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Albrecht Mayer
02.11.2017

Südliches Flair – Albrecht Mayer auf den Spuren des italienischen Barock

Er hat der Oboe zu einer Beliebtheit verholfen wie kaum jemand sonst. Jetzt veröffentlicht Albrecht Mayer ein neues Album mit farbenprächtiger Barockmusik: eine unterhaltsame Entdeckungsreise ins alte Italien.
Die Liebe zu seinem Instrument sieht man ihm förmlich an. Es gibt kaum ein Bild, auf dem Albrecht Mayer nicht mit einer Oboe zu sehen ist. Egal, wo er sich gerade aufhält, ob im Konzertsaal oder im Café, auf der Straße oder in der freien Natur, stets hält er das markante Holzblasinstrument in seinen Händen und demonstriert mit sympathischer Direktheit seine musikalische Passion. Dabei ist Albrecht Mayer nicht der Mann, der viel Wind um seine Fähigkeiten macht.

Neugieriger Mensch: Albrecht Mayer

Eher gibt er sich bescheiden und verweist auf die reichhaltigen Quellen der Musikgeschichte, in der schon so vieles geleistet worden sei. Albrecht Mayer betrachtet seine Hochbegabung als Geschenk, und dass er es angenommen hat, spürt jeder, der seiner hochemotionalen, meist liedhaften Kunst lauscht. Mayer versteht es glänzend, mit der Oboe zu träumen, in Erinnerungen zu schwelgen und sich dem natürlichen Lauf der Gefühle zu überlassen.  
Seine Devise: Es gilt, etwas zu erleben. Es gilt, in die Tiefe zu gehen, den Kosmos der menschlichen Existenz zu durchmessen und ihm künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Welche Musik wäre aber einer solchen Entdeckungslust zuträglicher als die barocke? Die Feier des Lebens ist hier Programm. Das Barockzeitalter weiß zu genießen. Es weiß die Farbenpracht und den Formenreichtum der Welt zu würdigen.   

Barockes Lebensgefühl: Bella Italia

Albrecht Mayer ist dem barocken Lebensgefühl schon lange auf der Spur. Seine neueste Reise hat ihn dabei nach Italien geführt. Auf der Suche nach anspruchsvollen Oboenkonzerten ist er, seinem Pioniergeist folgend, bei bekannten und weniger bekannten Komponisten des italienischen Barock gelandet. Sein neuestes Album versammelt Werke von Antonio Vivaldi, Domenico Elmi, Giovanni Alberto Ristori und Giuseppe Sammartini.
Sensationell ist das Oboenkonzert von Domenico Elmi, auf das Albrecht Mayer durch eine Bibliotheksrecherche aufmerksam geworden ist. “Über die Person Elmi ist uns heute praktisch nichts bekannt”, so Mayer, “dieses farbenreiche und mitreißende Konzert war daher eine echte Entdeckung für mich; es ist mir eine besondere Freude, es hier in Weltersteinspielung vorlegen zu können.”

Überwältigende Fülle: Feier des Lebens

Die Freude ist ganz auf Seiten des Hörers. Was hier an tänzerischem Schwung, an poetischen Feinheiten und harmonischen Wohlklängen geboten wird, ist schier überwältigend. Albrecht Mayers lyrischer Ton kostet jede Schönheit dieses subtilen Konzerts aus. Dabei kann er sich auf “I Musici di Roma” verlassen. Das renommierte Kammerensemble räumt ihm alle Freiheiten ein, was den begnadeten Solisten entfesselt aufspielen lässt.
Der farbintensive Klangteppich, den ihm das römische Ensemble ausrollt, behagt ihm hörbar. Seine weichen Klangnuancen bringt er unaufgeregt zur Geltung. Nie lässt er sich irritieren. Stets bleibt er bei seiner vornehm fließenden Spielweise. Bei Vivaldi geschieht dies mit einem leichten, Zuversicht verströmenden Ton. Dagegen lotet er in Sammartinis Oboenkonzert in g-Moll die melancholischen Tiefen der italienischen Barockmusik aus.
Mayer besitzt ein besonderes Gespür für Stimmungen. Er weiß stets, welche Klangnuance zu welcher Gefühlslage passt, und das macht sein neues Album so reich, so intensiv an Emotionen. Die Hörerinnen und Hörer dürfen sich auf barocke Lebensfülle in allen möglichen Schattierungen freuen. Ein musikalisches Fest der Sinne! Eine Feier des Lebens!    

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