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02.09.2009

Biographie 2009

Als sich Dieter Meier und Boris Blank 1979 in einem Plattenladen in Zürich kennen lernten, war wohl noch nicht klar, dass damit der Grundstein für eines der kühnsten musikalischen Projekte der kommenden 30 Jahre gelegt wurde. Es deutete sich aber bald an. Denn nur echte Visionäre konnten Ende der 70er Jahre, zur Blütezeit von Disco, auf die Idee kommen, als Ort für eine erste gemeinsame Session eine Auto-Testlabor zu wählen. Dort nahmen Meier und Blank die Sounds eines messerscharfen Stahlzerkleinerers auf, die sie anschließend zu experimenteller Musik verarbeiteten. Weitere Experimente, bei denen Gorilla-Laute mit lateinamerikanischen Cha- Cha Beats gekoppelt wurden, folgten. Damals hätten wohl nur wenige darauf gewettet, dass dieses Duo eines Tages die erfolgreichste und einflussreichste Band der Schweiz werden würde und auch 30 Jahre später noch seine künstlerischen Visionen teilt.

Genauso utopisch war auch der Gedanke, dass ein unbekanntes Schweizer Musiker-Duo in der Radioshow eines New Yorker Hip Hop Pioniers namens Afrika Bambaata gespielt werden würde. Doch genauso kam es. Bambaata erkannte das Potential der Gruppe und erkor den Track „Bostich“ vom Debütalbum „Solid Pleasure“ (1981) zu seinem Lieblingstrack. Bald genossen Yello in den wichtigsten Clubs und Radio-Stationen der USA Geheimtip-Status. Es war nur noch ein Frage der Zeit, bis auch  große Labels  erkannten, dass Yello eine durchaus lohnenswerte Investition ist. Polygram nahm die Schweizer schließlich unter Vertrag. 1985 kam der internationale Durchbruch mit dem Album „Stella“, deren Hitsingles „Vicious Games“ und „Oh Yeah“ zu modernen Klassikern avancierten – und sich millionenfach verkauften. Die nächsten Hits hießen „The Race“, das für die deutsche Fernsehshow „Formel 1“ geschrieben wurde, und „Tied Up“. Inzwischen traten immer öfter auch große Filmstudios wie Disney an Meier und Blank heran. Mittlerweile wurde die Musik von Yello in über 30 internationalen Produktionen verwendet .

Mit dem Siegeszug von Techno Anfang der Neunziger Jahre rückten Yello endgültig in den Stand von Legenden. So erschien mit „Hands On Yello“ 1995 ein Hommage an die Band, auf der sämtliche Techno-Größen wie Westbam, Carl Craig, The Orb, Moby u.v.m. der Band mit Neuinterpretationen ihrer Songs die Ehre erwiesen. Das vorerst letzte Lebenszeichen sendete die Band 2003 mit ihrem Album „The Eye“.

Pünktlich zum 30. Bandjubiläum öffnen Dieter Meier und Boris Blank nun das nächste Kapitel in der beispiellosen Geschichte von Yello. „Touch Yello“ heißt das neue Werk. Und wie das bei ausgemachten Visionären nun mal so ist, bestand die größte Herausforderung vor allem darin, den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, wie Dieter Meier erzählt: „Boris ist ein unglaublicher Perfektionist, für den es fast schon schmerzhaft ist, ein Musikstück zu früh weg zu geben. Er denkt da ähnlich wie der Filmregisseur Kieslowski, der einmal gesagt hat: 'Ein Film ist eigentlich nie fertig. Es kommt nur irgendwann der Zeitpunkt, wo man ihn dem Regisseur wegnimmt.'“

Gut so, denn wäre „Touch Yello“ ein Film, hätte er gute Chancen auf die Palme d'or von Cannes. Meier übt sich freilich lieber in Understatement, wenn man ihn nach dem neuen Werk fragt. Das Album sei „typisch Yello, mit verschiedenen Aspekten und sehr rhythmischen, bombastischen Stücken voll von Ironie.“ Neben Meier und Blank sind zwei weitere Ausnahmemusiker auf dem Album zu hören. Der Jazz-Trompeter und langjährige Yello-Fan Till Brönner und die Schweizer Musikerin Heidi Happy. „Das Album wird wie ein Film sein, mit verschiedensten Stimmungen und Bildern.“ Die Entdeckerfreude, die das Werk von Yello von Beginn an prägte, haben Dieter Meier und Boris Blank sich bis heute bewahrt.

Yello verstanden sich übrigens nie ausschließlich als Band, sondern als Künstlerprojekt. So visualisierte Dieter Meier von jeher die Soundkreationen seines Freundes zu den witzig-chaotischen Musikvideos von Yello, die mit ihren innovativen Ideen und Hintergrund-Projektionen zahlreiche Regisseure inspiriert haben. Und auch für ihr neues Album haben sich Dieter Meier und Boris Blank etwas ganz besonderes einfallen lassen. Einen Tag vor Veröffentlichung werden sie in Berlin die Premiere des Films „Touch Yello – The Virtual Concert“ feiern. „Wie jedes Album von Yello evoziert 'Touch Yello' beim Hörer Stimmungen, Bilder und Szenen eines Spielfilms. Deswegen wollten wir das Album auch visuell umsetzen. Der Film 'Touch Yello' ist ein virtuelles Konzert, das mit Live-Performances des weltbekannten Jazz-Musikers Till Brönner und Balladen der Sängerin Heidi Happy in Berlin uraufgeführt wird.“

Dieter Meier (* 1945 in Zürich) studierte Jura, wurde dann aber Berufsspieler. Neben seinem Platz als Sänger von Yello, hat er sich als Konzept-Künstler - u.a. auf der documenta 5 -, Film- und Videoregisseur, Schriftsteller, Entrepreneur und weltgewandter, leidenschaftlicher Reisender verwirklicht. Meier ist Eigentümer einer Biofarm in Argentinien, wo er Rotwein anbaut sowie Rinder züchtet. Als Unternehmer ist er ausserdem an „Euphonix“ beteiligt, einer Firma für Postproduction Equipment im Silicon Valley.

Boris Blank (*1952 in Zürich) ist der Komponist von Yello und Schöpfer des typischen Yello-Sounds. Er gilt als perfektionistischer Studioexperte und hat neben der Musik von Yello zahlreiche Filmmusiken komponiert. Anstatt zu reisen, zieht er es vor, in seinem Züricher Studio neue Soundwelten zu kreieren.

1997 erhielten beide Musiker den renommierten Kunstpreis der Stadt Zürich.


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