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14.12.2005

Heilige Nacht!

Various Artists, Heilige Nacht!

Bald wird es ernst. Da richten sich gespannte Kinderaugen auf den Weihnachtsbaum und das Glöckchen läutet dem Christkind zum Empfang. Eine festliche Atmosphäre ist gefragt und da finden sich in den Katalogen der Deutschen Grammophon, Philips und Decca zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, den Heiligen Abend geschmackvoll zu gestalten. Große Sänger wie Luciano Pavarotti oder seine Kollegin Jessye Norman geben sich die Ehre, Chöre wie die Thomaner aus Leipzig oder die Stimmen des King's College in Cambridge stehen zur Wahl. Und nicht zuletzt gibt es Klassiker wie das Bach'sche "Weihnachtsoratorium" unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt auf DVD zu erleben. Ein Fest!

Offiziell hat sich Luciano Pavarotti während der vergangenen Monate von der Bühne verabschiedet, auch wenn die Gerüchteküche über den einen oder anderen Gala-Auftritt weiterhin brodelt. Fest steht jedenfalls, dass der italienische Tenor zu den wichtigsten Persönlichkeiten seines Fachs im vergangenen Jahrhundert gehört. Und er hat auch über die Jahre hinweg immer wieder sich Melodien aus dem sakralen und kontemplativen Kontext gewidmet. "O Holy Night" kann daher auf Aufnahmen zurückgreifen, die über drei Jahrzehnte hinweg entstanden und Pavarotti mit Werken von Bach über Schubert und Verdi bis hin zu Bizet und Berlioz zusammenbrachten. Das ist wunderbare, emotionsstarke Musik jenseits der Klischees, die nicht nur die Weihnachtszeit feiert, sondern darüber hinaus das immense Ausdrucksspektrum eines genialen Interpreten in Erinnerung ruft.

Ähnlich wie Luciano Pavarotti gehört auch die amerikanische Sopranistin Jessye Norman zur Weltspitze der internationalen Künstlerriege. Ihr volltönendes, zugleich warmes und klares Timbre hat sie in den Siebzigern zur Aida schlechthin an der Mailänder Scala werden lassen, die wiederum zum Ausgangspunkt einer internationalen Karriere wurde. Norman ist jedoch nicht nur für ihre Opernrollen bekannt, sondern hat sich auch als Liedsängerin einen Namen gemacht. Und so empfiehlt sie sich als Solistin von Programmen mit weihnachtlichen Arien, die Gefühl und Präsenz gleichermaßen benötigen. "Jessye Norman At Christmas" ist eine DVD mit zwei vollständigen Konzerten, die während des Zeniths ihres internationalen Erfolgs Ende achtziger und Anfang der neunziger Jahre aufgenommen wurden. Sie fanden in der Pariser Notre Dame und in der Ely Cathedral statt und sind eine ideale festliche Einstimmung in die Zeit der besinnlichen Stunden.

Ebenfalls eine berühmte Aufnahme fand im Herbst 1981 in der barocken Stiftskirche von Waldhausen statt. Damals gab sich der Spezialist für historische Aufführungspraxis Nicolaus Harnoncourt die Ehre, um mit dem Concentus Wien und dem Tölzer Knabenchor das "Weihnachtsoratorium" von Johann Sebastian Bach aufzunehmen. Als Solisten standen ihm neben den Chorsängern auch Koryphäen wie der Tenor Peter Schreier und der Bass Robert Holl zur Seite. Das Musikereignis wurde nicht nur von Tonbändern, sondern auch von Fernsehkameras festgehalten, die die auf klassische Konzertfilme spezialisierte Firma Unitel verwirklichte. Sie sind nun im remasterten Surround-Sound (wahlweise PCM Stereo) auf DVD erschienen und ermöglichen ein Klangempfinden besonderer Güte, das nicht nur die Kunst Bachs, sondern auch das faszinierende musikalische Raumerlebnis modernster Wiedergabetechnik dokumentiert.

Ebenfalls großartige Choraufnahmen sind auf zwei Zusammenstellungen festgehalten: "Essential Carols" entstand mit den Sängern des King's College Choir aus Cambridge und stützt sich vor allem auf die englischsprachige Weihnachtsüberlieferung. Die Aufnahme "Weihnachten mit dem Thomanerchor Leipzig" in der preiswerten eloquence-Edition hingegen präsentiert die Weihnachtsgeschichte mit allen Lesungen und der dazu passenden Musik von Johann Sebastian Bach. Schließlich gibt es dann noch die neu erschienene Sammlung "The Baroque Christmas Album" mit Kompositionen von Bach, Marc-Antoine Charpentier, Giovanni Gabrieli, Heinrich Schütz und Arcangelo Corelli, für die Aufnahmen von Paul McCreesh, Marc Minkowski, Trevor Pinnock und John Eliot Gardiner mit ihren jeweiligen Ensembles herangezogen wurden. Das ist dann die hohe Kunst klassischer Weihnachtsmusik und eine der vielen Möglichkeiten, der Adventszeit den passenden klingenden Rahmen zu geben.


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