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28.04.2015

Poll Winner und andere Jazz-Sieger

Various Artists, Poll Winner und andere Jazz-Sieger

"Black Is Beautiful" war in den 1960er Jahren der Name einer soziokulturellen Bewegung in den USA. Es könnte freilich auch der Slogan aller Vinyl-Aficionados sein, einer Spezies, die in den 1990er Jahren vom Aussterben bedroht schien. Doch das hat sich mittlerweile deutlich geändert. Seit 2008 steigt der Vinyl-Absatz jährlich sprunghaft an, mit Wachstumsraten, die stets im zweistelligen Bereich liegen. In Großbritannien führte der Boom gerade dazu, dass dort wieder offizielle LP- und Single-Charts für Vinyl eingeführt wurden.

"Back To Black": Sechs neugemasterte Jazzklassiker, die in keiner Jazzsammlung fehlen sollten

Zu diesem erfreulichen Trend tragen auch Vinyl-Reissue-Reihen wie "Back To Black" bei. In dieser Serie werden neugemasterte Jazzklassiker von zeitlosen Legenden in hochwertigen Vinyl-Pressungen wieder aufgelegt. Und obendrein gibt es dazu noch einen Download-Gutschein. Diesmal erscheinen sechs Alben, die in keiner Jazzsammlung fehlen sollten: Meisterwerke von Miles Davis, Bill Evans, Ornette Coleman, Thelonious Monk, dem Trio Shelly Manne, Barney Kessel und Ray Brown sowie den Trompeten-Stars Art Farmer, Donald Byrd und Idrees Sulieman.

Shelly Manne, Barney Kessel & Ray Brown - The Poll Winners

Der Titel dieses Albums kommt nicht von ungefähr. Denn 1956 hatten Gitarrist Barney Kessel, Bassist Ray Brown und Schlagzeuger Shelly Manne die Jazz-Polls in den Magazinen DownBeat, Playboy und Metronome gewonnen. Aber die drei waren damals nicht nur die Jahrgangsbesten auf ihrem Instrument, sondern verstanden es auch hervorragend zusammen zu musizieren, ohne sich mit Starallüren im Wege zu stehen. Dies zeigt das
1957 entstandene Album "The Poll Winners", das zeitlosen, expressiven Modern Jazz bietet und für Freunde der Jazzgitarre ein absolutes Muss ist.

Miles Davis - Blue Moods

Allein schon durch die nicht alltägliche Quintett-Besetzung mit Posaunist Britt Woodman, Vibraphonist Teddy Charles, Bassist Charles Mingus und Schlagzeuger Elvin Jones sticht "Blue Moods" aus dem Œuvre von Miles Davis weit heraus. Aufgenommen hatte der Trompeter das Album, das als Beispiel par excellence für den Cool-Jazz gilt, 1955 für Mingus' Label Debut Records. Historisch ist "Blue Moods" auch deshalb, weil es die einzige Studiozusammenarbeit zwischen Miles und Mingus dokumentiert.

Bill Evans Trio - Explorations

Etwas mehr als ein Jahr spielten Pianist Bill Evans, Bassist Scott LaFaro und Schlagzeuger Paul Motian schon zusammen, als sie im Februar 1961 ihr zweites Trio-Album "Explorations" aufnahmen. In diesem Zeitraum hatten sie ein geradezu atemberaubendes telepathisches Verständnis entwickelt, das zum neuen Maßstab für Klavier-Trios im Jazz werden sollte. "Das Trio erforschte die von den meisten anderen Musikern ignorierten Schattenseiten der melodischen und rhythmischen Konstruktionen", schrieb Thom Jurek im All Music Guide. "'Explorations' ist ein außergewöhnliches Beispiel für die Reichweite und Breite dieses Trios, das im Zenit seines Könnens stand."

Ornette Coleman - Tomorrow Is The Question!

Um als Solist mehr Gestaltungsfreiheit zu gewinnen, verzichtete Ornette Coleman 1959 bei den Aufnahmen für sein zweites Soloalbum "Tomorrow Is The Question!" auf den Einsatz eines Pianisten. Sein Quartett besetzte er stattdessen mit dem Trompeter Don Cherry (der später auch eine tragende Rolle in Colemans legendärem Free-Jazz-Ensemble spielen sollte), den alternierenden Bassisten Percy Heath und Red Mitchell und Schlagzeuger Shelly Manne. Manne, der oft nur mit dem melodiösen West Coast Jazz assoziiert wird, beweist hier, dass er sich auch in einem avantgardistischeren Umfeld souverän zu bewegen verstand.

Art Farmer, Donald Byrd & Idrees Sulieman - Three Trumpets

Nachdem Art Farmer und Donald Byrd 1956 gemeinsam das Album "Two Trumpets" für Prestige eingespielt hatten, ließen sie ihm ein Jahr später zusammen mit Idrees Sulieman "Three Trumpets" folgen. Das Repertoire bestand ausschließlich aus Originalen der drei Trompeter und ihres Pianisten Hod O'Brien. "Diese Einspielung, die den Charakter einer Jam-Session hat, führte drei der talentiertesten Hard-Bop-Trompeter der 1950er Jahre zusammen", urteilte Scott Yanow im All Music Guide über diesen Klassiker.

Thelonious Monk Quintet - Monk

Mit zwei unterschiedlich besetzten Quintetten nahm Thelonious Monk 1954 sein zweites Soloalbum für Prestige Records auf. Auf der ersten Seite präsentierte er sich mit einer klassischen Bebop-Formation mit Trompeter Ray Copeland, Tenorsaxophonist Frank Foster, Bassist Curly Russell und Schlagzeuger Art Blakey, auf der zweiten Seite dann mit einem ungewöhnlicheren Ensemble, das neben Tenorsaxophonist Sonny Rollins, Bassist Percy Heath und Drummer Willie Jones den Waldhornisten Julius Watkins featurete. Auf "Monk" stellte der Pianist erstmals seine Komposition "Hackensack" vor, benannt nach dem Ort, in dem Rudy Van Gelder sein Tonstudio hatte, bevor er nach Englewood Cliffs umzog.


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