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Biografie

19.08.2010

Günther Sigl "Habe die Ehre"

Wofür ein Urlaub mit alten Freunden nicht so alles gut sein kann… Die Idee zu „Habe die Ehre“, dem ersten Solo-Album des Spider Murphy Gang Frontmanns Günther Sigl, ist jedenfalls bei einem sonnigen Urlaub mit Freunden auf Gran Canaria entstanden. Günther Sigl war mit seinen heutigen musikalischen Mitstreitern Dieter Radig und Willie Duncan, der bekanntlich auch Gitarrist in der aktuellen Formation der Spider Murphy Gang ist, 1994 zusammen auf Gran Canaria. Mit Dieter Radig war Günther Sigl schon seit der Kindheit befreundet. Unter der Sonne Spaniens wurde dann 14 Tage lang in einer Finca zünftig musiziert. „Es war so eine Art moderne Hausmusik“, erinnert sich Günther Sigl. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass der Dieter, weil wir keine Drumsticks dabei hatten, sich einfach Besen aus Palmwedeln gebastelt hat. Es hat riesig Spaß gemacht und so haben wir uns hinterher immer wieder getroffen, um miteinander zu musizieren. Willie brachte noch einen Freund aus Regensburg mit. Als ehemaliger Domspatz ist Wolfgang Götz für die Tasten und Gesangsarrangements zuständig.“

Musikalisch ist auf „Habe die Ehre“ Vielseitigkeit Trumpf. Die klangliche Spannbreite geht von Bar Jazz, Western und Gipsy Swing über Boogie Woogie, handfesten Rock 'n’ Roll bis hin zum Chanson. Im Gegensatz zum rockigen Spiders Sound geht es auf Sigls Solo-Album eher relaxed und ohne große Soundtüfteleien zu Werke. Alles klingt natürlich und live eingespielt – was es im Großen und Ganzen auch ist. Alle Aufnahmen wurden in Günther Sigls Proberaum, den berühmten Railway Studios, aufgenommen.

Es war ein tolles Gefühl mal ganz ohne Zeitdruck zu arbeiten“, so Günther Sigl über die Entwicklung von „Habe die Ehre“. „Wenn ich hierfür eine Bezeichnung wählen müsste, würde ich die Musik als ‚Old School Songwriting’ bezeichnen. Wichtig war mir konzeptionell, dass es nicht so laut sein sollte und im kleineren Rahmen aufführbar ist. Diese Idee entstand bei mir schon bei den unplugged Konzerten der Spiders, die mir unheimlich viel Spaß gemacht haben. Der Sound hat mich gepackt und die persönlichen Geschichten, die ich zwischen den Songs erzählt habe, führten mich auf direktem Wege zum musikalischen Konzept dieses Albums.“

Hört man sich durch den exzellenten Tonträger, ist festzustellen, dass Günther Sigl beim Songwriting immer auch von ihm geliebte nostalgische Musikstile im Visier hatte. Immerhin begann der am 8. Februar 1947 geborene Sänger schon 1962 mit dem Gitarrespielen und nennt als erste Vorbilder Cliff Richard und die Shadows, Hank Williams, die Rolling Stones, Chuck Berry und die Beatles. „Meine erste E-Gitarre habe ich damals tatsächlich selbst gebastelt, indem ich Pickups in eine akustische Gitarre eingebaut habe“, lässt er seine musikalischen Anfänge Revue passieren. „Mein erster Verstärker war ein Grundig Radio meines Vaters, der übrigens meine erste Gitarre kaufte. Er hat es später bestimmt bereut, als ich 1971 eine sichere Anstellung als Bankkaufmann kündigte, um fortan als Musiker meinen Unterhalt zu verdienen. Dennoch war er der Meinung ‚Mit Musik kommt man immer gut durch das Leben’. Letztendlich hat er ja auch Recht gehabt.“

Die Songs auf „Habe die Ehre“ sind im Grunde Günther Sigl pur – eingängige Melodien mischen sich mit hintergründigem Humor und das alles auf der Basis sensibler Alltagsbeobachtungen. Das ist eine ganz große Stärke Sigls, die auch und gerade  auf „Habe die Ehre“ voll zum Tragen kommt.

Der Tonträger startet denn auch gleich hitverdächtig mit musikalisch lockerem 60ies Flair. Das Lied „Bella Italia“ spielt mit dem bekannten Bild, dass München die „nördlichste Stadt Italiens“ ist. Und wo wir schon bei Italien sind, ist Rom nicht weit. Auch der Papst wird in dem Song „Papa Ratzi“ näher unter die Lupe genommen. Wie sieht eigentlich der Alltag des Papstes aus, ist hier die durchaus ernst gemeinte Frage. Denn auch eine religiöse Institution wie unser „Papa Ratzi“ muss ja mal was Essen, Trinken und vielleicht „a Weißwurst und a Brezn“.

Und weiter geht es mit dem humorigen Ausspähen von respektablen Persönlichkeiten. „Supergirl“ ist in diesem Zusammenhang eine klingende Hommage an unsere Kanzlerin Angela Merkel, frei nach dem Märchen vom hässlichen Entlein, das zu einem strahlenden Schwan wird.

Eine witzige Betrachtung des Touralltags in Bezug auf Musikern zugeneigte Damen - mit gewerblichem Interesse - stellt der Titel „Piccolöchen“ dar. „Die Damen wollen immer ein Piccolöchen, wenn wir mit ihnen an der Bar des Hotels stehen“, erzählt Sigl schmunzelnd. „Das ist uns schon so oft passiert, dass es Zeit wurde mal drüber zu singen.“ Ein Favorit Sigls und inhaltlich so was wie der große Bruder von „Piccolöchen“ ist der Song „One Night Stand“. Erotisch angehauchte Barmusik, die klingt, als ob eine ganze Big Band spielt. „Ich finde gegen einen ‚One Night Stand’ ist ja eigentlich auch nichts einzuwenden“, so Sigl mit einem verschmitzen Augenzwinkern. „Irgendwie fängt ja alles Mal mit einem ‚One Night Stand’ an. Und weiter geht’s im Kontext der süßen Fantasien: „Weil du so süß bist, bin ich so scharf auf dich“ heißt es da im Song „Tiramisu“. Ob es hier um erotische oder um rein lukullische Genüsse geht, diese Frage bleibt ganz einfach offen… Fest steht aber, dass hier gute Laune und typischer Western Swing angesagt sind.

„Unterm Flauchersteg“ ist eine wunderschöne romantische Münchner Sommerballade. Der Flaucher, zur Erklärung für nicht Münchener, ist eine bekannte Stelle an der Isar, wo sich im Sommer alle Städter zum Grillen, Schwimmen und natürlich auch zum Flirten und Flanieren treffen. Eine klare Abrechnung mit Casting Shows ist der Song „Applaus für Küblböck“. Beißende Ironie über den „Schrillen mit der Brille“ verbindet sich hier mit swingenden Gitarren und einem lockeren Walking Bass. Ein Hauch Musette und Hippiefeeling weht durch das Lied „Sommer 69“. Der Sommer der Liebe ist zwar lange vorbei, doch das Hippiemädchen mit dem Tamburin tanzt in den Träumen weiter. Ein mit siglschen Humor gewürzter Song über gebrochene Versprechen ist „24 Tausendmal“. „24000 Mal versprochen und nicht einmal hat’s funktioniert...“ tönt es da aus den Hifi-Boxen und keine Frage, der hehren Vorsätze sind viele, nur die Umsetzung scheitert immer wieder am ach so schwachen Fleisch.

Frei nach dem Frank Zappa Zitat, dass es nichts gibt über das man nicht singen kann, lässt uns der Song des Albums auch in tiefenpsychologische Sphären des begnadeten Schreibers eindringen: „Ich bin ein Schnüffelmensch und rieche einfach unheimlich gerne.“ Der Song „Trüffelschweinderl“ lässt dieser Obsession auch musikalisch freien Lauf und es ist an dieser Stelle wirklich schade, dass man Musik nicht riechen kann…

Vom ironischen Text her in der gesellschaftskritischen Tradition des Hits „Schickeria“ kommt der Song „Die Affen sind nicht nur im Zoo“ daher. Der Titel weist den Weg zur tierischen Wirklichkeit unserer Zeit. Mit dem letzten Song „Aber heit is wieder schee“ lässt es Sigls Kapelle noch mal so richtig Krachen. Auf geht’s mit einem Titel über den alljährlichen bayrischen Nationalrausch – auch Wiesn genannt!

„Habe die Ehre“ wird alle Fans der Spider Murphy Gang, den Liebhabern von gekonntem Songwriting mit bisweilen ironisch, hintersinnigen Texten sowie den Freunden guter handgemachter Musik gefallen. Und die Spannung steigt jetzt schon ins Unendliche wie Günther Sigl und seine musikalischen Freunde die vielen großartigen Songs – Palmwedel sei Dank - auf die Bühne bringen werden.

Günther Sigl
Das Album “Habe die Ehre" ist ab dem 1. Oktober 2010 im Handel erhältlich.

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