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14.11.2013

100 Singles, die Jazz zu Pop machten

Various Artists, 100 Singles, die Jazz zu Pop machten

Auf die Frage, welche Ziele er hatte, antwortete Produzent, Jazz-Impresario und Verve-Gründer Norman Granz einst kokett: "Erstens, Geld zu machen. Zweitens, bei der Überwindung rassistischer Vorurteile zu helfen. Und drittens, Jazzkonzerte zu veranstalten und mit den besten Jazzmusikern der Welt Platten aufzunehmen." Wie man heute weiß, hat Granz all seine hochgesteckten Ziele auch erreicht. Als leidenschaftlicher Fan ausufernder Jamsessions und Konzeptalben war Granz eigentlich ein Freund der Langspielplatten-Formats. Aber um die von ihm produzierten Platten und Konzerte zu promoten, brachte er regelmäßig auch Singles von seinen Künstlern heraus. Und mit diesen Singles gelang es ihm, die Popularität seiner Stars - darunter Ella Fitzgerald, Louis Armstrong, Billie Holiday, Charlie Parker, Dizzy Gillespie und Oscar Peterson - in immer neue Höhen zu treiben. Viele von ihnen genossen in den 1940er und 1950er Jahren einen Status wie ihn heute Popgrößen besitzen. Und so manche dieser Verve-Singles schafften es sogar, auf die vordersten Plätze der Pop-Charts vorzudringen. Das prominenteste Beispiel dafür ist natürlich "The Girl From Ipanema". Die Version, die Stan Getz mit João und Astrud Gilberto einspielte, kletterte im Sommer 1964 bis auf Platz 5 der Billboard-Pop-Singles-Charts.

In der geschmackvoll gestalteten und in limitierter Auflage erscheinenden Box "The Sound Of America - The Verve Singles Collection" sind auf 5 CDs und in chronologischer Reihenfolge 100 Single-A-Seiten aus dem Verve-Katalog versammelt. Man findet darunter Klassiker wie das bereits erwähnte "Girl From Ipanema" oder Louis Armstrongs "Hello, Dolly!", aber auch echte Raritäten, die viele Jazzfans noch nicht in ihrer CD-Sammlung haben dürften. Im ausführlichen 32-seitigen Booklet gibt es einen Essay über Verves Single-Veröffentlichungen mit allen Chart-Details, diskographischen Infos und vielen Illustrationen.

Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich in das parallel erscheinende Hardcover-Buch "The Sound Of America" vertiefen, das Anfang November 2013 beim englischen Verlag Thames & Hudson herausgekommen ist. In seinem detaillierten und reich illustrierten Buch zeigt der britische Musikspezialist Richard Havers, wie eng die Geschichte des Jazz mit der des Verve-Labels verwoben ist.

 


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