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08.02.2006

French Connections

Various Artists, French Connections

Vor zwei Jahren feierten die Kollegen von der französische Jazzabteilung von Universal Music ihren 15. Geburtstag, indem sie zwei Serien mit Wiederveröffentlichungen aus ihrem umfangreichen Labelkatalog starteten: In der Heritage-Reihe legten sie damals klassische Einspielungen von amerikanischen und französischen Jazzmusikern aus den 40er bis 60er Jahren neu auf, in der Anniversary-Serie Highlights der letzten 15 Jahre.

Nun folgen in der Heritage-Reihe acht weitere Alben, die überwiegend in den 90er Jahren von amerikanischen Musikern wie John Abercrombie, Andy LaVerne, Steve Grossman, Jerry Bergonzi, Bunny Brunel, Jeff Gardner und Rick Margitza für das französische Label Musidisc eingespielt wurden. Sämtliche Aufnahmen wurden im 192kHz/24BIT-Remastering-Verfahren neu abgemischt und zum Teil durch bisher unveröffentlichte Aufnahmen und Alternate Takes ergänzt.


Andy LaVerne - Natural Living
Aufnahmedatum: 1989

"Natural Living" war 1989 das erste Album, das der Pianist Andy LaVerne gemeinsam mit dem Gitarristen John Abercrombie aufnahm. Das Zusammenspiel der beiden Musiker erinnerte Kritiker damals spontan an die legendäre Kooperation von Bill Evans und Jim Hall. Was nicht weiter verwunderlich war, da LaVerne einst bei Evans Privatunterricht hatte und Hall zu Abercrombies größten Vorbildern gehörte. Für "Natural Living" spielte das Duo ein Programm aus acht Eigenkompositionen und vier Standards ein. Die beiden Protagonisten verstanden sich dabei auf Anhieb so gut, daß sie in den folgenden Jahren noch öfter zusammen ins Studio gingen.


Andy LaVerne - First Tango In New York
Aufnahmedatum: 1993

Als aufmerksamer Begleiter des Tenorsaxophonisten Stan Getz ist der Pianist Andy LaVerne Ende der 70er Jahre in der Jazzwelt bekannt geworden. Zur selben Zeit nahm er auch seine ersten Soloalben auf. Mit Joe Lovano, einem exzellenten Saxophonisten ganz anderen Kalibers, präsentierte sich LaVerne 1993 auf seinem Album "Tango In New York". Zusammen mit Bassist Stve LaSpina und Schlagzeuger Bill Stewart nahmen die beiden dafür sechs seltener gehörte Jazzstandards und zwei wunderbare Kompositionen LaVernes auf. Die CD enthält als Bonus-Track eine Aufnahme von "You're My Thrill".


Jerry Bergonzi - Vertical Reality
Aufnahmedatum: 1994

Die Tatsache, daß Jerry Bergonzi heute nicht bekannter ist, kann man wohl vor allem darauf zurückführen, daß dieser versierte Saxophonist sich in erster Linie als festangestellter Professor am Bostoner New England Conservatory und Lehrer bei Workshops in der ganzen Welt verdingte. Daß er auch ein exzellenter Solist ist, bewies Bergonzi nicht zuletzt auf "Vertical Reality". Für das 1994 aufgenommene Album, das als sein vielleicht bestes gilt, gelang es dem Saxophonisten, mit Pianist Andy LaVerne, Gitarrist Mike Stern, Bassist George Mraz und Schlagzeuger Billy Hart durchweg erstklassige Musiker um sich zu scharen. Diese CD-Neuauflage enthält zuvor unveröffentlichte Alternate-Takes von "On Green Dolphin Street" und "Windows".


John Abercrombie - Farewell
Aufnahmedatum: 1993

Auf "Farewell" knüpften Gitarrist John Abercrombie und Pianist Andy LaVerne 1993 an die Zusammenarbeit an, die sie vier Jahre zuvor auf dem Duo-Album "Natural Living" begonnen hatten. Allerdings holten sich die beiden Protagonisten diesmal den Bassisten George Mraz und den Schlagzeuger Adam Nussbaum zur Verstärkung ins Studio und spielten bis auf den einen Standard, mit dem sie schwungvoll das Album eröffneten, ausschließlich selbst komponierte Songs ein.


Bunny Brunel - Dedication
Aufnahmedatum: 1992

Allein die Besetzung dieses Albums des ehemaligen Chick-Corea-Bassisten Bunny Brunel dürfte Fusion-Kenner mit der Zunge schnalzen lassen: Mit dem Gitarristen Mike Stern, dem Pianisten Billy Childs und dem Schlagzeuger Vinnie Colaiuta versammelte Brunel 1992 für die Einspielung von "Dedication" eine veritable All-Star-Band um sich. Als Gaststar stieß bei einem Titel außerdem Chick Corea hinzu. Musikalisch wartete Brunel hier mit einem ebenso überraschenden wie gelungenen Ausflug in den akustischen Jazz auf. Im Repertoire hatte er neben Jazzklassikern auch moderne Standards von Wayne Shorter, Herbie Hancock, Steve Swallow und Corea sowie zwei Eigenkompositionen.


Steve Grossman - Reflections
Aufnahmedatum: 1990

Seine professionelle Laufbahn begann der Saxophonist Steve Grossman mit einem wahren Paukenschlag, als er 1969 im Alter von gerade einmal 18 Jahren den großen Wayne Shorter in der Band von Miles Davis ablöste. Und obwohl er sich in der Folge als origineller Adept von John Coltrane und Sonny Rollins erwies, ist er im Prinzip bis heute ein "musicians' musician" geblieben, der auf erfrischende Weise vor allem die Traditionen des Bebop und Hard-Bop weiterpflegte. Auf diesem Live-Album, das er 1990 mit zwei französischen Begleitern machte, erweist sich Grossman als kraftvoller und inspirierter Improvisator. Diese CD-Ausgabe bietet drei bislang unveröffentlichte Aufnahmen von "A Foggy Day", "Ray's Idea" und "Circus".


Michel Graillier & Alain Jean-Marie - Portrait In Black And White
Aufnahmedatum: 1991

Der 2003 verstorbene belgische Pianist Michel Graillier war einst Mitglied der Fusion-Band Magma, begleitet in den 80er Jahren häufiger Chet Baker und machte seine letzten Aufnahmen kurz vor seinem Tod mit dem Saxophonisten Steve Lacy. Als Begleiter amerikanischer Jazzstars (u.a. Dee Dee Bridgewater und Abbey Lincoln) machte sich auch Grailliers aus Guadeloupe stammender und seit den frühen 70er Jahren in Paris lebender Instrumentalkollege Alain Jean-Marie international einen Namen. Auf diesem Duo-Album aus dem Jahr 1991 zeigen die beiden frankophonen Pianisten, welcher Klangfarbenreichtum sich aus den schwarzen und weißen Tasten ihres Instruments herauskitzeln läßt. Als Bonus enthält die CD einen Alternate-Take von "How Deep Is The Ocean?" und den Titel "Bars For Barney".


Jeff Gardner & Rick Margitza - Second Home
Aufnahmedatum: 1994

Dem Beispiel einer ganzen Reihe amerikanischer Jazzmusiker folgend, zog es den New Yorker Pianisten Jeff Gardner 1977 nach Paris. Doch anders als die meisten seiner Landsleute, die nach ein paar Jahren in Frankreich wieder in die USA zurückkehrten, blieb Gardner zwei Jahrzehnte dort. Das Album "Second Home", das er - wie der Titel schon sagt - seiner zweiten Heimat widmete, entstand kurz bevor in seine erste Heimat zurückging. Als Partner stand ihm dabei vor allem der Tenorsxophonist Rick Margitza zur Seite, der 1988 Mitglied der Miles Davis Group war. Komplettiert wird das exzellente Line-up durch den damals erst 16jährigen brasilianischen Gitarrenvirtuosen Nelson Veras, den italienischen Bassisten Riccardo del Fra und den französischen Schlagzeuger Simon Goubert.


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