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27.05.2005

Sommer der Oper

Various Artists, Sommer der Oper

Immer wieder wurde der Oper bescheinigt, sie sei eine aussterbende Kunst. Sie sei zu teuer, zu aufwändig, unzeitgemäß, meinen die Kritiker und reihen sich damit in das Defilee der Spar-Philister ein, die gerne alles kürzen, was Geld kostet. Der Blick auf die Wirklichkeit allerdings präsentiert ein ganz anderes Bild. Denn nie zuvor war die Opernwelt so bunt und vielfältig wie während der vergangenen Jahre. Neue, große Stimmen wie Cecilia Bartoli oder Juan Diego Flórez haben sich einen Namen machen können und überhaupt scheint das mit zunehmender Begeisterung in die Konzerthäuser strömende Publikum wild entschlossen zu sein, sich die Passion an der Musik nicht verderben zu lassen.

So gibt es viele Gründe für Klassik Akzente, diesen Sommer mit einem Opernspecial einzuläuten - sei es als thematischer Schwerpunkt der Print-Ausgabe des Klassikmagazins oder auch als eigene, in limitierter Auflage erscheinende CD-Zusammenstellung, die unter dem Titel Klassik Akzente Opernspezial Highlight von Anna Netrebko bis Fritz Wunderlich auf einem Schnupper-Album versammelt.

 

Es ist eine illustre Riege berühmter Interpreten. Da ist zum Beispiel Dietrich Fischer-Dieskau, der Jubilar und Gesangstar aller Klassen, der in der umjubelten Version der "Zauberflöte" von 1955 mit Ferenc Fricsay am Pult in die Rolle des Papageno schlüpfen darf und einen der größten Hits der Operngeschichte "Der Vogelfänger bin ich ja" zum besten gibt. Fritz Wunderlich wiederum, der viel zu früh gestorbene lyrische Tenor der sechziger Jahre, gibt sich bukolisch mit der Arie "O Freunde, so leeret in vollen Zügen" aus Verdis "La Traviata". Der andere Jubilar, Luciano Pavarotti, der kommenden Oktober seinen 70.Geburtstag feiern wird, ist mit Donizettis "Deserto In Terra" aus der Oper "Don Sebastiano" vertreten. Wie schon Wunderlich, so ist auch Sándor Kónya mit einer Rarität präsent, die es heutzutage kaum noch zu hören gibt. Seine "Rigoletto"-Arie "Freundlich blick ich auf diese und jene" transferiert Verdi in die deutsche Sprache, was seit der Wiederentdeckung des historischen Klangs in den siebziger Jahren und dem sich daran anschließenden Trend zur Originalsprache selten geworden ist. Unter den jüngeren Kollegen sind es vor allem die Koryphäen, die hervorstechen. Zum einen der peruanische Tenor und Verdi-Spezialist Juan Diego Flórez, der sich der Melodie "Ptoso al Lungo..." aus dem eher selten gespielten Stück "Un Giorno di regno" annimmt. Sein Kollege aus Malta Joseph Calleja eröffnet die CD-Zusammenstellung mit "Quanto è bella" aus Donizettis "L'Elesir D'Amore". Und der Countertenor Andreas Scholl entführt mit Händels "Dall' ondoso Periglio/Aure deh" in einen außergewöhnlichen Klangzusammenhang des Barocks.

Nicht minder prominent besetzt sind die Frauenpartien des Klassik Akzente Opernspezial. Monserrat Caballé etwa bildet den Abschluss der Kompilation mit einem energischen "Suicidio!" aus Ponchiellis "La Gioconda". Eine der erfolgreichsten Sängerinnen ihrer Generation, Cecilia Bartoli, stellt die Arie "Se lo dovessi vendere" aus einem der beliebtesten Alben der vergangenen Jahre mit Stücken von Antonio Salieri vor. Zweimal Gluck gibt es mit den Liedern "O del mio dolce Ardor" und "Vivi, tiranno" zu hören, einmal von Magdalena Kozena, das andere von Marijana Mijanovic angestimmt. Renée Fleming wiederum widmet sich der barocken Konkurrenz mit Händels "Ombra mai fú" und der Senkrechtstarter der Opernszene Anna Netrebko glänzt mit dem Titelsong ihres Albums "Sempre libera". Das alles und noch mehr findet sich auf einer CD, die nur für kurze Zeit in limitierter Auflage im Handel zu finden sein wird. Da heißt es zugreifen, denn so viel großartige Musik wie auf Klassik Akzente Opernspezial gibt es nur selten auf einem Album zu hören.


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