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04.08.2015

Wanda, Niente, 2017

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat man aufwendig und wortreich seinem Gegenüber erklären müssen, von welcher Wiener Band man denn hier gerade spricht. Heute genügt eigentlich bloß ein Wort und jeder ist sofort im Bilde: "Amore"!

Denn was waren das bloß für drei irre Jahre? Drei Jahre, an deren Anfang sich eine völlig unbekannte Band von Wien aus aufmachte, um ihre Botschaft in die Welt zu tragen. Mit wenig mehr als ein paar abgefuckten Raulederjacken, einem schier endlosen Zigarettenvorrat und zwei Säcken voller Hits im Kofferraum. Der Rest war Chaos, Hysterie und Ekstase. Fast im Alleingang haben Wanda den Rock ’n‘ Roll im deutschsprachigen Raum gerettet – und dabei neue Superlative definiert.

Wer hätte je damit gerechnet, dass sich im verschlafenen Wien fünfzehn Jahre nach Falco noch einmal eine solche Pop-Karriere starten ließe? Vermutlich nicht einmal Marco Michael Wanda (Gesang, Gitarre), Christian Immanuel Hummer (Keyboard), Manuel Christoph Poppe (Gitarre), Reinhold Weber (Bass) und Lukas Hasitschka (Schlagzeug) selbst. 

Von Wien bis Berlin verzehren sich plötzlich alle nach "Amore": In Österreich klettert das Debüt der Band bis auf Platz 2 und hält sich 106 Wochen lang in den Charts. Damit zählt sie zu den 25 meistverkauften Platten der österreichischen Hitparade seit 1973. Die optimistischen 500 Stück der Erstauflage werden innerhalb kürzester Zeit mehr als verhundertfacht: Gold. Platin. Doppelplatin. In erstaunlich kurzer Zeit ist es Wanda gelungen, sich in Österreichauf ein Platin-Level hochzuspielen,und mit "Amore" sein eigenes Schlagwort ins Wörterbuch der deutschsprachigen Popkultur zu zimmern. Und da ist jetzt noch nicht mal über die kollektive Euphorie an der Schwelle Hysterie gesprochen, die Wanda in den drei Jahren auszulösen vermochten.

Der Nachfolger erscheint kaum ein Jahr später bei Universal und steht dem um nichts nach. "Bussi" schießt mit den Singles "Bussi Baby", "Meine beiden Schwestern" und "1, 2, 3, 4" an die Spitze der Charts. In Österreich hält sich das Album vier Wochen lang auf Platz 1. Auch in Deutschland und der Schweiz knackt es die Top 10. Die Feuilletons überschlagen sich mit Lob, es hagelt Auszeichnungen bei den Amadeus Austrian Music Awards (u.a. Band des Jahres 2016, Live-Act des Jahres 2016). Und als der Schriftsteller Rainald Goetz 2015 den Büchnerpreis erhält, beendet er seine Dankesrede mit einer Redewendung, die mittlerweile in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist: "Wenn jemand fragt, wofür du stehst sag: für Amore!" 

Mit "Niente" folgt 2017 nun das dritte Werk. Schon der Titel passt perfekt in die Wanda-Sphäre zwischen "Amore" und "Tante Cecarelli". Irgendwie pendelt die Band in ihren Songs ja immer ein wenig zwischen Italien und Österreich und von da aus in die Herzen. Alles oder nichts.

 


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