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Biografie

26.10.2012

Biografie

»Anna Prohaska meisterte mühelos Annes Koloraturausbrüche, und ihr Wiegenlied für den sterbenden Tom war so bewegend, wie die Inszenierung es erlaubte.«
Opera (Rezension von Strawinskys The Rake’s Progress an der Berliner Staatsoper, 2011)

»Ihre Phrasierung war elegant, ihr Gesang sicher und emotional überzeugend. Ihr Stimmumfang war beeindruckend und reichte von klangvollen tiefen Tönen bis zu hohen, brillanten Koloraturpassagen.«
Opera News (Rezension von Händels Agrippina an der Berliner Staatsoper, 2010)

Anna Prohaska, die einer angesehenen Wiener Musikerfamilie entstammt (ihr Urgroßvater war der Komponist Carl Prohaska, ihr Großvater der Dirigent und Pädagoge Felix Prohaska), studierte an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin. Ihr Debüt gab sie 2002 an der Komischen Oper in Harry Kupfers Inszenierung von Brittens The Turn of the Screw und trat dann in Willy Deckers Inszenierung von Albert Herring auf. Nachdem sie kurzfristig die Rolle der Frasquita in Carmen unter Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden übernommen hatte, wurde sie dort als Ensemblemitglied engagiert. Im Dezember 2010 sang sie an der Staatsoper Anne Trulove in einer Neuinszenierung von The Rake’s Progress unter Leitung von Ingo Metzmacher. Bei den Salzburger Festspielen war sie erstmals 2008 in Rusalka unter Franz Welser-Möst zu hören, im Jahr darauf in Luigi Nonos Al gran sole carico d’amore, und 2010 sang sie dort ihre erste Zerlina.

Anna Prohaska hat Konzerte mit dem Deutschen Symphonie-Orchester und dem Konzerthaus¬orchester Berlin gegeben und arbeitet seit 2007 eng mit den Berliner Philharmonikern zusammen, beispielsweise bei der Uraufführung eines Werks von Wolfgang Rihm im Rahmen einer Feier für Claudio Abbado. Mit den Berliner Philharmonikern hat sie 2008 Orchesterlieder von Webern unter Leitung von Sir Simon Rattle und 2009 die Uraufführung von Rihms Mnemosyne unter Matthias Pintscher gesungen. 2010 war sie Solistin in Bergs Lulu-Suite mit dem Simón Bolívar Symphony Orchestra unter Leitung von Abbado in Venezuela und Luzern.

Neben der Gegenwartsmusik und dem Standardrepertoire widmet Anna Prohaska sich auch der Alten Musik und hat mit dem RIAS Kammerchor, dem Innsbrucker Ensemble Modern-times_1800, der Akademie für Alte Musik Berlin und Concerto Köln gearbeitet. Sie hat Recitals in der Berliner Staatsoper gegeben, bei den Bregenzer Festspielen, im Salzburger Mozarteum und im Wiener Musikverein.

Anna Prohaska erhielt den Daphne-Preis 2008 und den Schneider-Schott-Musikpreis 2010.

Zu ihren Verpflichtungen in der jüngsten Zeit gehören Blonde in Die Entführung aus dem Serail an der Bayerischen Staatsoper; Despina in Così fan tutte unter Marc Minkowski bei den Salzburger Festspielen; Susanna in Le nozze di Figaro unter Barenboim in Berlin; Zerlina in Don Giovanni unter Barenboim in Mailand (mit Anna Netrebko und Bryn Terfel) und unter Dudamel in Los Angeles. Bergs Lulu-Suite mit den Wiener Philharmonikern unter Boulez und mit den Berliner Philharmonikern unter Abbado; Mahlers Symphonie Nr. 8 mit den Berliner Philharmonikern unter Rattle und mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Jansons; Bachs h-moll-Messe unter Jacobs in Leipzig und Zürich; Mendelssohns Sommernachtstraum unter Daniel Harding in München und unter Vladimir Jurowski beim Lucerne Festival; Solorecitals mit Eric Schneider bei der Schubertiade Schwarzenberg, in der Wigmore Hall und in Wien sowie mit Maurizio Pollini in Paris und Luzern; Brahms’ Requiem mit dem Boston Symphony Orchestra unter Dohnányi; Jens Joneleits neue Oper Metanoia und Elliott Carters neuer Liederzyklus What Are Years mit Barenboim und der Staatskapelle Berlin sowie Wolfgang Rihms neues Werk für hohen Sopran und Orchester, Samothrake, mit Ulf Schirmer und dem Gewandhausorchester Leipzig.

In der Saison 2012/13 singt sie in Jörg Widmanns Babel unter Nagano an der Bayerischen Staatsoper und Marzelline in Fidelio unter Harnoncourt am Theater an der Wien. Für die Berliner Staatsoper verkörpert sie die Isolde in einer Neuinszenierung von Martins Le Vin herbé und ihre erste Sophie in Der Rosenkavalier unter Rattle. Auf einer Europatournee mit dem Ensemble Arcangelo unter Leitung von Jonathan Cohen singt sie ein Programm von Barockarien.

Im Januar 2011 unterzeichnete sie einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon. Noch im selben Jahr erschien in den deutschsprachigen Märkten ihr breitgefächertes Lieder-Recital unter dem Titel Sirène. The Enchanted Forest, Anna Prohaskas neues Barock-Programm mit Arcangelo und Jonathan Cohen, steht im Januar 2013 bei Archiv Produktion zur Veröffentlichung an.

10/2012