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25.01.2006

Vier gitarristische Originale

Various Artists, Vier gitarristische Originale

Mit Aufnahmen von vier recht unterschiedlichen Gitarristen wird die im vergangenen Jahr gestartete CD-Reihe "Verve Originals" fortgesetzt. Während Herb Ellis und Jimmy Raney, von denen hier frühe Alben aus dem Jahr 1956 neu aufgelegt werden, dem Jazzpublikum bestens bekannt sind, dürften die Namen Eddie Fisher und Howard Roberts nur wirklichen Insidern geläufig sein.

Herb Ellis: Ellis In Wonderland
Aufnahmedatum: 1955/56

"Ellis In Wonderland" war das erste Album, das der Gitarrist Herb Ellis zum Jahreswechsel 1955/56 unter eigenem Namen aufnahm. Zu diesem Zeitpunkt war Ellis schon zwei Jahre festes Mitglied des Oscar Peterson Trio und trat auch mit Norman Granz' "Jazz At The Philharmonic"-Entourage auf. Zu Peterson und Bassist Ray Brown, seinen beiden Partnern im Trio des kanadischen Pianisten, gesellten sich hier als Mitspieler auch noch Trompeter Harry "Sweets" Edison, Altsaxophonist Charlie Mariano, Saxophonist/Klarinettist Jimmy Giuffre (ein ehemaliger Studienkollege des Gitarristen) und Schlagzeuger Alvin Stoller. Seinen lyrischen, stark im Blues verwurzelten Spielstil hatte Ellis, als er diese Aufnahmen machte, bereits vollendet entwickelt.

Howard Roberts: Good Pickin's
Aufnahmedatum: 1959

Selbst wenn einem der Name Howard Roberts auf Anhieb nichts sagt, so dürfte der Klang seiner Gitarre doch vielen Musikfans unbewußt bekannt sein, da Roberts über Jahrzehnte hinweg einer der meistbeschäftigten und stilistisch flexibelsten Studiogitarristen der amerikanischen Westküste war. Gitarren-Aficionados kennen den 1992 verstorbenen Musiker auch als Mitbegründer des weltbekannten Guitar Institute of Technology (GIT) in Hollywood. Als Roberts 1959 sein zweites Verve-Album "Good Pickin's" aufnahm, war er zwar noch keine 30 Jahre alt, konnte aber schon auf beinahe zehn Jahre Erfahrung als Studiogitarrist zurückblicken. Mit Unterstützung der Arrangeure Bill Holman (der hier auch Tenorsax spielt) und Marty Paich nahm Roberts ein schnörkelloses Album mit Jazzstandards auf, das in seiner Solodiskographie ein künstlerisches Highlight darstellte.

Eddie Fisher: Eddie Fisher And The Next One Hundred Years
Aufnahmedatum: 1970

Bevor er 1970 für das Chess-/Cadet-Label seine beiden ersten Soloalben "The Third Cup" und "Eddie Fisher And The Next One Hundred Years" aufnahm, hatte sich der Gitarrist Eddie Fisher einen Namen als Begleiter von Rhythm'n'Blues-Größen wie Solomon Burke und Albert King gemacht. Auf seinem nun endlich wiederveröffentlichten zweiten Soloalbum, das bei Insidern als ein absoluter Klassiker des Soul-Jazz gehandelt wird, überraschte Fisher mit unglaublich einfallsreichen Soli, bei denen er nicht selten in psychedelische Gefilde abdriftete.

Jimmy Raney: Featuring Bob Brookmeyer
Aufnahmedatum: 1956

Jimmy Raney, der Vater des ebenfalls als Jazzgitarrist bekannten Doug Raney, galt als der Cool-Jazz-Gitarrist par excellence. Obwohl er schon seit 1953 Alben unter eigenem Namen herausgebracht hatte (u.a. mit Phil Woods und Sonny Clark), gelang ihm der große Durchbruch erst mit diesem 1956 eingespielten Werk. Als Partner stand Raney dabei vor allem der Ventilposaunist und Arrangeur Bob Brookmeyer zur Seite. Akzente konnten als Solisten aber auch die beiden Pianisten Dick Katz und Hank Jones setzen, die bei jeweils vier Titeln zu hören sind.


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