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Biografie

14.09.2015

Biografie 2015

Daniel Barenboim, einer der überragenden Musiker unserer Zeit, wurde in Buenos Aires als Sohn russisch-jüdischer Eltern geboren. Mit fünf Jahren erhielt er bei seiner Mutter die ersten Klavierstunden, setzte den Musikunterricht dann bei seinem Vater fort und gab als Siebenjähriger in Buenos Aires sein erstes offizielles Konzert. 1952 zog die Familie nach Israel, und zwei Jahre später brachten seine Eltern Daniel nach Salzburg, wo er Dirigierkurse bei Igor Markevitch besuchte. 1955 und 1956 studierte er Harmonielehre und Komposition bei Nadia Boulanger in Paris.

Nach seinem Debüt in Wien und Rom 1952 galt Barenboim schon bald als einer der vielseitigsten Pianisten seiner Generation. Weitere wichtige Debüts folgten in Paris (1955), London (1956) und New York (1957), wo er mit Leopold Stokowski auftrat. Seine Aufnahmetätigkeit begann 1954. In den 1960er-Jahren spielte er die Beethoven-Konzerte mit Otto Klemperer ein, die beiden Konzerte von Brahms mit Sir John Barbirolli sowie als Dirigent und Pianist sämtliche Mozart-Konzerte mit dem English Chamber Orchestra. Als begeisterter Kammermusiker trat er besonders häufig mit seiner dann allzu früh verstorbenen Frau, der Cellistin Jacqueline du Pré, sowie den Geigern Itzhak Perlman und Pinchas Zukerman auf. Als Liedbegleiter war er beispielsweise Partner von Dietrich Fischer-Dieskau, Dame Janet Baker, Jessye Norman, Thomas Quasthoff, Anna Netrebko, Rolando Villazón, Jonas Kaufmann und Magdalena Kožená.

Ab Mitte der 1960er-Jahre widmete Barenboim sich zunehmend dem Dirigieren. Von 1975 bis 1989 war er Musikdirektor des Orchestre de Paris, mit dem er häufig Werke zeitgenössischer Komponisten wie Lutosławski, Berio, Boulez, Henze, Dutilleux und Takemitsu aufführte. Sein Operndebüt gab er 1973 beim Edinburgh Festival, 1981 dirigierte er erstmals bei den Bayreuther Festspielen, wo er dann während 18 aufeinanderfolgender Sommer Tristan und Isolde, den Ring, Parsifal und Die Meistersinger leitete. 1991 wurde er Soltis Nachfolger als Musikdirektor des Chicago Symphony Orchestra, das ihn 2006 zum »Ehrendirigenten auf Lebenszeit« ernannte. 1992 wurde er Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper, acht Jahre später »Chefdirigent auf Lebenszeit« der Staatskapelle Berlin. Barenboim tritt auch regelmäßig mit den Berliner und den Wiener Philharmonikern auf, deren Neujahrskonzert er 2009 und 2014 leitete.

2007 begann Barenboim eine enge Zusammenarbeit mit der Mailänder Scala, wo er Opern und Konzerte dirigiert und auch Kammermusik spielt. 2011 wurde er zum Musikdirektor dieses legendären Hauses ernannt. Von 2010 an dirigierte er dort und in Berlin die neue Ring-Inszenierung von Guy Cassier (außerdem leitete er bei den BBC Proms 2013 in London einen vollständigen Ring mit der Staatskapelle Berlin in der Royal Albert Hall). Zu seinen Projekten mit dem Orchestra Filarmonica della Scala gehörten Verdis Requiem in Mailand, bei den Festspielen in Luzern und Salzburg sowie in der Berliner Philharmonie und am Bolschoi-Theater in Moskau, wo er auch Don Giovanni mit dem Ensemble der Mailänder Scala dirigierte.

Mit dem palästinensischen Autor und Professor der Columbia-Universität Edward Said gründete Barenboim 1999 das Projekt West-Eastern Divan mit Workshop und Orchester, in dem begabte junge Musiker aus arabischen Ländern des Nahen Ostens, Israel und Spanien zusammenkommen, um gemeinsam unter der Leitung international angesehener Musiker zu spielen, sodass ein Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen des Nahen Ostens ermöglicht wird. Musiker der Staatskapelle Berlin haben das ganze Projekt von Anfang an pädagogisch begleitet. Im Sommer 2005 gab das West-Eastern Divan Orchestra in der palästinensischen Stadt Ramallah ein Konzert von historischer Tragweite, das im Fernsehen übertragen und für die DVD-Veröffentlichung aufgezeichnet wurde. Seither haben Barenboim und das Orchester ausgedehnte Konzertreisen unternommen, zu denen Auftritte bei den Festspielen in Luzern und Salzburg, den BBC Proms in London und ein Debüt in den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören. Im Juni 2015 feierte Barenboim Richtfest für das künftige Gebäude der Barenboim-Said Akademie in Berlin, einer pädagogischen Einrichtung im Geist des West-Eastern Divan Orchestra. Barenboim hat zudem ein Projekt für Musikerziehung in den Palästinenser-Gebieten ins Leben gerufen, zu dem ein Musik-Kindergarten und ein Jugendorchester gehören.

Seine Verbundenheit mit der Oper und der Orchestermusik wird aus seinen zahlreichen Verpflichtungen in der Spielzeit 2015/16 deutlich, zu denen die Meistersinger, La traviata, Orfeo ed Euridice, Simon Boccanegra, Juliette, Il trovatore und ein Ring-Zyklus (alle in Berlin) ebenso gehören wie Mahler in Wien und sämtliche Bruckner-Symphonien in Japan. Er bekräftigt zudem seinen Rang als Pianist in Konzerten (Schumann, Brahms, Beethoven und Mozart in Berlin, London, Paris, Wien und Japan), Recitals (Berlin, Brüssel, Stockholm, Amsterdam) und Kammermusik (Duo-Recitals mit Martha Argerich in Paris und Wien).

Für seine Bemühungen um Versöhnung im Nahen Osten ebenso wie für seine musikalischen Leistungen wurden Barenboim zahlreiche Ehrungen zuteil. Unter anderem wurde er zum Grand Officier der französischen Ehrenlegion und Knight Commander of the Order of the  British Empire (KBE) ernannt und erhielt das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, den spanischen »Príncipe de Asturias«-Preis (zusammen mit Edward Said), den japanischen »Praemium Imperiale« für Kunst und Kultur, den Kulturpreis der israelischen Wolf Foundation, den Toleranzpreis der Evangelischen Akademie Tutzing, die Buber-Rosenzweig-Medaille, den Willy-Brandt-Preis, den Ernst von Siemens Musikpreis sowie den Herbert-von-Karajan-Musikpreis. Die Zeitschrift Fortune nannte ihn in ihrer Liste der »50 führenden Persönlichkeiten der Welt«.

Zu Barenboims Schriften gehören seine Autobiografie A Life in Musik (dt. Die Musik – Mein Leben; auch auf Spanisch und Französisch erschienen), Parallels and Paradoxes (mit Edward Said; dt. Parallelen und Paradoxien, auch auf Französisch erschienen), La Musica sveglia il Tempo (dt. »Klang ist Leben« – die Macht der Musik; auch auf Englisch, Französisch und Spanisch erschienen), An Orchestra Beyond Borders: Voices of the West-Eastern Divan Orchestra (Vorwort zu dem Buch von Elena Cheah; dt. Die Kraft der Musik: Das West-Eastern Divan Orchestra), Dialogue sur la musique et le théâtre: Tristan et Isolde (mit Patrice Chérau; auch auf Italienisch erschienen) und La musica è un tutto (auch auf Französisch erschienen). 2014 startete Barenboim sein Download-only-Label Peral mit Aufnahmen der ersten drei Bruckner-Symphonien mit der Staatskapelle Berlin. Im Juli 2015 folgte ein Mitschnitt eines legendären Konzerts, das Barenboim, Martha Argerich und das West-Eastern Divan Orchestra im Teatro Colón in ihrer Heimatstadt Buenos Aires gaben. 2015 präsentierte er ein bahnbrechendes neuartiges Klavier, das er entwickelt und in Auftrag gegeben hatte.

Barenboims enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon begann 1972. Seine umfangreiche Diskografie bei dem Gelblabel zeigt den Künstler als Dirigenten von Orchesterwerken (Berlioz, Bruckner, Debussy, Elgar, Hindemith, Ravel, Saint-Saëns, Schumann, Tschaikowsky und Wagner) und Opern (Cimarosa, Massenet, Saint-Saëns, Tschaikowsky und Wagner) sowie als Pianisten in Konzerten (Beethoven und Berg), Kammermusik (Brahms und Mozart), Lieder-Recitals (mit Dietrich Fischer-Dieskau, Christa Ludwig, Jessye Norman, Anna Netrebko und Thomas Quasthoff) und Solowerken (Beethoven, Chopin, Mendelssohn und Schubert).

2010 unterzeichnete Daniel Barenboim einen umfassenden neuen Vertrag mit Decca/Deutsche Grammophon. Bei DG erschienen im Rahmen dieses Vertrags Bruckners Siebte Symphonie (mit der Staatskapelle Berlin), die Chopin-Konzerte (mit Andris Nelsons und der Staatskapelle Berlin), die Liszt-Konzerte (mit Pierre Boulez und der Staatskapelle Berlin) und das »Warschauer Recital« (Chopin). Decca veröffentlichte Tschaikowskys Sechste Symphonie »Pathétique« und Schönbergs Variationen für Orchester (mit dem West-Eastern Divan Orchestra) sowie das groß angelegte Projekt »Beethoven for All«: die neun Symphonien mit Barenboim am Pult des West-Eastern Divan Orchestra, ein neuer Zyklus der fünf Beethoven-Konzerte mit der Staatskapelle Berlin und Barenboim als Solist und Dirigent und sämtliche Klaviersonaten des Komponisten. Weitere CD-Veröffentlichungen waren die Symphonie fantastique von Berlioz und Les Préludes von Liszt mit dem West-Eastern Divan Orchestra, Verdis Requiem aus der Mailänder Scala (auch auf DVD), sämtliche Klaviersonaten von Schubert, Elgars Symphonie Nr. 2 mit der Staatskapelle Berlin, Duos mit Martha Argerich, Strauss’ Vier letzte Lieder, bei denen er Anna Netrebko begleitet und, im August 2015, Brahms Konzerte mit Barenboim als Solist und Gustavo Dudamel am Pult der Staatskapelle Berlin. Als Video erschienen sind das Konzert anlässlich Barenboims 70. Geburtstag in der Berliner Philharmonie, die neun Beethoven-Symphonien mit dem West-Eastern Divan Orchestra in einer Live-Aufnahme bei den BBC Proms 2012, Il trovatore mit Anna Netrebko und Plácido Domingo und Bergs Lulu. Im November 2015 erscheint Don Giovanni mit Anna Netrebko, Bryn Terfel und Anna Prohaska und dem Orchester der Mailänder Scala.

8/2015