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06.06.2014

Weitere Blue-Note-Schätze auf Vinyl

Blue Note, Weitere Blue-Note-Schätze auf Vinyl

"Dieses ist der dritte Streich. Doch der vierte folgt sogleich", hätte Wilhelm Busch wohl gereimt, würde er die PR-Arbeit zu der Vinyl-Reissue-Serie von Blue Note betreuen. Der gute Mann ist natürlich schon lange tot. Ganz im Gegensatz zum Label Blue Note, das unter seinem noch recht neuen Präsidenten Don Was gerade wieder besonders schaffensfreudig ist. Eine der ersten Ideen, die Was nach seinem Jobantritt hatte, war es, anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Labels 100 essentielle Jazzalben aus dem Blue Note-Katalog auf Vinyl wiederzuveröffentlichen. Jetzt erscheinen jeden Monat fünf dieser Alben auf 180 Gramm schwerem, audiophilem Vinyl; vorwiegend historische Aufnahmen, aber auch ein paar jüngere Werke, die sich noch auf dem Weg befinden, zu Klassikern zu reifen. Das dritte Paket besteht aus Horace Silvers "Song For My Father", Grant Greens "Idle Moments", Hank Mobleys "Soul Station", McCoy Tyners "The Real McCoy" und der Doppel-LP "Shades Of Blue" von DJ Madlib.

Horace Silver - Song For My Father

Das Titelstück dieses Albums - eine Bossa Nova, die Horace Silver seinem von den Kapverden stammenden Vater gewidmet hatte - war so inspirierend, dass einzelne Passagen später von so unterschiedlichen Künstlern und Bands wie Steely Dan, Stevie Wonder, Earth Wind & Fire und Paul Wellers Style Council für eigene Hits übernommen wurden. Das Album selbst gilt als eines der absoluten Meisterwerke des Hardbop. Dazu trugen neben dem Pianisten und Komponisten Silver auch die anderen hochkarätigen Solisten bei: die Tenorsaxophonisten Joe Henderson und Junior Cook sowie die Trompeter Carmell Jones und Blue Mitchell.

Grant Green - Idle Moments

1962 war der Gitarrist Grant Green von den Kritkern des Jazzmagazins Down Beat zum "besten neuen Star" gekürt geworden. Ein Jahr später ging er mit Vibraphonist Bobby Hutcherson, Tenorsaxophonist Joe Henderson, Pianist Duke Pearson, Bassist Bob Cranshaw und Drummer Al Harewood in Rudy Van Gelders Studio in Englewood Cliffs, um dort das Album "Idle Moments" aufzunehmen, das viele Kritker und Fans für sein bestes überhaupt halten. Ein Meisterwerk zwischen Hardbop, Cool Jazz und Soul-Jazz.

Hank Mobley - Soul Station

Mit einem Begleittrio der Superlative nahm Tenorsaxophonist Hank Mobley Anfang 1960 das Hardbop-Album "Soul Station" auf: Pianist Wynton Kelly, Bassist Paul Chambers und Schlagzeuger Art Blakey. Die Aufnahmen beeindruckten Miles Davis so sehr, dass er Mobley, Kelly und Chambers schon wenig später in sein Quintett holte. Der amerikanische Jazzkritiker Bob Blumenthal verglich "Soul Station" von seiner Bedeutung her mit Sonny Rollins' "Saxophone Colossus" und John Coltranes "Giant Steps".

McCoy Tyner - The Real McCoy

Mit "The Real McCoy" gab der Pianist McCoy Tyner 1967 sein Debüt bei Blue Note. Und unterstützt wurde er dabei von drei Musikern, die zu den feinsten jener Epoche gehörten: Tenorsaxophonist Joe Henderson, der leider erst 25 Jahre später die Anerkennung finden sollte, die ihm eigentlich schon damals gebührte; Bassist Ron Carter, der in dieser Zeit auch dem populären Miles Davis Quintet angehörte; und Schlagzeuger Elvin Jones, der wie Tyner bis 1965 Mitglied des legendären John Coltrane Quartet gewesen war. Das Album gereicht seinem wortspielerischen Titel zu aller Ehre: denn der Pianist spielt hier mit seinem Quartett Jazz in Reinkultur und ausschließlich eigene Kompositionen.

DJ Madlib - Shades Of Blue (2LP)

2003 erhielt der amerikanische DJ, Produzent und Multiinstrumentalist Otis Jackson Jr. a.k.a. Madlib die einmalige Gelegenheit, historische Aufnahmen aus den Archiven von Blue Note für sein Doppelalbum "Shades Of Blue" zu remixen. Doch Madlib beließ es nicht beim Remixen der Klassikern von unter anderem Gene Harris, Donald Byrd, Ronnie Foster, Bobby Hutcherson, Horace Silver, Wayne Shorter und Herbie Hancock. Mit fiktiven Bands wie Yesterdays New Quintet, Morgan Adams Quartet Plus Two und Joe McDuphrey Experience (in denen er unter verschiedenen Pseudonymen alle Instrumente selber spielte) interpretierte er einige der Nummern gleich ganz neu.


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