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Daniel Hope

Heiß ersehnt – Das neue Album von Daniel Hope

Es ist ihm einfach in die Wiege gelegt: Daniel Hope ist ein Unterhaltungsgenie. Er kann ein Publikum mitreißen, es in Hochspannung versetzen. 

Unterhaltungsgenie: Daniel Hope

Eine solche Gabe ist für einen großen Solisten vielleicht nicht unbedingt notwendig. Es gibt schließlich auch in sich gekehrte Geiger, die stärker aus der Abgeschiedenheit heraus agieren und mit intimen Gesten berührende Effekte erzielen. Nicht so Daniel Hope. Der südafrikanisch-britische Geiger ist eine Bühnenpersönlichkeit par excellence, und das Erstaunliche an seiner künstlerischen Existenz ist, dass sich seine theatrale Natur bis hinein in seine mitreißenden Aufnahmen erstreckt.
Man hat, wenn man Daniel Hope hört, immer das Gefühl, im Konzertsaal zu sitzen und einem dramaturgisch perfekt geplanten Programm zu lauschen. Hinter solchen Programmen steckt bei Hope meist eine Mission. Er will eine bestimmte Sache verdeutlichen, will ausprobieren, was er entdeckt hat, und demonstrieren, dass es funktioniert. Sein neuestes Album ist ein mustergültiges Beispiel für diese fesselnde Symbiose aus spannender Unterhaltung und hochanspruchsvoller Musik.

Mission Mozart: Entdeckung eines Kontinents

Erneut verfolgt Daniel Hope eine Mission. Diesmal begibt er sich auf eine Reise zu einem der größten Komponisten Europas, den alle zu kennen zu glauben. Nicht so Daniel Hope. Der skeptische Tausendsassa glaubt, dass der Klangkontinent Mozart erst noch entdeckt werden muss. Außerdem birgt dieser Kontinent, wenn Hope recht hat, so viele Geheimnisse, ist so groß und mit einer solch gigantischen Artenvielfalt und Flora belebt, dass er nie in Gänze entdeckt werden wird.
“Mozart ist für mich”, so Hope, “die größte Inspiration und zugleich das größte Rätsel.” Immer wenn man ihn zu fassen glaubt, entzieht er sich. Das ist für Hope jedoch kein Grund zur Entmutigung. Im Gegenteil: Genau das stimuliert ihn und macht den Klangkontinent Mozart umso reizvoller. “Journey to Mozart heißt das neue Album von Daniel Hope, und die Pointe dieser Reise ist, dass sie sich von benachbarten Inseln aus ihrem Wunschziel nähert.

Glücksgefühle: Die sinnliche Lust an den Klängen

Diese Inseln heißen Haydn, Salomon, Mysliveček und Gluck, Zeitgenossen von Mozart, die mit ihm persönlich in Verbindung standen oder denen er öffentlich Respekt zollte. Daniel Hope bereist sie voller Neugierde und macht ungeheure Entdeckungen. Gemeinsam mit dem seit 2016 von ihm geleiteten Zürcher Kammerorchester tritt er den Beweis an, dass Mozart-Geist im 18. Jahrhundert in allen möglichen Farbschattierungen existierte.
Und was für großartige Klanggemälde damals entstanden, wenn man nur an Salomons hinreißende Romanze für Geige und Streicher in D–Dur denkt. Hope nimmt dieses Werk mit einer solchen Zartheit in Empfang, dass die Verliebtheit aus jedem Ton sprießt. Sanfte Melancholie erlebt man hingegen in Myslivečeks Larghetto aus dem Violinkonzert in D–Dur. Eine unglaubliche Entdeckung!
Mit dem Violinkonzert in G–Dur birgt Hope die ganze Fülle von Mozarts Kompositionskunst: reinste Freude im Kopfsatz, nachdenkliche Momente im Adagio und tänzerische Begeisterung im Rondeau – Allegro. Hope kostet jede Emotion Mozarts aus und setzt mit dem “Türkischen Marsch”, dargeboten in einem Arrangement für Violine und Orchester von Olivier Fourés, am Ende des Albums noch einen furiosen tänzerischen Schlusspunkt. 

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