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Max Greger – Pop- und Jazz-Perlen aus dem Archiv

Max Greger
27.05.2021
Obwohl Max Greger große Teile seiner Karriere erfolgreich mit Tanz- und Unterhaltungsmusik bestritt, ist sein Beitrag zur deutschen Jazzgeschichte nicht zu unterschätzen. Wie kaum ein anderer erreichte er das deutsche Publikum auf vielseitige Art und Weise – und stets spielte der Jazz eine Rolle. Die CD-Box 5 ORIGINAL ALBUMS stellte vor kurzem Zeit fünf seiner swingendsten Alben zusammen.
In den 1960er Jahren flirteten viele aus dem Jazz kommende Orchesterleiter mit der tanzbaren Instrumentalmusik, oder schwenkten komplett in diesen Musikbereich um. Auch Greger suchte den Reiz der großen Bühne, der Fernsehauftritte vor Millionenpublikum und den Schallplattenerfolg. Für das Polydor-Label nahm er dutzende LPs auf, die zum Tanzen anregten, Stimmung machten oder eine lasche Party ordentlich in Schwung brachten.
Gregers Platten, stets hochmusikalisch und mit einer ordentlichen Dosis Swing gepfeffert, gestalteten sich bunt und vielfältig. Fünf seiner besten Alben der 60er und 70er Jahre wurden jetzt aus dem Winterschlaf im Bandarchiv geweckt, digital remastert und auf allen Streaming- und Downloadplattformen veröffentlicht. Auf GREGER IN THE NIGHT (1966) becirct er das “Girl From Ipanema” und besteigt mit den Hörern den "Big Train“, der in den 90ern übrigens ein Kulttitel des britischen Easy-Listening-Revivals wurde. Auch auf IN THE MOOD FOR HITS (1973) überzeugen seine Versionen bekannter Pop-Titel durch ihre fest im Jazz geerdete Farbenprächtigkeit.
Auf dem Album SAX-APPEAL (1971) gewährt Greger – der sonst stets die heißblütigen, bluesgegründeten Soli beisteuert – auch mal seinen Saxofon-Kollegen Benny Gebauer und Stevan Bodo Entfaltungsspielraum, während auf TRUMPETS TRUMPETS TRUMPETS (1971) Toni Maier und Alex Malempré, die Startrompeter seiner Band, ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hochkarätige Arrangeure wie Hans Hammerschmid, Dieter Reith und Boris Jojić machen diese Alben zu Klassikern ihrer Zunft.
Das durch DJs und LP-Digger auch international zum Kult avancierte Greger-Album SUNSHINE/STARSHINE (1970) besticht durch seine groovigen Arrangements von niemand anderem als Les Humphries, der mit seinen Singers noch Musikgeschichte schreiben sollte. Bei Max Greger und seinen Musikanten klingt sogar das "Jesus Christ Superstar“ als habe dessen Wiege in Harlem gestanden. So viel Groove war selten auf deutschen Plattentellern, welcome back Max!

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