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15.07.2009

Ingrid Michaelson, Lights Out, 2014

Ingrid Michaelson, die am 13. Juni ihr fünftes Studioalbum "Lights Out" veröffentlichen wird, hat sich in den letzten zwei Jahren von einem überambitionierten Indie-Pop Sweetheart zu einem wahrhaftigen Popstar entwickelt. Ihre letzte Veröffentlichung, "Human Again", stieg auf Platz 5 der Billboard Album Charts ein (und Platz 1 der iTunes Charts).

Diese Leistung war nur die Kröning ihrer nennenswerten Erfolge mit ihren bisherigen Kompositionen: Wunderschöne, eigenwillige Songs, die großflächig in berühmten Filmen, im Fernsehen und regelmäßig auch in der Werbung eingesetzt wurden. Der Entschluss für eine "Do It Yourself" Herangehensweise bei ihrer Musik – das Komponieren ihrer eigenen Songs, das Co-Herausgeben von Alben auf ihrem Indie Label und Verlag "Cabin 24", sich ganz eigenständig eine treue Anhängerschaft durch Musiklizenzierung aufzubauen, und sich zu MySpace- Zeiten (wo sie 2006 entdeckt wurde) selbst zu promoten – war ein absoluter Volltreffer.

Nun, als alles bereits lief wie eine gut geölte Maschine, schaltete sich auch die New York Times ein und bezeichnete ihr Songwriting als "smart", ihre Melodien als "unwiderstehlich" und ihre Liveshows als "makellos". Dann, erzählt Ingrid, kam alles ganz plötzlich zum totalen Stillstand. Während sie schwer erkrankten Verwandten half, starb ihr Hund. Kurz darauf ging es auch Ingrid selbst schlecht und schlimme Magenprobleme plagten sie. "Mein ganzer Rachen brannte mehrere Monate lang wie Feuer. Ich musste aufhören zu schreiben", sagt sie über die Zeit von April bis August 2013.

"Ich war krank, also konnte ich nicht singen". Nach unzähligen Arztbesuchen  - "so drei am Tag" zu schlimmsten Zeiten – fing es an ihr wieder besser zu gehen und es war ihr möglich, sich wieder dem Schreiben von "Lights Out" zu widmen. Für jemanden, der für seine cleveren, heiteren Lieder die von Weltflucht handeln bekannt ist, schien es quasi unvermeidlich einen kreativen Umweg in die Dämmerung zu unternehmen. Eigentlich, bezieht sich "Lights Out" auf die beiden Worte, die in Ingrids Tourbus gemurmelt werden, wenn alle bereit sind den Tag ausklingen zu lassen.

Doch in Anbetracht der jüngsten Ereignisse, hat es sich zu einer Metapher für die Gedanken über die Sterblichkeit und das Loslassen entwickelt – Themen, die mehr nachdenklich als dunkel sind. Das Album baut auf einer Intensität auf, ankert in dem anwachsenden Pop- Bekenntnis "Time Machine" und dem süßlich lebensfrohem Song "Girls Chase Boys", welches voll und ganz in ihren schon bestehenden Katalog passt. "Wir betrachten diesen Song als Brücke zu den Menschen.

Ich respektiere was sich die Leute wünschen, aber ich zeige Ihnen eben auch, was ich alles kann", erläutert sie und ergänzt: "Manche dieser Lieder, wie "Over You", wurden so geschrieben, als würden sie von Beziehungen handeln, tun sie aber nicht." Das himmlische "Handsome Hands" ist das wohl experimentellste Stück auf "Lights Out". "Der Song handelt vom Tod, aber auch von einer höheren Macht", erklärt sie. "In Zeiten von größter Verzweiflung, fangen selbst die ungläubigsten Menschen an zu beten. Wenn du bis an deine Grenzen gebracht wirst, sucht du die Hilfe in etwas anderem als dir selbst."

"Wonderful Unknown" ist eine positiv betörende Geschichte über die Ängste und Unsicherheiten des gemeinsamen Alterns mit seinem Gatten, welche sie in tiefer Tonlage erzählt. Etwa eine Folgeerscheinung ihrer Krankheit? "Ich glaube nicht, dass ich einen Teil meiner Stimme verloren habe", sagt sie, "aber meine Stimme hat sich in gewisser Weise verändert". "Lights Out" kennzeichnet Ingrids Einstieg in eine ganz neue, mutige Welt des Songwritings. An den Aufnahmen in New York, Los Angeles und Nashville, haben sechs Produzenten und zehn Co-Writer mitgewirkt, u.a. die Singer-Songwriter Katie Herzig, Mat Kearney, Trent Dabbs, sowie die stark gefragte Busbee (Pink, Katy Perry, Lady Antebellum) und A Great Big World.

"Für all meine anderen Alben, habe ich alle Songs selbst geschrieben. Ich habe mit einem Produzenten gearbeitet. Und wir blieben in einem Raum". "Ich war so ein Controlfreak wenn es um meine Lieder ging! Aber wenn du dich mit den richtigen Menschen zusammentust, entstehen Ideen, die du selber nie gehabt hättest. Es öffnet dir Türen." Und neue Gelegenheiten bringen auch bedeutsame Veränderungen hervor. "Es ist lustig. Es fühlt sich gar nicht so an als hätte ich "The Way I Am" geschrieben", sagt  Ingrid über ihre mit Platin ausgezeichnete Erfolgssingle, die vor sieben Jahren aufgenommen wurde. "Es ist ein Andenken."

Sie wird es auch weiterhin live spielen, wenn sie mit "Lights Out" auf Tour geht – nur in einer abgespeckteren Version, die dem flatternden Liedchen mehr Gewicht verleiht. "Es fühlt sich an als hätte ein kleines Mädchen diesen Song geschrieben. Es ist so viel passiert seitdem."