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19.10.2005

The Sonet Blues Story

Various Artists, The Sonet Blues Story

Das schwedische Label Sonet war eines der ersten Label, das Anfang der 70er Jahre den Blues nach Europa brachte. In der von Sam Charters betreuten Reihe "The Legacy Of Blues" erschienen damals Alben von zahlreichen amerikanischen Größen, die den Blues in allen möglichen Schattierungen präsentierten. Seit kurzem erscheinen diese Aufnahmen in der Serie "The Sonet Blues Story" endlich auf CD.

Mit Blues hatten die drei jungen Schweden Gunnar Bergström, Sven Lindholm und Dag Häggqvist eigentlich noch gar nichts am Hut, als sie in den 50er Jahren in Stockholm ihr Jazzlabel Sonet Records gründeten. Den Blues bekamen die drei eher zufällig durch ihre Nebentätigkeit als Konzertveranstalter. Und dies geschah so: 1962 holten zwei junge deutsche Kollegen namens Horst Lippmann und Fritz Rau zum ersten Mal das "American Folk Blues Festival" nach Europa. Da sie nur Gutes über ihre rührigen schwedischen Kollegen gehört hatten, fragten sie diese, ob sie der Festival-Entourage nicht auch Auftritte in Stockholm verschaffen könnten. Sie konnten. Und sie landeten sogar einen unbeabsichtigten Coup, als sie das Blues-Festival, weil alle anderen Konzertstätten schon gebucht waren, auf die Bühne des eleganten China-Theaters brachten, wo ansonsten populäre Musik-Revuen geboten wurden. Zur ihrer eigenen Verblüffung war das 1000 Plätze bietende Theater im Nu ausverkauft. Durch die Auftritte von Sonny Boy Williamson, Willie Dixon, Muddy Waters und anderen Blues-Größen lernte nicht nur das schwedische Publikum, sondern auch Bergström, Lindholm und Häggqvist den Blues kennen und lieben.

Dies brachte die drei auf die Idee, zunächst auch den Vertrieb für Platten aus den Katalogen von renommierten Blues-Labels wie Chess, Arhoolie und Alligator zu übernehmen. 1971 traten sie schließlich an den Blues-Kenner und Produzenten Samuel Charters heran, um eine eigene Reihe mit Blues-Einspielungen zu lancieren. Die Reihe bekam den Namen "The Legacy Of The Blues" und präsentierte ein breites Spektrum der damaligen Blues-Szene.

Nachdem im Mai diesen Jahres schon acht CDs mit Aufnahmen von Bukka White, Big Joe Williams, Champion Jack Dupree, Snooks Eaglin, Mighty Joe Young, Juke Boy Bonner, Memphis Slim und Robert Pete Williams wiederveröffentlicht wurden, gibt es nun einen zweiten Schub mit zwischen 1973 und 1978 entstandenen Einspielungen von Sunnyland Slim, Eddie Boyd, Otis Rush, Lightnin' Hopkins, Earl King, J.D. Short und einmal mehr Snooks Eaglin. In den Booklets erzählt Sam Charters Sonets Blues-Geschichte und natürlich auch die des jeweiligen Künstlers. Alle Aufnahmen wurden im 24-Bit-Verfahren neu gemastert, enthalten neben den neuen Texten auch die Original-Linernotes und zum Teil noch unveröffentlichte Bonus-Tracks, die bei den damaligen Sessions entstanden waren.


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