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07.10.2005

Aus der Werkstatt des Meisters

Various Artists, Aus der Werkstatt des Meisters

Die Frage ist nicht, was hinein soll, sondern was man weglassen kann. Denn im Unterschied zu vielen anderen Komponisten hat Wolfgang Amadeus Mozart derart viel Wesentliches geschrieben, dass selbst eine Zusammenstellung mit 20 CDs nur einen Ausschnitt eines monumentalen Oeuvres bieten kann. Auf der anderen Seite ist es wunderbar, dass niemand sich bescheiden muss. Alle zwanzig Kapitel der "Mozart Collection" sind Meisterwerke. Sie können auf die umfassenden Archive der Deutschen Grammophon, Philips und Decca und damit auf die Weltspitze der internationalen Interpreten zurückgreifen. Mit anderen Worten: Es ist eine Basis Edition auf höchstmöglichem Niveau, der perfekte Einstieg in die Klangwelt des Salzburger Genies, der in den kommenden Wochen ausführlich bei klassikakzente.de vorgestellt werden wird.

Man nehme zum Beispiel die Klavierkonzerte. Über die siebziger Jahre hinweg widmete sich der Pianist Alfred Brendel gemeinsam mit dem Kammerensemble Academy Of St Martin In The Fields einer Gesamteinspielung dieses umfangreichen Werkkorpus. Dabei stellte sich heraus, dass der Leiter des Orchesters Sir Neville Marriner und der Solist nahezu identische Vorstellungen von den Zielen hatten, die mit dieser Interpretation erreicht werden konnten. Brendel sprach von dem Dirigenten als der "Verlängerung seines rechten Arms" und genau diese Übereinstimmung führte zu einem Schallplattenereignis, das selbst längst zum Klassiker geworden ist. Für die "Mozart Collection" hat sich das Erfolgsgespann der beiden berühmtesten Konzerte des Komponisten K 466 und K 488 angenommen, eine CD, die für sich allein schon eine Perle der Sammlung darstellt. Um darüber hinaus aber das Spektrum der Darstellungen möglichst offen zu halten, wurde außerdem Einspielungen der Konzerte K 449, K 453 und K 467 in die Box aufgenommen, die zwei Jahrzehnte später mit der Pianistin Maria João Pires und verschiedenen Orchestern unter der Leitung von Claudio Abbado entstanden und dem Feingeist Brendel die verspielte Frische der portugiesischen Kollegin und ihres italienischen Pultsouveräns gegenüberstellen. Denn auch darin besteht die Besonderheit der "Mozart Collection". Sie kann auf einem immensen Fundus außergewöhnlicher Künstler aufbauen und auf diese Weise Facetten der Spielkultur präsentieren, die dem Komponisten aus wechselnden Perspektiven gerecht werden.

Und so ist die Hommage an Mozart nicht nur eine Fundgrube großer musikalischer Momente, sondern kann auch als Who Is Who der Klassikszene gelten. Unter den beteiligten Dirigenten finden sich etwa Sir Georg Solti, Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, Karl Böhm, James Levine, Nicolaus Harnoncourt und Eugen Jochum wieder, die großartige Orchester wie die Wiener, Berliner und Londoner Philharmoniker, das London Symphony Orchestra oder auch das Metropolitan Opera Orchestra leiten. Zu den Solisten und Kammermusikensembles der "Mozart Collection" gehören unter anderem Vladimir Ashkenazy, Daniel Barenboim, Cecilia Bartoli, Placido Domingo, Renee Fleming, Juan Diego Flórez, Anna Netrebko, Luciano Pavarotti, Itzhak Perlman, das Emerson String Quartet oder auch das Melos Quartet. Sie alle widmen sich in in ihren Aufnahmen den Konzerten für Klavier, Violine, Klarinette, Horn und verschiedene andere Blasinstrumente, spielen Serenaden und Sinfonien, Streichquartette und Sonaten, singen Opernarien, Messen und auch das berühmte "Requiem". Es ist ein Defilee der Stars, die sich würdevoll und kompetent vor dem Schaffen Mozarts verneigen und zugleich zeitgemäß und kompakt mit sinnvoll kommentierenden Liner Notes zu den einzelnen Werken präsentiert werden.


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