Snow Patrol | Biografie

Snow Patrol, “Wildness”, 2018

Snow Patrol kündigen ihr neues Album an: „Wildness“ erscheint am 25. Mai!
 
Nach sieben Jahren endlich zurück: Snow Patrol haben ihr neues Studioalbum „Wildness“ für den 25. Mai angekündigt! Indem sich die Band um Sänger Gary Lightbody gemeinsam auf die Suche nach Antworten und Sinn macht, knüpfen sie klanglich ganz klar an jenen Sound an, mit dem sie schon Anfang des letzten Jahrzehnts weltbekannt wurden. Im Kern drehe sich der siebte Longplayer um eine wilde, ursprüngliche Energie, daher der Titel „Wildness“, wie der Sänger berichtet: „Es gibt verschiedene Arten von Wildheit, aber entscheidend sind dabei wohl zwei Bereiche: Einerseits die wilden Zustände, die das moderne Zeitalter mit sich gebracht hat, also allgemeine Verwirrung, absurde Logik und Entfremdung, und andererseits eine uralte Form von Wildheit. Etwas Ursprüngliches, Lebendiges, Schönes, mit dem wir eine ganz andere Verbindung spüren; das hat mit Leidenschaft, mit Liebe, mit der Verbindung zwischen uns und der Natur wie auch der Verbindung zwischen uns Menschen untereinander zu tun. Diese letztere Art von ‘Wildness’ ist das, wovon die Songs dieses Albums handeln. Es geht um ihren Verlust und den Versuch, diese alte Bindung wiederherzustellen. Sich daran zu erinnern.“
 
In den 20 Jahren, die seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Songs for Polarbears“ (1998) vergangen sind, haben Snow Patrol so ziemlich alles erreicht, was man sich als Musiker wünschen kann: Ihre sechs bisher veröffentlichten, von den Kritikern gefeierten Alben verkauften sich weltweit über 15 Millionen Mal, die Zahl der globalen Streams liegt inzwischen sogar im Milliardenbereich. Allein in Großbritannien gab’s fünf Mal Platin; dazu renommierte Preise wie den Ivor Novello Award und zahlreiche Nominierungen, u.a. bei den GRAMMYs, den BRITs und für den Mercury Music Prize. Als im Jahr 2012 ihre Tour zum Vorgängeralbum „Fallen Empires“ beendet war, beschlossen die Bandmitglieder – neben Lightbody auch Multiinstrumentalist Johnny McDaid, Gitarrist Nathan Connolly, Bassist Paul Wilson und Schlagzeuger Jonny Quinn –, eine Pause einzulegen. Jeder von ihnen wollte sich vorerst auf eigene Projekte konzentrieren. Gary Lightbody zum Beispiel machte mit seinem (Country-)Nebenprojekt Tired Pony weiter, bei dem auch Mitglieder von Belle & Sebastian, R.E.M., The Reindeer Section und Fresh Young Fellows mitwirken. Er zog nach Los Angeles, schrieb ab sofort auch für Hollywood-Produktionen (u.a. „This Is How You Walk On“ für den Film „Begabt – Die Gleichung eines Lebens“ aus dem letzten Jahr) und griff als Co-Songwriter auch hochkarätigen Kollegen unter die Arme: u.a. Ed Sheeran, Taylor Swift, Biffy Clyro oder auch One Direction. Die längere Auszeit von Snow Patrol beschreibt er rückblickend als extrem wichtig, um neue Inspiration zu finden; gerade das Schreiben von Songs für andere Leute und andere Projekte habe sich, weil nicht so nah am eigenen Leben, als geeignetes Mittel gegen ein Problem herausgestellt, das Lightbody als „Lebensblockade“ (in Anlehnung an Schreibblockade) bezeichnet.
Während dieser längeren Suche nach neuen Antworten und neuen Bindungen entstanden die Songs von „Wildness“: „Ich glaube, dass es unser erstes Album ist, bei dem ich nicht einfach eine Reihe von Fragen gestellt habe. Dieses Mal wollte ich es nicht dabei belassen, sondern wirklich herausfinden, weshalb ich so unglücklich war, weshalb ich mich so fehl am Platz fühlte, und woher diese ganzen Ängste kamen“, holt er aus. „Es gibt dieses Mal auch kein Schutzschild mehr: Ausnahmslos alles steckt drin in diesem Album. Ich will mich ja auch an alles erinnern.“ Dieses Erinnern wurde ihm auch deshalb so wichtig, weil Lightbodys Vater zwischenzeitlich an Demenz erkrankte. „Die Erinnerung spielt überhaupt eine große Rolle auf diesem Album“, so Lightbody, „und das beinhaltet auch den Gedächtnisverlust meines Vaters.“
 
Musikalisch klingen Snow Patrol absolut selbstbewusst: Man hört sofort, dass sie zu einem neuen Selbstverständnis gefunden haben, ein neues kollektives Ziel verfolgen – denn auch die anderen Bandmitglieder wirken ähnlich fokussiert. Produzent des Albums war, wie zuvor, der begnadete Jacknife Lee, der schon seit geraumer Zeit mit den Briten arbeitet. Schon im Eröffnungssong „Life On Earth“ schicken Snow Patrol ihr Motto für den Longplayer vorweg: „this is something else, this is something else“. „Heal Me“ hingegen fühlt sich wie eine klassische Hymne an, und auch über den im Titel angesprochenen Heilungsprozess hat Lightbody ein paar Worte: „Ja, endlich! Jahrelang habe ich meinen Körper mit Alkohol kaputtgemacht, bis ich endlich einen Menschen getroffen habe, der mir dabei helfen konnte, zurück ins Leben zu finden – gesund und klar im Kopf zu werden.“ „Heal Me“ sei „ihr gewidmet, denn es geht um sie und den Weg bis an diesen Punkt.“
 
Den Patentöchtern des Sängers gewidmet ist das wilde, aufrichtige Stück „Empress“: Leidenschaftliche Ratschläge, präsentiert über einem Schlagzeug, das außer Kontrolle zu geraten scheint. Apropos Fragen: „What If This Is All The Love You Ever Get?“ heißt eine, die keiner wirklich stellen mag, und die in dieser vertonten Form einfach unter die Haut geht. Am Schluss geht’s um „Life and Death“, eine Geschichte über die Liebe und das Vergeben, und für den Sänger genau genommen: über das Sich-selbst-Verzeihen. Ein Song, der obendrein die Frage aufwirft, ob nicht vielleicht alle Musiker derartig lange Pausen einlegen und dermaßen intensiv nachdenken sollten, bevor sie damit beginnen, die nächsten Songs zu schreiben…   
 
„Seamus Heaney, der mein absoluter Lieblingsdichter ist, hat im Alter von 71 Jahren mal gesagt, dass er manche seiner eigenen Texte erst an dem Punkt wirklich verstanden hatte – und das von einem Nobel-Preis-Gewinner! Das zeigt doch mal perfekt, wie Inspiration funktioniert. Manchmal braucht man eben fünf Jahre, um etwas zu schreiben. So wie dieses Mal. Und wenn du einen derartigen Prozess dann zum Abschluss bringst, nachdem du jedes Detail ganz genau abgewogen, jedes noch so kleine Teilchen deiner Persönlichkeit da eingebracht hast, und alles plötzlich Sinn macht – dann weiß man einfach: ich werde für immer stolz sein auf dieses Album.“
Mehr von Snow Patrol