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24.01.2007

Vienna Teng - Dreaming Through The Noise

Vienna Teng, Vienna Teng - Dreaming Through The Noise

Es ist noch gar nicht so lange her, daß Vienna Teng das Singen und die Songschreiberei lediglich als Hobby betrieb. Sie hatte an der Stanford University ihren Diplomabschluß als Informatikerin gemacht und bereits einen vielversprechenden Job als Software-Ingenieurin im Silicon Valley angetreten. Doch dann siegte ihre Leidenschaft für die Musik und sie wagte einen riskanten Karrierewechsel, der sich indes schon bald auszahlen sollte. Zwei von der Kritik in höchsten Tönen gelobte Alben hat die 27jährige seitdem veröffentlicht: 2002 "Waking Hour" und 2004 "Warm Strangers" - letzteres brachte sie in drei Billboard-Charts (Top Heatseekers, Top Independent Albums und Top Internet Albums) und auf Platz 2 der Bestsellerliste des Online-Musikhändlers Amazon. Vienna Teng trat in der "Late Show" von David Letterman auf und eröffnete Konzerte von Shawn Colvin, Joan Osborne, Patty Griffin, Joan Baez und den Indigo Girls.

"Die Leute fragten mich immer, was für eine Art Musik ich mache. Und ich wußte nie, was ich darauf antworten sollte", erzählt Vienna. "Ich arbeite sehr häufig mit klassisch ausgebildeten Musikern zusammen, aber den größten Einfluß übte auf mich die Folkmusik der 70er Jahre aus. Deshalb nenne ich meine Musik heute Kammerfolk." In Larry Klein (der u.a. mit Madeleine Peyroux, Joni Mitchell und jüngst Till Brönner zusammenarbeitete) fand sie genau den richtigen Produzenten für ihre Musik. Ihr neues Album "Dreaming Through The Noise" beeindruckt mit einer breiten Palette sehr eingängiger und doch ungemein subtiler Songs, die keinen Zweifel daran lassen, daß Vienna Teng - obwohl sie noch ganz am Anfang ihrer Karriere steht - bereits eine meisterhafte Songschreiberin ist.
 
Der San Francisco Chronicle schrieb einst über sie: "Ihre Songs gleichen Träumen: Bilder werden oft nur angedeutet, aber die Emotionen, die sie in einem in Erinnerung rufen, sind klar und deutlich." Auf die Lieder des neuen Albums "Dreaming Through The Noise" trifft dies mehr denn je zu.
 
Das Album beginnt mit dem stimmungsvoll verträumten "Blue Caravan", einem Song über eine imaginäre Romanze, und endet mit dem unter die Haut gehenden, intimen "Recessional", in dessen Lyrics schließlich auch der Titel des Albums erwähnt wird. Dazwischen beschert einem die in San Francisco beheimatete Sängerin und Pianistin eine atemberaubende Serie erstklassiger Songs, die einem trotz einiger exotischer Ingredienzen (die Einflüsse reichen von chinesischer Musik über Bossa Nova bis zum Tango) auf Anhieb verblüffend vertraut erscheinen. In Stücken wie "City Hall", "Pontchartrain" und "One Bedroom, One Bath (1 br /1 ba)" offenbart sie ihr Talent als Geschichtenerzählerin. Das mit einem Country-Einschlag versehenen "City Hall" schrieb sie, nachdem sie im Februar 2004 in den Nachrichten gelesen hatte, daß San Franciscos Bürgermeister gleichgeschlechtliche Ehen zulassen würde. Das zutiefst bewegende "Pontchartrain" entstand wiederum nach der durch den Wirbelsturm Katrina ausgelösten verheerenden Überflutung von New Orleans. Tengs gehauchter Gesang erinnert hier auf wunderbare Weise an die legendäre Jazz-Chanteuse Helen Merrill. Das phantastische Arrangement von "Transcontinental, 1:30 a.m." wartet mit einem entspannten Bossa-Nova-Groove und einem Gänsehaut erzeugenden gestopften Trompetensolo von Till Brönner auf, während in dem ein wenig an Tori Amos erinnernden "I Don't Feel So Well" Elemente von klassischer Musik und Tango miteinander kombiniert wurden. Mit einer perlenden Piano-Intro leitet sie den wohl größten Ohrwurm dieses Albums ein: "Whatever You Want".
 
Das Ensemble, mit dem "Dreaming Through The Noise" eingespielt wurde, stellte Vienna Teng in enger Kooperation mit ihren Produzenten Larry Klein zusammen. Sie selbst brachte zwei Musikerinnen mit, die sie vorher schon auf Tourneen begleitet hatten: die Cellistin Marika Hughes und die Violin- und Violaspielerin Dina Maccabee. Über diese wiederum erhielten Teng und Klein Kontakt zu Mark Orton, der die außerordentlich spannenden Streicherarrangements für das Album schrieb, und zur Violistin Carla Kihlstedt. Die beiden bildeten einst mit dem Keyboarder und Akkordeonist Rob Burger das Tin Hat Trio, ein akustische Kammerensemble, das Blues, Bluegrass, neoklassische Musik, osteuropäische Folklore und Avantgarde miteinander vermischte und mit Gästen wie Tom Waits und Willie Nelson auftrat. Die Rhythmusgruppe auf "Dreaming Through The Noise" besteht aus Gitarrist Dean Parks (einem unglaublich vielseitigen Studiomusikveteranen), Bassist David Piltch (u.a. Holly Cole, Lizz Wright und Sophie B. Hawkins) und Schlagzeuger Jay Bellrose (Paula Cole, Suzanne Vega). Komplettiert wird das Line-Up durch die Gäste Lee Thornburg (Trompete und Flügelhorn) und Frank Marocco (Akkordeon)."Musikalisch wollte ich diesmal weitergehen als auf meinen ersten beiden Alben", sagt Vienna Teng. "Deshalb habe ich mir auch ein ganzes Jahr Zeit genommsen, um die Songs zu schreiben. Ich hörte mir jede Menge Musik an, der ich vorher nie besonders viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte: zum Beispiel HipHop, avantgardistische Kammermusik, Bluegrass - Hauptsache, es brachte mich weg von der eingefahrenen Schiene. All diese neuen Klänge beeinflußten auf sehr subtile Art mein Songwriting. Außerdem probierte ich auf diesem Album ein paar für mich neue Dinge aus, sowohl am Piano als auch mit meiner Stimme. Ich wollte experimentieren und die Leute, die mich bereits kennen, überraschen - allerdings ohne mich selbst zu verleugnen."
 
Daß ihr dies bestens gelungen ist, beweisen die elf starken Songs von "Dreaming Through The Noise", die allesamt aus der Feder der jungen Künstlerin stammen. Dieses Album läßt wirklich nichts zu wünschen übrig. Die amerikanische Presse entdeckte in Vienna Teng jedenfalls schon ihr neues Darling: Die Washington Times beschrieb ihre Sopranstimme als "smooth and sophisticated", das Magazin Paste attestierte ihr Sinnlichkeit; Entertainment Weekly lobte die "verschlungenen Pianoarrangements" und die Philadelphia Daily News ihre "smarte und introspektiven Lyrik"; und die San Jose Mercury News nannte sie gar "ein Kind von Chopin und Sarah McLachlan".


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