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Seth MacFarlane "In Full Swing"
15.09.2017

Seth MacFarlane – der Trüffelhund unter den Croonern

Auf “In Full Swing” beweist Sänger Seth MacFarlane erneut sein feines Näschen für die Kostbarkeiten des “Great American Songbook”.
Es gibt nur wenige Situationen, in denen Seth MacFarlane keinen Spaß versteht. Der Schöpfer der TV–Serien “Family Guy” und “American Dad” sowie dem Kino-Teddybären “Ted” ist bekannt für seinen bissigen und nicht selten schlüpfrigen Humor. Doch wenn es um seine zweite Leidenschaft geht, die Musik, die ihm am Herzen liegt, ist für den Spaßvogel MacFarlane schnell Schluss mit lustig. Dann macht er Ernst, wenn auch sehr lustvoll. So wie auf seinem mittlerweile vierten Album “In Full Swing”.
Schon auf dessen Vorgängern hatte sich Seth MacFarlane als wahrer Trüffelhund erwiesen, wenn es darum ging, in der Tiefe verborgenene Kostbarkeiten aus dem “Great American Songbook” ans Licht des Tage zu befördern und stilvoll neu aufzupolieren. Auf seinem Debütalbum “Music Is Better Than Words” hatte er sich noch auf Material aus den 1940er und 1950er Jahren konzentriert. “MacFarlane ist einer der seltenen Erweckungsprediger, die wissen, dass das ‘Great American Songbook’ mehr als nur 100 Seiten dick ist” lobte ihn deshalb Reuters. Für “In Full Swing” drang er nun noch mehr in die Tiefe vor, um diesmal mit Song-Trüffeln aus den 1920er bis 1950er Jahren wieder aufzutauchen.
Es sind meist obskure Songs, die seinerzeit oft für ebenso obskure Broadway-Musicals geschrieben worden waren. Aber es gibt auch einige Titel, die wohl jeder Jazzfan kennt und liebt. Unterstützt von einem Orchester, das von MacFarlanes Produzenten und Arrangeur Joel McNeely (der auch ein erfolgreicher Filmkompoist ist) geleitet wird, läuft der Crooner hier zu solcher Hochform auf, dass er seinem großen Idol Frank Sinatra fast schon ebenbürtig scheint. Der tradtionell eher ruhigen Ballade “But Beautiful” gibt er frischen Schwung, dem ansonsten fluffigen “A Kiss Or Two” verleiht er sinnliche Muskelkraft und “Almost Like Being In Love” verwandelt er in eine quirlige Ode. Abgerundet wird das Programm mit zwei Duetten: “If I Had A Talking Picture Of You” nahm er mit seiner langjährigen Freundin Norah Jones auf (die auch schon auf “Music Is Better Than Words” gastierte) und das kecke “My Buick, My Love, and I” mit der jungen talentierten Schauspielerin und Sängerin Elizabeth Gillies.

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