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09.06.2015

Vianney, "Idées Blanches"

Seine Lieder versprühen die Farbenpracht und Wärme eines Freudenfeuers und verfügen über die Kraft, ein breites Publikum für sich zu entflammen. Mit seinem Debütalbum betritt der stimmgewaltige Songwriter Vianney mit einem Paukenschlag die Musikbühne. Unangestrengt und ohne Klischees.

Idées blanches ist die Geschichte eines Musikers, dem dies bis zur Entstehung dieser 12 Stücke selbst kaum bewusst war. Im Alter von gerade einmal 23 Jahren präsentiert sich der Texter, Komponist und Interpret dieser Lieder in einer Art schillernder Zurückhaltung – mit Haut und Haaren, in wechselnden, mitunter bis ins Paradoxe widersprüchlichen Gefühlen, ohne aber dabei jemals zur Karikatur zu werden. Hingebungsvoll und mitreißend webt der Autodidakt Vianney, der tatsächlich gerade sein Diplom in der Haute Couture gemacht hat, den Stoff seiner Träume und bringt seine Akkorde, gefüttert mit Leinen oder Satin, zum Glänzen.

Französischer Chanson als Kultur von klein auf

Lange Zeit befand sich die Musik für Vianney an einem anderen Ort, jenseits des Möglichen: "Ich habe mit 12 Jahren begonnen, Gitarre zu spielen, dachte aber nie daran, einmal Sänger zu werden. Allerhöchstens vielleicht Gitarrist... Im Laufe der Zeit interessierten sich dann aber immer mehr Leute für meine Lieder und überzeugten mich schließlich davon, dass sie so schlecht nicht sein konnten." Nach dem Abitur im Militärinternat von Saint-Cyr, wo er drei Jahre verbringt ("eine unglaubliche Erfahrung, man hörte mir dort zu und ermutigte mich, weiterzumache2") folgen ein Wirtschaftsstudium in Frankreich und London und schließlich der Besuch einer Modeschule in Paris. Seine Leidenschaft für die Musik ist jedoch nicht neu: Bereits als kleines Kind führt sein musikbegeisterter Vater ihn in die Welt des französischen Chansons ein, mit Künstlern wie Barbara und Dick Annegarn, Thomas Fersen oder Maxime Le Forestier. "Das französische Chanson," so Vianney, "ist meine Kultur. In Bezug auf die Texte habe ich nirgendwo etwas Vergleichbares gefunden."

Chansons mit bildhafter Sprache

Die Kunst des musikalischen Gimmicks liegt dem subtilen Komponisten und feinfühligen Stilisten besonders am Herzen. Seine auf den ersten Blick einfach anmutenden Texte bestechen durch ihre natürliche Gutmütigkeit und ihren geschärften Blick auf Andere. Vianney gelingt es, in wenigen Sätzen ein Bild, einen Augenblick, ein Gefühl einzufangen: "Ich versuche, etwas hervorzurufen, eine leichte Gänsehaut, ein Lachen, eine Träne... Es gefällt mir, die Flüchtigkeit von Gefühlen zu beschreiben. Auf meinem Album finden sich alle Gefühle wieder, bis auf Hass vielleicht. Das kann ich nicht." Seine Poesie des Augenblicks zeigt sich in diesen Songs, die er über die Jahre zusammengetragen hat: irgendwo zwischen den pulsierenden Straßen der Welt und kleinen Kirchhöfen, zwischen Balletthäusern und traditionellen Johannisfeuern. Detailverliebte Chansons, gekonnt arrangiert, von seiner ersten Single "Je Te Déteste" bis hin zum herzerweichend melancholischen "Pas Là": Idées Blanches ist voller Glanzstücke von verblüffender Aufrichtigkeit.

Doch so offen es auch sein mag, letztlich ist und bleibt Idées Blanches ein sehr persönliches Album voller Überzeugungen und intimer Entscheidungen. Durch all die stimmlichen Arabesken, Risse und Sprünge, durch all die Höhen und Tiefen, scheint Vianney immer als ein Mann des Austauschs und der Motivationen hindurch, als der Mann, der er ist. Mit 100 Euro in der Tasche reiste er im Rahmen einer Wette per Anhalter bis in die Türkei, oder auch mit dem Fahrrad nach Schweden. 2012 fuhr er mit dem Elektroroller quer durch Frankreich. "Ich musste meine Kiste ständig aufladen, manchmal dreimal am Tag, so dass ich ständig an irgendwelche Türen klopfte. Ich liebe es, ohne Geld zu reisen, unter freiem Himmel zu schlafen, unter Bedingungen, die mich dazu zwingen, auf andere zuzugehen und mich gleichzeitig auf mich selbst zurückzubesinnen."

Aus dieser manchmal amüsanten, oft aber auch kräftezehrenden Konfrontation mit der Realität schöpft er die Ideen für seine Lieder, in denen er, mit Unterstützung seiner Gitarre, die ihn überallhin begleitet, unverblümt einen nicht immer rosigen Alltag beschreibt ("Les gens sont méchants"). Manche wollen in "Tu le sais" die Wärme eines Pierre Vassiliu und seine fröhliche Nord-Süd-Beziehung erkennen; andere hören aus der Leichtigkeit, mit der er schon in den ersten Takten von "Aux débutants de l'amour" seelischen Schmerz in schöne Musik verwandelt, die Empfindsamkeit eines Stromae heraus oder die feine Handwerkskunst eines Renan Luce. Unhaltbar und unmittelbar erinnern Hymnen wie "On est bien comme ça" oder "Veronica" nacheinander an Gérald de Palmas und Jean-Jacques Goldmann, mit dem Vianney, ohne es zu wissen, sowohl die melodische Selbstverständlichkeit als auch den Sinn für das Menschliche teilt.

Irgendwo zwischen Pop und lebendigem Folk

Um das Wesen dieser CD einzufangen, vertraut er auf Antoine Essertier (Daran et les Chaises, Soha, Boulevard des Airs). Irgendwo zwischen Pop und lebendigem Folk sowie hier und da mäandernden Elektronikeinflüssen ist das Ergebnis dieser Studiosessions in sich stimmig und absolut rund. "Ich wollte einen holzigen, trockenen Klang", erläutert Vianney, "viel Gitarre und vor allem Rhythmus, sodass man die Titel mit sechs Saiten und einem großen Korpus spielen kann... mal abgesehen von der kleinen Prise Autotune bei 'Labello'", dieser Ode an die Freude, in der es um einen Kuss auf den Champs-Elysées geht.

Neben dem Gitarrenspiel von Vianney und den wenigen Elektroriffs von Antoine Essertier lebt das in nur drei Wochen in der Auvergne eingespielte Album Idées Blanches auch von der mal kraftvollen, mal leichthändigen Präsenz von Julien Tekeyan am Schlagzeug, von seinem Bruder Geoffroy am Bass und von Cyril Barbessol am Klavier. Gemeinsam ist es ihnen gelungen, dieses Debütalbum zu einem Spielfeld zu machen, auf dem Einzigartigkeit und Modernität Hand in Hand gehen.

Idées Blanches: eine CD mit Tiefgang, leichten Melodien und eingängigen Refrains. Die Musik von Vianney baut Brücken zwischen Chanson und meisterlicher Vielfalt.