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Biografie

19.10.2004

Biografie

Macho-Großspurigkeit und theatralische Nabelschau. Passion und Verspieltheit. Rock im Tank. Gemeinsam mit U2 und Guns´N´Roses gehören INXS zu den drei großen Rockbands der 1980er, und sie sind Australiens erfolgreichster Rockexport aller Zeiten.

Integral in der Band, so entscheidend wie Mick Jagger bei den Rolling Stones, so bestimmnend wie Freddie Mercury bei Queen war Michael Hutchence, der charismatische Leadsänger von INXS.
In den zwanzig Jahren zwischen der Bandgründung 1977 und dem Tod von Michael Hutchence 1997 nahmen INXS zehn Studioalben auf, verkauften dreißig Millionen Schallplatten, verbuchten 2 Grammy-Nominierungen, gewannen 4 Video Music Awards von MTV und 2 Brit-Awards.  

Als 1980 ihr titelloses Debütalbum erschien, kannte die Welt an australischen Bands außer AC/DC vielleicht noch Cold Chisel, Midnight Oil und Rose Tattoo. INXS klopften an die Tür des glamourösen Pops, lehnten ihren Namen an die Britband XTC an, gingen auch musikalisch zunächst auf die New Wave-Schiene – noch heute gilt die Band als Aussie-Alter-Ego von Depeche Mode.

Dann wurden INXS zu Australiens Antwort auf die Rolling Stones, geschuldet nicht zuletzt Hutchences Macho-Charisma, seinen Affären mit Popsängerinnen (Kylie Minogue oder Belinda Carlisle) und Supermodels (Elle MacPherson und Helena Christensen) – Hutchence ließ nichts anbrennen!

Als INXS 1983 mit ihrem US-Debütalbum „Shabooh Shoobah“ in den Vereinigten Staaten auf Tour gingen, sprach sie der Chic-Chef und Disco-Trendsetter Nile Rodgers an. Mit ihm nahmen INXS in den New Yorker Power Station Studios die sehnige Funk-Single „Original Sin“ auf, landeten damit einen Hit in den Rock- und in den Dancecharts.
Mit dem britischen Popkultur-Paten Chris Thomas (The Beatles, Roxy Music, Elton John, Sex Pistols, später Pulp) nahmen Hutchence und Co. auf dem Nachfolger „Listen Like Thieves“ Anlauf für ihr 1987er-Album „Kick“ (geschrieben von Hutchence und Farriss während eines bizarren Aufenthalts in Hong Kong, produziert ebenfalls von Thomas), das ein weltweiter Millionenseller wurde, vier Hitsingles hervorbrachte („Need You Tonight“, „Devil Inside“, „New Sensation“ und

„Never Tear Us Apart“), und INXS damals zur drittgrößten Stadionband der Erde etablierte.
1991 gewannen Hutchence und INXS nach dem Folgealbum „X“ zwei Brit-Awards. Ihr 1992er-Album „Welcome To Wherever You Are“ stellten die Kritiker auf Augenhöhe mit U2s „Achtung Baby“. Im Aufstieg von Britpop und Grunge verschwanden INXS jedoch immer mehr aus der Musikpresse.

Hutchence wechselte in die Tabloids, die dankbar über seine Skandalgeschichten schrieben, am Ende fast nur noch über seine Beziehung mit der britischen TV-Moderatorin Paula Yates, Ehefrau von Bob Geldorf, die sich von ihm scheiden ließ und mit Hutchence eine Tochter hatte.

Am 22. November 1997 fand man Hutchence tot in einem Zimmer des Ritz-Carlton-Hotels in Sydney, vollgepumpt mit Kokain und Prozac. Das Ergebnis der Obduktion lautete Selbstmord. Der archetypische Showmann Hutchence war zum Jim Morrison der 1990er geworden. Die Legende von INXS lebt weiter.
Auch in ihrer aktuellen Besetzung sind INXS weiterhin eine Größe in der Musikwelt, mit
ausverkauften Konzerten auf dem ganzen Globus. Anfang 2011 absolvierten sie ihre erste Australientour seit 2007. Im Juni 2011 spielte die Band als Headliner beim “Southern Sounds” Festival in London. Im Sommer 2011 ist zum ersten Mal seit langer Zeit der Albumkatalog von INXS neu gemastert bei Universal Music erschienen, sowohl physisch als auch digital.