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Alice Sara Ott BACKSTAGE EXCLUSIV

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Biografie

14.01.2013

Biografie

Ausgestattet mit beeindruckender Technik und sensibler Musikalität gehört die deutsch-japanische Pianistin Alice Sara Ott zu den faszinierendsten Künstlern ihrer Generation. Ihr poetisches Klavierspiel, von der Kritik wegen seiner Vollkommenheit und Intensität gerühmt, hat Vergleiche mit großen Interpreten vergangener Zeiten hervorgerufen. Otts Musizieren ist geleitet von dem Wunsch, den Kern der Werke ihres Repertoires zu erfassen und entspringt ihrer Fähigkeit, in jeder Aufführung ein breites Spektrum von Emotionen und kreativen Ideen zu entfalten.

"Ihre Technik ist atemberaubend, ihr Ton wunderbar vielfältig ... und die Energie, die ihr Spiel vorantreibt, scheint unaufhaltsam", schrieb der Londoner Guardian nach der Veröffentlichung von Otts Debüt-Album bei Deutsche Grammophon. Und dasselbe Blatt stellte in Zusammenhang mit einer Aufführung von Liszts Klavierkonzert Nr. 1 mit dem London Symphony Orchestra fest, "sie gab eine jener atemberaubend virtuosen Vorstellungen, die das Zeug zur Legende haben." Überschwängliche Kritiken waren sicher förderlich für die frühe Karriere der Pianistin, aber Otts Interesse gilt ihrer langfristigen künstlerischen Entwicklung. "Ich möchte auch mit 80 noch in der Lage sein, öffentlich zu spielen und durch die Musik mit den Menschen in Kontakt zu treten", erklärt sie.

Alice Sara Ott wurde 1988 in München als Tochter eines deutschen Vaters und einer japanischen Mutter geboren. Ihre Liebe zum Klavier erwachte, als sie im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern ein Recital besuchte und im Jahr darauf erhielt sie ihren ersten Unterricht. Das Üben war nie ein Problem: "Meine Mutter musste mich buchstäblich vom Klavier wegzerren", erinnert sie sich. Die raschen Fortschritte der kleinen Alice wurden deutlich, als sie kurz nach ihrem fünften Geburtstag im Finale eines Jugendmusikwettbewerbs im Münchner Herkulessaal spielte. Mit 12 Jahren trat sie in die berühmte Klavierklasse von Professor Karl-Heinz Kämmerling am Salzburger Mozarteum ein und 2002 war die erst 13-Jährige die jüngste Finalistin in der Geschichte des Internationalen Klavierwettbewerbs in Hamamatsu und wurde dort als "Vielversprechendste Künstlerin" ausgezeichnet. Den jeweils ersten Preis gewann sie beim Bach-Wettbewerb in Köthen 2003 und beim Internationalen Musikwettbewerb Val Tidone 2004.

Ott trat 2006 in der letzten Staffel der 10-jährigen Serie "100 internationale Pianisten" in Tokio auf und hat seither eine große, treue Fangemeinde in Japan. Ihr Anliegen, klassische Musik einem möglichst breiten Publikum nahezubringen, hat bei Menschen in der ganzen Welt ein Echo gefunden. "Ich möchte mit der Vorstellung aufräumen, klassische Musik sei nur etwas für reiche, gebildete Leute", erklärt sie. "Sie ist es nicht. Man muss nicht gebildet sein, um Freude an klassischer Musik zu haben. Aber sie trägt zur Bildung bei, wenn man ihr zuhört."

Alice Sara Otts internationale Karriere nahm ihren Fortgang mit einer Reihe hochklassiger Debüts in Europa, darunter 2006 eine von der Kritik gefeierte Aufführung von Ravels Klavierkonzert G-Dur mit dem Tonhalle-Orchester Zürich und David Zinman. 2008 errang sie einen bedeutenden Erfolg, als sie in Basel kurzfristig mit einem Recital für Murray Perahia einsprang. Die begeisterte Kammermusikerin wurde zusammen mit hervorragenden jungen Instrumentalisten von den großen europäischen Konzertveranstaltern eingeladen und debütierte bei den Festspielen in Luzern (2010) und Verbier (2012).

Im Herbst 2012 spielte die Pianistin unter Leitung von Lorin Maazel mit den Münchner Philharmonikern in München und dem NHK Symphony Orchestra in Tokio. Zu ihren Konzertverpflichtungen 2013 gehörten Auftritte mit der Tschechischen Philharmonie, dem Londoner Philharmonia Orchestra und dem National Symphony Orchestra in Washington. In der Saison 2014/15 gastierte sie erstmals beim Toronto Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra und Los Angeles Philharmonic Orchestra und gab ihr Recital-Debüt in der Wigmore Hall. Sie unternahm zudem eine ausgedehnte Recital-Tournee durch Europa und Japan sowie nach Melbourne mit Francesco Tristano. Auf dem Programm standen Transkriptionen für Klavierduo von Werken, die mit den Ballets Russes in Verbindung stehen, darunter Strawinskys "Le Sacre du printemps" und Ravels "La Valse". Am Beginn ihrer Saison 2015/16 stand eine Tournee mit Stücken aus dem Album "The Chopin Project", einem Gemeinschaftsprojekt mit dem bahnbrechenden isländischen Komponisten und Instrumentalisten Ólafur Arnalds. Bei Mercury Classics im April 2015 erschienen, erschloss das Album ein neues Publikum für die Arbeit der Pianistin und kam auf Platz 1 in den Official UK Classical Charts sowie in den iTunes Charts in 25 anderen Ländern.

Alice Sara Otts Saison 2016/17 beginnt mit einer Recital-Tournee durch Japan, auf der sie Werke von Grieg und Liszt spielt. Im November führt sie mit dem Philharmonia Orchestra und Vladimir Ashkenazy Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 auf, im Februar spielt sie Ravels G-Dur-Konzert in der neuen Elbphilharmonie und im März Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 auf einer Japantournee mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester. Im April und Mai nimmt Ott ihre Recital-Tournee mit Werken von Grieg und Liszt wieder auf, bevor sie ihre Saison mit Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 im Kennedy Center in Washington abschließt.

Alice Sara Ott unterzeichnete 2008 einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon. Ihren Einstand beim gelben Label gab sie im Jahr darauf mit einer viel gerühmten Aufnahme von Liszts ungeheuer schwierigen "Etudes d'exécution transcendante". Ihr zweites Album, sämtliche Walzer von Chopin, erschien im Januar 2010 anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten. Ihre Debüt-Aufnahme mit Orchester – die jeweils ersten Klavierkonzerte von Liszt und Tschaikowsky mit den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Thomas Hengelbrock – trug ihr 2010 den "Echo Klassik"-Preis als "Nachwuchskünstlerin des Jahres" ein. Classic FM Magazine (London) pries die Ausgewogenheit und Klarheit ihrer im August 2011 veröffentlichten Aufnahme der Waldstein-Sonate und anderer Beethoven-Werke. Im Januar 2013 folgte das Album "Pictures" mit live in St. Petersburg aufgenommenen Aufführungen von Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" und Schuberts lyrischer Klaviersonate Nr. 17 in D-Dur, D. 850.

Otts Diskografie bei Deutsche Grammophon wuchs im Januar 2013 weiter mit einer Aufnahme von Werken Clara Schumanns, die sie gemeinsam mit der Geigerin Lisa Batiashvili spielte, und im September 2014 erschien das Album "Scandale" mit Franceso Tristano, das unter anderem Strawinskys "Le Sacre du printemps" in der Fassung des Komponisten für Klavierduo enthält. Ihr jüngstes DG-Album, "Wonderland", das im September 2016 herauskommt, bietet Griegs Klavierkonzert a-Moll mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Esa-Pekka-Salonen sowie eine Auswahl aus Griegs "Lyrischen Stücken" für Soloklavier.

Neben ihrer Arbeit im Konzertsaal und Aufnahmestudio hat Alice Sara Ott enge Beziehungen zu mehreren führenden internationalen Firmen geknüpft. Anfang 2016 wurde sie die weltweite Marken-Botschafterin für Technics, die Hi-Fi Audio-Marke von Panasonic. Sie hat eine Serie hochwertiger Ledertaschen für JOST Bags entworfen, eine von Deutschlands besonders stilbewussten, modernen und exklusiven Firmen. Ihre Entwürfe enthalten Origami-Elemente, die ihr japanisches Erbteil widerspiegeln, und das Innere der Taschen zeigt handgezeichnete Designs der Künstlerin. Die Begeisterung der Pianistin für Origami wird auch bei ihrem jüngsten Album deutlich, für das sie einen Video-Clip aus ihren Origami-Entwürfen geschaffen hat. Ihre Kreativität erstreckt sich auch auf die Welt der Smartphones und die Sticker-Reihe "And Here Comes Alice", die sie für die beliebte Instant Messaging App LINE entworfen hat und die jetzt weltweit als Download zur Verfügung steht.

9/2016