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31.10.2014

Zeitreise mit 75 Blue-Note-Singles

Various Artists, Zeitreise mit 75 Blue-Note-Singles

Der Weg zur Hölle ist bekanntlich mit guten Vorsätzen gepflastert. Dabei sind es natürlich nicht die Vorsätze selbst, die einen in die Hölle führen, sondern vielmehr die Tatsache, dass diese selten umgesetzt werden. Blue-Note-Gründer Alfred Lion dürften seine guten Vorsätze dagegen geradewegs in den Jazzhimmel gebracht haben, denn er verwirklichte sie tatsächlich und blieb ihnen auch treu, bis er sich 1967 zur Ruhe setzte. Gleich in der ersten Werbebroschüre, die das Label im Gründungsjahr 1939 herausgab, schrieb Lion: "Blue Note setzt sich zum Ziel, den kompromisslosen Ausdrucksformen des Hot Jazz oder Swing allgemeines Gehör zu verschaffen. Jede besondere Spielweise, die ein authentisches musikalisches Gefühl darstellt, ist echter Ausdruck."

Diesem Vorsatz folgte das Label auch nach dem Ausscheiden Lions und steht so noch 75 Jahre später für eine seltene künstlerische Integrität, selbst wenn Hot Jazz und Swing im heutigen Musikprogramm von Blue Note natürlich keine Rolle mehr spielen. Die Stile haben sich gewandelt, der Qualitätsanspruch ist geblieben. Das belegt die 5-CD-Box "Uncompromising Expression", deren Repertoire von Richard Havers zusammengestellt wurde, dem englischen Autoren eines eindrucksvollen Blue-Note-Buches, das wir in der kommenden Woche zu seinem deutschen Erscheinen genauer vorstellen werden.

Was nicht alle Jazz-Fans wissen: Auch auf den meisten Jazz-Labels erschienen nicht nur LPs sondern auch Singles. Die CD-Box "Uncompromising Expression" lässt nun insgesamt 75 Jahre Blue Note anhand von 75 Singles Revue passieren, beginnend bei der allerersten Blue-Note-Aufnahme des Boogie-Pianisten Meade Lux Lewis über Erfolge von Thelonious Monk, Art Blakey, John Coltrane und Donald Byrd sowie moderne Klassiker von Cassandra Wilson und Norah Jones bis hin zu Aufnahmen von Vertretern der jüngsten Blue-Note-Generation wie Robert Glasper, Gregory Porter und Derrick Hodges. Einen weiteren Vorgeschmack auf Richard Havers' Buch liefert sein Begleittext im 48-seitigen Booklet.


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