The Who | Musik

Who's Better Who's Best 0602498231658
Who’s Better Who’s Best
VÖ: 27. Oktober 2006
The Who

Produktinformation

Schon 1988 wurde uns diese Frage nach dem “Besser” und dem “am Besten” gestellt, allerdings vermittelt durch ein Best-Of-Album. Fast zwei Dekaden später kommt die Werkschau “Who’s Better, Who’s Best” nun als schmucke DVD auf den Markt und vermutlich wird die rhetorische Frage wieder nur eine bzw. zwei Antworten kennen, nämlich “niemand” und “The Who”.

Nun ist eine derartige Compilation ja immer eine recht subjektive Angelegenheit, denn wie will man eine mittlerweile über vierzigjährige Bandgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen auch nur halbwegs adäquat zusammenfassen? Selbst wenn man sich – wie hier – fast ausschließlich auf die Höhen konzentriert und dabei für die DVD–Version eine wahre Fleißarbeit in angestaubten Videoarchiven an den Tag legte, lässt sich nur erahnen welchen Einfluss The Who schon damals hatten, auf die Mod-Bewegung und die Pop-Kultur, und welche Bands und Genre-Spielarten sie eigentlich schon vorwegnahmen, mindestens aber bereits andeuteten: Noise- und Feedbackorgien, wie sie selbst heute noch den Krachvertretern ein ehrfürchtiges Staunen hervorlocken, ein überbordendes Pomp- und Schwulstgemisch (im Falle des ausufernden “Won’t Get Fooled Again” oder des “Tommy”-Kapitels “See Me, Feel Me”) wie es die frühen Queen auch nicht besser hinbekommen hätten. | Unterlegt wird diese kurzweilige Reise durch den The Who-Backkatalog, durch frühe Promo-Videos, Live-Auftritte (z.B. beim Woodstock) und sogar den einen oder anderen Beat Club-Auftritt im deutschen Fernsehen. Für Einsteiger eine feine Sache, weil alle Trademarks pflichtbewusst abgehandelt werden: Pete Townshends “Windmühle”, Roger Daltreys “Mikrofonpropeller”, zerstörte Gitarren, Keith Moon zwischen Genie und Wahnsinn und der zu allem schweigende John Entwistle, genannt “The Ox”. Der “Magic Bus” fährt durch London und irritiert Passanten, vier junge, Mode- und Stil bewusste Herren erklären “The Kids Are Allright” im Hyde Park. Der Soundtrack einer G–G-G–Generation, nicht weniger.

Das Schöne an der optischen Umsetzung: Man hört nicht nur, wie die Band quasi im Zeitraffer reift, man sieht es: Zwischen Roger Daltreys artiger Bankangestelltenfrisur in “I Can’t Explain” und der wüst-wallenden Lockenpracht im “Pinball Wizard”-Mitschnitt beim Woodstock 1969 liegen vier Jahre, popkulturell allerdings eine halbe Ewigkeit. Als Extras gibt es noch drei Promo-Videos aus den frühen Achtzigern, da hatte es der irre Keith Moon schon hinter sich.
Veröffentlichung
2006-10-27
Format
DVD
Label
Polydor
Bestellnummer
00602498231654