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Perfektion und Eleganz — Anne-Sophie Mutter begeistert das Kölner Publikum mit einem glänzenden Auftritt in der Philharmonie

Krzysztof Penderecki, Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis
© Bartek Barczyk / DG
06.06.2018
Kaum dass Anne-Sophie Mutter die Bühne betritt, zieht sie das Publikum unweigerlich in ihren Bann. In der Kölner Philharmonie kam die Geigerin am Montagabend sofort zur Sache und begann das erste Stück, kaum dass der Auftrittsapplaus verklungen war. Gemeinsam mit dem Kontrabassisten Roman Patkoló präsentierte sie dem Kölner Publikum zunächst das Duo concertante für Violine und Kontrabass von Krzysztof Penderecki, das den Abend unterhaltsam einläutete.
Das nächste Stück hielt weitere musikalische Raffinessen bereit: Im Zusammenspiel mit ihrem lang vertrauten Klavierpartner Lambert Orkis schienen beide Künstler jede Regung des anderen telepathisch zu erahnen. So wurde auch die erst zweite deutsche Aufführung von André PrevinsThe Fifth Season” mit Anklängen von Chopin, Ravel und französischer Salonmusik zu einem mitreißenden Hörvergnügen.
Nach leichteren Muse wog die solistische Darbietung von Bachs d-Moll-Partita BWV 1004 vor der Pause daraufhin umso schwerer. Auswendig und mit unerschütterlicher Präzision und glasklarer Perfektion brachte Anne-Sophie Mutter den großen Ernst zum Klingen, der Bachs berühmtem Werk für Solo-Violine auch in den lebhafteren Sätzen innewohnt. Vor der Chaconne brandete ein unerwarteter Zwischenapplaus auf, doch auch der konnte die Geigerin nicht aus ihrer tiefen Konzentration auf die Musik holen.
Nach der Pause präsentierten Anne-Sophie Mutter und Lambert Orkis ihre Interpretationen von Mozarts e-Moll-Sonate KV 304 und der für die Geigerin höchstpersönlich komponierten zweiten Violinsonate von Krzysztof Penderecki und stellten dabei noch einmal eine höchst vielschichtige und ausdrucksvolle Gestaltung unter Beweis.
An dem Abend in der Kölner Philharmonie stimmte einfach alles: Die Programmauswahl, die technische Perfektion und der emotionale Ausdruck. Anne-Sophie Mutter live im Spannungsfeld von Bach, Mozart, Penderecki und Previn zu erleben, war ein Ereignis von Format, das eine große Vorfreude auf das Album “Hommage à Penderecki” schürt, das im August beim gelben Label erscheint.

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