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30.01.2014

Davis, Rollins & Monk: Neuzugang im Plattenschrank

Various Artists, Davis, Rollins & Monk: Neuzugang im Plattenschrank

Wer in Zeiten geboren wurde, da die Beatles ihr "Sgt. Pepper's" in 18 Monaten aufnahmen oder Michael Jackson für seine späten Alben 192 Tonspuren zu brauchen glaubte, sollte einen kurzen Blick auf die Liner Notes dieser zwei wegweisenden Alben werfen. Miles und sein Quintett spielten "Dig" 1951 an nur einem Tag ein, Thelonius Monk und seine vier Musiker benötigten fünf Jahre später immerhin schon drei Tage im Studio. Die Ergebnisse allerdings haben noch heute Bedeutung und erlauben zudem einen Streifzug durch den Soundtrack einer der aufregendsten Epochen des Jazz. Während Miles Davis auf "Dig", begleitet von Jackie McLean (Alt-Saxophon), Sonny Rollins (Tenor Saxophon), Walter Bishop (Piano), Tommy Potter (Bass) und Schlagzeuger Art Blakey vom Cool Jazz zum Hard Bop fand und doch gleichsam in einer schweren Drogen-Depression steckte, nahm Thelonius Monk mit "Brilliant Corners" sein erstes, nach eigenen Vorstellungen entstandenes Album auf. Dessen Titeltrack, so wird kolportiert, sei dermaßen schwer zu spielen gewesen, dass (1956 eine Seltenheit) die finale Version aus mehreren Aufnahmen zusammen geschnitten werden musste. Und das, obwohl Monk von Max Roach, Sonny Rollins, Ernie Henry und Oscar Pettiford begleitet wurde.

Was nach wie vor bei beiden Aufnahmen erstaunt, ist der ungewöhnlich gute Klang. Den werden jetzt die Vinyl-Junkies in voller Schönheit erleben dürfen, denn vor allem bei den Jazz-Aufnahmen der Fünfziger und Sechziger hat sich das analoge Medium aus guten Gründen längst zurück ins Rampenlicht gearbeitet. Wer seinen 17-jährigen Neffen davon überzeugen möchte, dass der Mensch schließlich auch analog und nicht digital hört, lasse Miles' oder Monks Platte parallel zur CD laufen und schalte zwischen den Kanälen hin und her. Dann lassen die alten Meister auf einmal Teenageraugen erstrahlen. Ein herrlicher Anblick.

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