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19.02.2015

Back To Blue: Jazz-Avantgardisten auf LP

Various Artists, Back To Blue: Jazz-Avantgardisten auf LP

Das Jahr von Blue Notes 75. Jubiläum ist ausgeklungen, aber die Reihe "Back To Blue", in der insgesamt 100 essentielle Jazzalben aus dem Katalog des Labels auf Vinyl wiederveröffentlicht werden, wird wie versprochen fortgesetzt. Jeden Monat erscheinen fünf dieser Alben auf 180 Gramm schwerem Vinyl; vorwiegend historische Aufnahmen, aber auch ein paar jüngere Werke, die sich noch auf dem Weg befinden, zu Klassikern zu reifen. Diesmal stehen Sonny Rollins' "Newk's Time", Elvin Jones' "The Ultimate", Thelonious Monks "Genius Of Modern Music, Vol. 2", Don Cherrys "Complete Communion" und Robert Glaspers "Double Booked" auf dem Programm.

Sonny Rollins - Newk's Time

Mit "Newk's Time" legte Tenorsaxophonist Sonny Rollins 1958 sein drittes und letztes Album bei Blue Note vor. Begleitet von einem ebenso fulminant wie subtil swingenden Trio - bestehend aus Pianist Wynton Kelly, Bassist Doug Watkins und Schlagzeuger Philly Joe Jones - präsentiert Rollins ein interessantes Programm aus populären Broadway-Nummern ("The Surrey With The Fringe On Top", "Namely You" und "Wonderful! Wonderful!"), Originalen von Miles Davis ("Tune Up") und Kenny Dorham ("Asiatic Raes") sowie einer Eigenkomposition ("Blues For Philly Joe"), die er seinem glänzend aufspielenden Schlagzeuger gewidmet hatte.

Elvin Jones - The Ultimate

Trio-Formationen ohne Harmonieinstrument hatten im Jazz, obwohl es prominente Beispiele wie jenes von Sonny Rollins gab, immer einen Seltenheitswert. Genau in einer solchen Besetzung nahm der Schlagzeuger Elvin Jones 1968 aber das Album "The Ultimate" auf: zusammen mit dem Bassisten Jimmy Garrison, mit der er über Jahre das rhythmische Rückgrat des legendären John Coltrane Quartet gebildet hatte, und dem Saxophonisten/Flötisten Joe Farrell, der später als Mitglied der Ursprungsbesetzung von Chick Coreas Return To Forever Fusion-Geschichte schreiben sollte. Befeuert von dem dynamischen Rhythmustandem schwang sich Farrell hier zu solistischen Meisterleistungen auf.

Thelonious Monk - Genius Of Modern Music, Vol. 2

Nachdem im Oktober 2014 bereits der erste Teil von "Genius Of Modern Music" erschienen ist, folgt nun der zweite Part. Aufgenommen wurde das Album bei zwei Sessions im Juli 1951 und Mai 1952 mit komplett unterschiedlichen, aber gleichermaßen feinen Ensembles. Die erste Session machte Monk im Quintett mit Altsaxophonist Sahib Shihab, Vibraphonist Milt Jackson, Bassist Al McKibbon und Schlagzeuger Art Blakey, die zweite im Sextett mit Trompeter Kenny Dorham, den Saxophonisten Lou Donaldson und Lucky Thompson, Bassist Nelson Boyd und Drummer Max Roach.

Don Cherry - Complete Communion

Nachdem er bereits Alben als Co-Leader mit John Coltrane und Albert Ayler aufgenommen hatte, legte Don Cherry 1965 mit "Complete Communion
bei Blue Note sein erstes wirkliches Soloalbum vor. Gemeinsam mit dem argentinischen Saxophonisten Gato Barbieri, den Cherry in Rom entdeckt hatte, Bassist Henry Grimes und Schlagzeuger Ed Blackwell präsentierte der Kornettist auf "Complete Communion" zwei Suiten, die jeweils eine Albumseite füllten. Der deutsche Musikwissenschaftler und Saxophonist Ekkehard Jost bezeichnete die Musik Don Cherrys als "Alternative sowohl für die athematischen Improvisationen als auch die monothematischen Stücke", die bis dahin den Free Jazz geprägt hatten.

Robert Glasper - Double Booked

Auf "Double Booked" präsentierte Robert Glasper 2009 erstmals Aufnahmen seiner neuen Band Experiment. Die erste Hälfte des Albums hatte der Pianist und Keyboarder noch mit seinem damaligen akustischen Trio eingespielt, die zweite gehörte dann dem neuen elektrifizierten Ensemble, das drei Jahre später mit "Black Radio" ganz groß auftrumpfen und einen Grammy gewinnen sollte. Als Gäste des Robert Glasper Experiment sind der Rapper Mos Def und Neo-Soul-Sänger Bilal zu hören.


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