Gregg Allman | Biografie

Gregg Allman 2017

Gregg Allman 2017 – “Southern Blood” 
Wenn der Lebensstil eines Rockstars, so wie es in der Klischee-Bibel steht, von “Sex, Drugs and Rock’n‘Roll” geprägt ist, dann hat der am 27. Mai 2017 gestorbene Gregg Allman zweifellos ein erfülltes Leben geführt. Das belegen die vielen erfolgreichen Alben, die er mit der Allman Brothers Band und gelegentlich auch solo aufnahm, sage und schreibe sieben Ehen (die letzte schloss er erst drei Monate vor seinem Tod) sowie zahlreiche dokumentierte Drogen- und Alkoholexzesse. Bevor ihn diese einholten und er den ultimativen Preis für sie bezahlten musste, ging der Pionier des soulig-bluesigen Southern Rock mit seiner regulären Band noch einmal ins Studio, um unter dem treffenden Titel “Southern Blood” ein letztes Album einzuspielen. Es geriet zum bemerkenswert kraftvollen musikalischen Testament eines Künstlers, der über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg den Rock’n’Roll mitgeprägt hatte.
Der am 8. Dezember 1947 in der Musikstadt Nashville geborene Gregg Allman gehörte zu den Urgesteinen der amerikanischen Rockszene. Wie sein ein Jahr älterer Bruder, der Gitarrist Duane Allman, interessierte sich auch Gregg früh für Musik und legte sich eine Orgel zu. Nachdem die beiden als Teenager in Bands zunächst Top−40-Hits und Rhythm’n’Blues-Nummern gecovert hatten, begannen sie unter diversen Bandnamen auch ihre eigene Musik zu spielen. Der Durchbruch gelang ihnen aber erst 1969, als sie zusammen die Allman Brothers Band (ABB) gründeten, die mit ihrem Southern-Blues-Rock schnell das amerikanische Publikum eroberte und Kritiker in aller Welt begeisterte. Bedauerlichweise wurde die Band binnen kurzer Zeit von zwei Schicksalsschlägen erschüttert: Zunächst kam im Oktober 1971 der charismatische Leadgitarrist Duane Allman bei einem Motorradunfall in Macon/Georgia ums Leben, dann ein Jahr später an fast derselben Stelle und ebenfalls bei einem Motorradunfall Bassist Berry Oakley. Die Allman Brothers Band machte danach unter der Leitung von Gregg Allman und Gitarrist Dickey Betts weiter, wobei letzterer maßgeblich für einen leichten stilistischen Richtungswechsel (zu mehr Country-orientiertem Material) verantwortlich zeichnete.
1973 startete Gregg Allman mit dem erfolgreichen Album “Laid Back” seine Solokarriere. Doch im Zentrum seines Interesses sollte auch weiterhin sein Engagement bei der Allman Brothers Band stehen, für die er zahlreiche Klassiker wie “Whipping Post” und “Dreams” komponiert hatte. Die Band löste sich zwar 1976 vorübergehend auf, fand aber schon 1978 erneut zusammen und war schließlich bis 2014 aktiv. Seine Solokarriere führte Gregg Allman in all diesen Jahren eher auf Sparflamme weiter und veröffentlichte lediglich fünf andere Alben unter seinem Namen. 2011 meldete er sich – nach vierzehn Jahren Pause – überraschend mit dem neuen Soloalbum “Low Country Blues” zurück, das den ersten Platz der Blues-Charts belegte und auch für einen Grammy nominiert wurde. Unter der musikalischen Leitung des brillanten Produzenten und Musikers Don Was zollten Freunde, Kollegen und Verehrer Gregg Allman im Januar 2014 bei einem vierstündigen Marathon-Konzert in Atlantas historischem Fox Theater Tribut. Aufgezeichnet wurde das einzigartige Ereignis in seiner Gesamtheit unter dem Titel “All My Friends: Celebrating the Songs & Voice of Gregg Allman” für ein Multimedia-Paket, das aus einer DVD sowie zwei CDs besteht (und auch im Blu-Ray-Format erhältlich ist). Ein Jahr später folgte das Album “Live: Back In Macon, GA”, das Gregg mit seiner eigenen Band an den Ort zurückführte, in dem die Allman Brother Band im Mai 1969 ihren fabelhaften Aufstieg begonnen hatte.
In den letzten beiden Jahren arbeitete Gregg Allman mit dem Produzenten Don Was, seiner regulären letzten Band und Gästen wie Jackson Brown an einem neuen Album, das unter dem Titel “Southern Blood” eigentlich schon im Januar 2017 erscheinen sollte. Da Gregg gesundheitlich allerdings schon sehr angeschlagen war, mussten die Aufnahmen immer wieder unterbrochen werden, so dass “Southern Blood” erst posthum im September 2017 erschien.
Stand: September 2017
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