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06.12.2002

Jazz im Super Audio Compact Disc-Format!

Various Artists, Jazz im Super Audio Compact Disc-Format!

Das Verve-Label hatte in Sachen Aufnahme- und Wiedergabetechnik schon immer ein wenig die Nase vorn. Als Norman Granz 1946 damit begann, mitgeschnittene Aufnahmen des ersten "Jazz At The Philharmonic"-Konzerts auf 78er Platten zu veröffentlichen, glaubte niemand an die kommerzielle Verwertbarkeit dieses Tonmaterials. Doch die Scheiben wurden zu einem Renner und dadurch zum Grundstein für eines der erfolgreichsten Label der Jazzgeschichte. Als in den 80ern dann die CD auf den Markt kam, war Verve eines der ersten Jazzlabels, das auf die neue Technologie setzte und Neueinspielungen sowie Aufnahmen aus seinen immensen Tonarchiven in dem neuen Format veröffentlichte.

Jetzt wird als Nachfolger der herkömmlichen CD die sogenannte SACD (Super Audio Compact Disc) präsentiert, die einem sehr viel höhere Klangtreue und weitere Vorteile garantiert. Zum Start ins neue Super-Audio-Zeitalter bietet Verve zunächst fünf Alben an: zwei absolute Klassiker von Ella Fitzgerald & Louis Armstrong und Stan Getz & João Gilberto sowie drei jüngere Veröffentlichungen von Natalie Cole, Al Jarreau und Diana Krall.

 

Seit zu Beginn der achtziger Jahre die digitale Compact Disc die analoge Langspielplatte abzulösen begann, krempelte sich der Musikmarkt völlig um. Das damals neue Medium machte es möglich, Klänge in bis dahin ungewohnter Reinheit zu hören und außerdem einfach zu verwalten. Allerdings stellten sich in Fachkreisen bald die Schwächen der Technik heraus. Zunächst war der Speicherplatz von 700 MB für komplexere Datenmengen zu klein. Außerdem verhinderten spezielle Filter, die Signale über 20.000 MHz kappten, eine tatsächlich naturgetreue Abbildung des Klangspektrums. Man forschte daher weiter, entwickelte die Digital Versatile Disc (DVD) als Medium für Video-Aufzeichnungen und zugleich die DVD Audio als mehrkanalige Archivierungsmöglichkeit für akustische Ereignisse. Ein großes Problem konnte mit der DVD jedoch nicht gelöst werden. Sie speicherte zwar in etwa die siebenfache Menge an Daten im Vergleich zur CD, aber sie konnte nicht auf einem üblichen CD-Player abgespielt werden.

 

Dies ermöglicht einem erst die sogenannte hybride SACD, die man auch problemlos in jedem der bereits auf dem Markt befindlichen CD-Player abspielen kann. Von 1991 an forschte man in den Laboren von Sony und Philips an der Direkt-Stream-Digital-Technologie (DSD), die den hochauflösenden Datenstrom aus dem Analog/Digital-Wandler direkt festhalten konnte. Anno 1996 wurde dann das erste Studio auf DSD-Basis präsentiert und mit ihm entwickelten die Techniker das passende Speichermedium: die Super Audio Compact Disc oder kurz SACD.

 

Die Vorteile der SACD liegen auf der Hand: Der Aufnahme in DSD-Qualität stehen 4,7 Gbyte Speicherplatz zur Verfügung; das genügt, um Tonsignale mit Frequenzen weit über 20 kHz und mit einem Dynamikbereich von 120 dB im hörbaren Frequenzbereich festzuhalten. Außerdem reicht es, um Aufnahmen mit bis zu sechs Kanälen wiederzugeben. Mit anderen Worten: Die Klangfarben der Stimmen und Instrumente erscheinen wesentlich natürlicher. Die Tiefenstaffelung und die Abbildung des Raumes, in dem Musik stattfindet, wird nahezu realitätsgetreu. Der Hörer steht mitten im Geschehen und erlebt den Klang authentischer als jemals zuvor.

 

Und der Clou an der Sache: Die SACD verfügt über zwei Beschichtungen, die abgetastet werden können. Die eine entspricht der hochauflösenden DSD-Technologie. Die andere hingegen läßt sich mit jedem herkömmlichen CD-Player in bestmöglicher Stereo-Qualität abspielen. So ist die SACD das ideale Medium für den Übergang vom digitalen Mittelalter in die klangtechnische Zukunft. Denn der High-End-Spezialist kann mit ihr ungeahnte Welten akustischen Surround-Erlebens erkunden und der traditionelle Musikliebhaber einstweilen die gewohnte Qualität der Aufnahmen genießen. Bis er sich womöglich auch entschließt, mit derselben SACD den Schritt auf eine neue Ebene des Hörvergnügens zu wagen.

 

Das hybride SACD-Format ist kompatibel mit bereits existierenden CD-Medien und -Abspielgeräten. Dies garantiert dem Nutzer, der noch nicht über eine SACD-Ausstattung verfügt, die Werterhaltung seiner Geräte. Vor allem die Nutzung in mobilen Geräten (Auto, tragbare Geräte) ist so gewährleistet.

 

Um Jazzhörern den Einstieg in die neuen Klangdimensionen zu ermöglichen, veröffentlicht Verve zunächst einmal fünf hybride SACDs von bereits zuvor im herkömmlichen CD-Format erschienenen Alben. Es handelt sich im einzelnen um:

  • Ella Fitzgerald & Louis Armstrong - Ella & Louis
  • Stan Getz/João Gilberto - Getz/Gilberto
  • Natalie Cole - Ask A Woman Who Knows
  • Al Jarreau - All I Got
  • Diana Krall - The Look Of Love
Anfang nächsten Jahres werden dann außerdem noch - diesmal als nicht-hybride SACDs - Diana Kralls Erfolgsalbum "When I Look In Your Eyes" und John Coltranes Klassiker "A Love Supreme" nachgereicht.

 

Ein paar Fragen und Antworten zur neuen Super Audio Compact Disc (SACD):

 

Was dürfen Sie erwarten?


Eine exzellente Klangwiedergabe von eigens für das neue Medium SACD abgemischten Stereoaufnahmen und atemberaubend realistischen Surround-Klang. Der Großteil der klassischen SACDs aus dem Hause Universal sind sogenannte Hybrid-SACDs, d.h. sie können sowohl in einem SACD-Player als auch in einem herkömmlichen CD-Player gespielt werden.

 

Was bedeutet exzellente Klangwiedergabe?


Die SACD-Technologie bietet einen wärmeren, klareren und räumlicheren Klang. Erreicht wird dies durch eine größere Dynamik und eine höhere Audio-Bandbreite, als man sie von einer herkömmlichen Compact Disc her kennt.

 

Welche Vorteile bietet der Surround-Klang?


Wenn Sie eine mehrkanalige Surround-Anlage verwenden, werden Sie in Ihrem Wohnzimmer die Atmosphäre eines Live-Konzerts erleben. Seien Sie unbesorgt, wenn Ihre Anlage nicht über einen Sub-Woofer verfügt: Der LFE-Kanal (Low Frequency Effect Channel/Tieftoneffekt-Kanal) dient lediglich dazu, der ganzen Abmischung die "letzte" Würze zu verleihen.


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