jacques Cousteau untermalt, jeder kennt seinen Titelsong des Filmdramas "Die Stunde des Siegers", mit dem Vangelis einen Oscar gewann.

Neben Brian Eno, Tangerine Dream und Mike Oldfield gehört Vangelis seit den 1970er-Jahren zu den Champions der Ambient und Space-Musik. Sein 1976er-Album "Albedo 0.39" ist ein Meilenstein. 2001 schrieb der New-Age-Guru für einen Mars-Flug der NASA das symphonische Stück "Mythodea".

Musik aus dem Cockpit

Kein Wunder, dass zu seinen größten Fans auch der niederländische Astronaut Andre Kuipers gehört, der 2012 Vangelis von der International Space Station aus anrief und ihm von der Rosetta-Mission erzählte. Danach hielt Vangelis engen Kontakt mit den Mitarbeitern der European Space Agency (ESA), und begann zu arbeiten. Sein Heimstudio sehe aus "wie ein Raumschiff", kommentierte verblüfft der französische ESA-Astronaut Jean Francois Clervoy, nachdem er Vangelis zu Hause besuchte, "sein Mischpult war wie ein Cockpit, so viele Instrumente und Regler habe ich noch nie gesehen. Als er dann spielte, mit seinen Händen, seinen Füßen, unglaublich viele Keyboards gleichzeitig, wirkte er wie in telepathischem Kontakt mit dem Weltall."

Im August 2014 warf Rosetta den Lander Philae auf Tschuri ab, der Fotos von der Oberfläche des Himmelskörpers senden sollte. Vangelis vertont auf "Rosetta" dieses für die Raumfahrt historische Manöver mit einem dramatischen Track, komplett mit Star-Wars-Streichern, wild herum fliegenden Klangklumpen und flirrenden Drones. Die Ruhe, die Euphorie nach dem Sturm spiegelt direkt danach "Rosetta´s Waltz". Vangelis lässt mit "Celestial Whispers" die Engel flüstern. Majestätische kosmische Freude entsteht beim Anhören von "Elegy". Innig und ekstatisch klingt das Finale "Return To The Void". Ein innerer Friede, eine erhabene Gelassenheit, die "Rosetta" für den Hörer unwiderstehlich macht, zieht sich durch das Album.

"Space ist Musik und Musik ist Space", sagt Vangelis.

"Musik kann überall hin reisen und sie nimmt den Hörer mit, Wahnsinn, wenn man das begreift!" "Als wir die Footage der Mission mit der Musik zusammenfügten, bemerkten wir, wie sie sich emotional erhöhen. Mit der Musik bleiben die Bilder viel stärker in Erinnerung", kommentiert ESAs Pressereferent Carl Walker

Am 30. September 2016 kehrt die Sonde zur Erde zurück. Knapp fünfzig Jahre nach der ersten bemannten Mondlandung gilt die Rosetta-Expedition als das größte Abenteuer der Raumfahrt. Bis ins 17. Jahrhundert sahen die Menschen die Kometen als Himmelsboten der Götter, manche meinen, der Stern von Bethlehem war ein Komet. Rosetta fing Tschuris leuchtenden Schweif ein. Das neue Album von Vangelis erhellt die dunkle Jahreszeit. 


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