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07.10.2005

Will Downing - Soul Symphony

Will Downing, Will Downing - Soul Symphony

In den 80er und 90er Jahren betrat eine ganze Reihe neuer liebenswürdiger und stilvoller Soul-Sänger die Musikszene. Doch nur wenige von ihnen überstanden die Stürme des Musikbusiness und konnten sich auf Dauer etablieren. Und nur einer schaffte es wirklich ins Pantheon der Soul-Größen einzuziehen: Dieser Mann ist Will Downing. Downing besitzt wohl die sanfteste und einschmeichelndste Stimmen unter den Romantikern der zeitgenössischen Rhythm'n'Blues-Szene und wird zurecht als direkter Abkömmling von Soul-Legenden wie Anita Baker, Luther Vandross und Barry White gehandelt. Auf seinem zwölften Album "Soul Symphony" geht Will Downing nun wahrlich mit aller Leidenschaft zu Werke.

Seit nunmehr sechzehn Jahren betreibt Will Downing mit seiner sinnlichen Baritonstimme bei Soul-Fans musikalische Seelenmassage. Begonnen hatte er seine Karriere in den 80er Jahren u.a. als Background-Sänger von Dionne Warwick, Kool & The Gang, Jonathan Butler und Billy Ocean. Auch auf Club-Produktionen des HipHop-Pioniers Arthur Baker wirkte er damals mit. Sein Solodebütalbum "Will Downing" machte der in Brooklyn geborene Sänger und Songwriter 1988 für 4th & B'Way/Island Records. Die absoluten Highlights des Albums, das ihm in Großbritannien sogleich eine Goldene Schallplatte einbrachte, waren eine Dance-Version des John-Coltrane-Klassikers "A Love Supreme" und eine einfühlsame Interpretation des Deniece-Williams'-Songs "Free". So erwarb sich Downing schon früh den Ruf, ein exzellenter Interpret klassischen Materials zu sein.

In den anderthalb Jahrzehnten darauf folgten die Alben "Come Together As One" (1989), "A Dream Fulfilled" (1991), "Love's The Place To Be" (1993), "Moods" (1995), "Invitation Only" (1997), "Pleasures Of The Night" (1998), "All The Man You Need" (2000), "Sensual Journey" (2002), "Emotions" (2003) und "Christmas, Love And You" (2004), auf denen er jede Menge Songs coverte - von Paul Davis' "I Go Crazy" über Angela Bofills "I Try" und "Stop, Look, Listen (To You Heart)" von den Stylistic, Janet Jacksons "Anything" und Ephraim Lewis' "Drowning In Your Eyes" bis hin zu Bill Withers' "Grandma's Hands".

Mit seinen Alben plazierte sich Downing jedes Mal auf den vorderen Rängen von Billboards Rhythm'n'Blues/HipHop- sowie Contemporary Jazz-Chart. Zu seinen größten Hits (von denen er etliche selber schrieb) zählen unter anderem "Sorry, I", "Do You Still Love Me?", "Nothing Has Ever Felt Like This" (ein Duett mit Rachelle Ferrell), "When You Need Me" (ein Duett mit Chanté Moore), "Don't Talk To Me Like That" und "A Million Ways". Bekannt ist Downing aber auch für seine unter die Haut gehenden Live-Auftritte, mit denen er sein (vornehmlich weibliches) Publikum in den USA und Europa immer wieder verzaubert. Nicht selten teilte er die Bühne auch mit anderen großen Stars wie Gerald Albright, George Duke, Regina Belle, Jonathan Butler, Art Porter, Lee Ritenour, Vesta oder Billy Joel.

Bei der Produktion seines neuen Album "Soul Symphony" standen Will Downing drei langjährige, profilierte Mitarbeiter wie Rex Rideout, Chris Davis und Ronnie Garrett zur Seite. Zu den bewegendsten Stücken dieses Albums zählen die Titel "Make Time For Love", "Will Still Loves You" und "Heart Of Mine". Die absolute Krönung ist jedoch zweifellos Will Downings Hommage an den am 1. Juli 2005 verstorbenen Luther Vandross, für die er Luthers klassisches Arrangement von Leon Russells "Superstar" übernahm.

"Make Time For Love" ist ein Song, der - so Will Downing - alles repräsentiert, für das er als Künstler steht. Will und Rex schrieben ihn gemeinsam mit Marc Nelson, einem Protegé von Kenneth "Babyface" Edmonds und Mitglied der Gesangsgruppe Az Yet. Das Trio brauchte nicht einmal eine Stunde, um den Song zu Papier zu bringen. "Make Time For Love" unterstreicht, daß Downing ein Meister ist, wenn es darum geht, vor Leidenschaft geradezu glühende Liebeslieder zu schreiben. In die 3/4-taktige Koda des Songs bauten Downing, Rideout und Nelson raffiniert eine Passage ein, die an den Coltrane-Standard "My Favourite Things" angelehnt ist. "Dieses Stück definiert meinen Stil, der weit über die Fusion von Soul und Jazz hinausgeht", meint Downing zufrieden.

Noch persönlicher geht es in dem Stück "Heart Of Mine" zu, das Will seiner Frau widmete. "Auf jedem meiner Alben habe ich zumindest einen Song, der offenbart, wie ich mich gerade emotional und spirituell fühle. Dieses Lied gewährt einen kleinen Einblick in das Intimleben von mir und meiner Lady." Mit "Heart Of Mine" kreierten Will Downing und Rex Rideout ein Lied, mit dem sich jeder Verliebte identifizieren kann.

Besondere Erwähnung verdient auch ein Song, den Will gemeinsam mit Ronnie Garrett schrieb: "Will Still Loves You" ist allen hart arbeitenden und alleinerziehenden Müttern gewidmet, die sich nach Liebe verzehren. "Das ist gewissermaßen mein Gesangsversion von (Rapper) Tupac Shakurs 'Keep Your Head Up'", erläutert Downing. "Ich lerne bei meinen Tourneen immer mehr Frauen kennen, die sich in einer solchen Situation befinden. Deshalb entschloß ich mich dazu, dieses Thema endlich mal zur Sprache zu bringen."

Will Downing macht nie einen Hehl aus seiner Verehrung des legendären Luther Vandross, der völlig unbestreitbar auch einen großen Einfluß auf seine eigene musikalische Entwicklung ausübte. Im zu Ehren interpretierte er auf sehr subtile und respektvolle Art "Superstar" - einen Song, den Vandross zwar nicht selber schrieb, den er sich aber 1983 zueigen machte, um damit sein Album "Busy Body" zu beenden. Rex Rideout - der für GRP Records das Grammy-nominierte Vandross-Tribut-Album "Forever, For Always, For Luther" koproduzierte - lud Will dazu ein, dieses Stück am 27. Oktober 2004 bei einer Tribut-Show mit dem Titel "A Concert For Love" im Theater am Madison Square Garden in New York vorzutragen. Wills Darbietung war einer der umjubelten Höhepunkte des Abends. Für "Soul Symphony" hat Will Downing diese Nummer noch einmal überarbeitet.

"Es gibt zwei Künstler, deren Songs ich eigentlich nie interpretieren wollte: Donny Hathaway und Luther Vandross", gesteht Will. "Um über meinen Schatten springen zu können, mußte ich mir zunächst einmal darüber im Klaren sein, daß ich das Original nie übertreffen würde. Außerdem ging es hier ja nicht einfach um eine Interpretation des Songs, sondern um eine Hommage an Luther. Ich liebe Luther, und mit diesem Song zolle ich ihm meinen Respekt. Ich habe versucht, das Beste daraus zu machen... aber wenn mir das gelungen ist, dann verdanke ich dies einzig und allein Luther."


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