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Biografie

12.03.2013

Arlissa - Biografie

Dürfen wir vorstellen? Arlissa ist gerade mal 20, hat deutsche und US-amerikanische Wurzeln, wuchs jedoch größtenteils im Süden von London auf, genauer gesagt in einer Gegend namens Crystal Palace. Letztes Jahr zog sie bei ihren Eltern aus, musste jedoch dabei zusehen, wie die meisten ihrer Freunde die Nachbarschaft fürs Studium verließen, während sie ganz andere Pläne hatte: Arlissa wollte ihre Zeit ab sofort voll und ganz der Musik widmen; um Proberaum und Studiomiete zahlen zu können, fing sie daher einen Job bei Abercrombie & Fitch an. Klingt gewagt, doch die Rechnung sollte spätestens in dem Moment aufgehen, als plötzlich die Stimme von Nas am anderen Ende der Leitung zu hören war: Der New Yorker war ein dermaßen großer Fan von ihrer "Hard To Love Somebody"-Demoversion, die bei ihm auf dem Tisch gelandet war, dass er sie kurzerhand nach L.A. einfliegen ließ, um gemeinsam mit ihr eine neue Version (inklusive Rap-Part) von dem Track aufzunehmen. Die Rap-Legende Nas hatte zuvor erst ein einziges Mal im Verlauf seiner Karriere mit einer Britin gearbeitet – Amy Winehouse war das –, und so dürfte wohl auch klar sein, wie einschneidend dieses Erlebnis für Arlissa war. In einem Wort: Spätestens da war der Startschuss für ihre Karriere gefallen...

Rund zwei Jahre feilt Arlissa nun schon an ihrem Solomaterial, wobei sie so unterschiedliche (und überraschende) Inspirationsquellen wie Peter Gabriel, Crystal Fighters (auf deren neuem Album sie auch zu hören sein wird) oder auch den unverkennbaren Gesang von Neneh Cherry anführt. Allein mit ihren Texten beweist Arlissa, dass sie schon sehr viel reifer ist, als man das gemeinhin von einer gerade mal 20-Jährigen erwarten würde: Sie berichtet von den Vorfällen der letzten Jahre, angefangen mit dem absoluten Tiefpunkt (der Trennung von ihrem Freund, mit dem sie drei Jahre zusammen gewesen war; danach vom Auszug aus dem Elternhaus) bis hin zu jenem Punkt, an dem sie sich wieder neu verlieben konnte – und erkannte, was es heißt, erwachsen zu werden. Schon ihre erste Single, die verletzlich und selbstbewusst zugleich klingt, macht das deutlich: "Sticks & Stones" handelt davon, Probleme hinter sich zu lassen und den nächsten Schritt zu gehen, und die Mischung aus Tribal-Rhythmen und Zeilen über alltägliche Probleme ist so einzigartig wie ihr Name – den man übrigens wie "Our Lisa" ausspricht.

Arlissa ist schneller als manch anderer erwachsen geworden, denn ihr war schon früh klar, dass sie nicht in die klassische R&B-Schublade passen würde. Schon mit 15 entschied sie sich daher gegen eine Girl-Group, die sie gerne dabeigehabt hätte: "Mir war da schon klar, dass ich da nur diese eine Position übernehmen, also eine Rolle spielen sollte. Das hätte bedeutet, dass sie mir ihren ganzen Style aufzwängen – und ich dabei überhaupt nichts Kreatives hätte beisteuern können. So etwas kam für mich noch nie in Frage." Ein Thema, das sich wie ein roter Faden durch ihr kommendes Debütalbum zieht, ist ihr Versuch, die Probleme und die Gefühlswelt junger Menschen in etwas anderes zu überführen – etwas Positiveres, Stärkeres, fast schon in eine Art Alternativwelt. "Writing On The Wall", ein sicherer Singlekandidat, handelt zum Beispiel von ihrer Trennung, aber die druckvollen Latin-Beats und der krasse Refrain machen sofort deutlich, dass Arlissa keineswegs an weinerlichen Balladen interessiert ist: "Und der Titel ist zudem ganz wörtlich zu verstehen: Er schrieb meinen Namen in seinem Zimmer an die Wand, und er stand da immer noch, nachdem wir uns getrennt hatten. Er wird da auch immer stehenbleiben – da kann er noch so oft versuchen, in überzustreichen!" Der epische Track "Braveheart" hingegen ist ein deutlicher Aufruf für mehr Mut und Hingabe – nur ist die Message beim Adressaten bis lang noch nicht so ganz angekommen: "Ja, das ist der Lieblingssong von meinem neuen Freund, nur hat er immer noch nicht erkannt, dass er derjenige ist, um den es geht."

Auch wenn man den Namen Arlissa zuvor vielleicht noch nie gehört hat – ihrem Sound wird man 2013 noch häufiger begegnen.