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Alphonse Mouzon
13.01.2017

Multitalent – Alphonse Mouzon starb mit 68

“No amount is too big or too small, and your prayers are greatly appreciated”. Der letzte Satz der als Lebensrettungsmaßnahme gedachten Crowdfunding-Kampagne, die Alphonse Mouzon selbst zur Finanzierung seiner Krebsbehandlung ins Leben rief, brachte die Dringlichkeit auf den Punkt. Am Ende aber halfen auch Gebete nicht. Der vor allem als Schlagzeuger bekannte Amerikaner erlag am 25. Dezember 2016 einem Herzinfarkt. Dass die Kampagne am Ende überfinanziert wurde, könnte man Ironie des Schicksals nennen.
Geboren wurde Alphonse Lee Mouzon am 21. November 1948 in Charleston, South Carolina, USA. Seine College-Jahre verbrachte er hin- und hergerissen zwischen Medizin, Musik und Schauspiel, in New York City – dem Ort, an dem er schließlich erste Engagements als Session-Drummer für u.a. Gil Evans, John Klemmer und Weather Report einging und nur wenig später mit “The Essence of Mystery” (Blue Note, 1972) auch als Solo-Künstler reüssierte. Bis in die Mitte der 1990er Jahre folgten dem Debüt durchschnittlich ein weiteres Album pro Jahr. Mindestens. Fast wie nebenbei gelang es dem Drum-aholic, sich auch noch als Mitglied von Larry Coryells Eleventh House zu verdingen und so seinen Ruf als Fusion-Pionier zu zementieren. Die Liste derer, denen er den Takt vorgab ist lang und illuster: Albert Mangelsdorff, Eric Clapton, McCoy Tyner und Carlos Santana heißen nur einige davon. Dabei war Fusion nur eines von vielen Genres, in denen Mouzon sich musikalisch zu Hause fühlte.
Diese Vielseitigkeit war keineswegs nur auf die Klangkunst beschränkt. 1992 gründete Mouzon das Label Tenacious Records. Und 1996 hatte der ehemalige Schauspielschüler seinen ersten Auftritt in einem Hollywood-Film. Musikalisch aktiv war Mouzon bis zuletzt: Einige seiner jüngsten Arbeiten als gefragter Studio-Drummer werden erst noch veröffentlicht. Von der Krebs-Diagnose im Spätsommer 2016 und der erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne bis zu seinem Ableben am ersten Weihnachtsfeiertag ging dann alles viel zu schnell. Sein forscher und kraftvoll überbordender Stil, seine Geschwindigkeit und sein Sinn für Groove werden nachhallen.

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