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08.07.2015

Owl City "Mobile Orchestra", 2015

Wohin er auch geht, wo immer er sich auch gerade befinden mag, Adam Young, der Kopf und Mastermind von Owl City, macht einfach immer und überall Musik. Ob er sich nun gerade im Backstage-Bereich aufhält oder in einem Flughafen auf die nächste Durchsage wartet – normalerweise hat der Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalist aus Minnesota sein aufgeklapptes Laptop vor sich und feilt an irgendeinem Song. Daher auch der Titel seines dritten Albums „Mobile Orchestra“, mit dem Young seine ganze (extrem mobile) Herangehens- und Arbeitsweise einfach mal perfekt auf den Punkt bringt. Dabei verlässt Owl City mit dem Nachfolger von „The Midsummer Station“ (2012) ganz bewusst die ausgetretenen Pfade: „Bei ‘Mobile Orchestra’ ging’s mir in erster Linie um Vielseitigkeit“, so sein Kommentar. „Früher habe ich mir immer vorgenommen, ein Album aufzunehmen, das als ein in sich geschlossenes Hörerlebnis funktioniert, was die Übergänge zwischen den einzelnen Tracks nahezu ausradiert hat. Dieses Mal breche ich eher in 10 vollkommen verschiedene Richtungen auf. So hab ich noch nie gearbeitet, aber ich wollte gewissermaßen reinen Tisch machen und das alles hinter mir lassen, um dann etwas vollkommen Neues kreieren zu können. Zwei Jahre habe ich daran gearbeitet, genug Zeit zum Reifen also, Zeit, in der ich ganz viele Ideen und Ansätze entwickeln konnte – und deshalb passiert letztlich auch so viel auf dem neuen Album.“

Es gab tatsächlich keine Eile für Owl City: Er gab den Songs die nötige Zeit, den nötigen Raum, um sich zu entwickeln, und während er (oftmals unterwegs) weiter an ihnen feilte, machte er sich nach und nach auf die Suche nach geeigneten Gästen und Mitstreitern. Im Fall der ersten Single Verge ist es Aloe Blacc, der einen grandiosen Soul-Refrain zu seiner massiven Produktion und seinem eigenen Gesang beigesteuert hat. Schon hier verschwimmen die Grenzen zwischen Electro, Indie, Pop und R&B, wobei Owl City mit diesem Vorgeschmack auch ganz klar auf die Tanzfläche abzielt.

„Es geht da um diese Momente im Leben, wenn man an der Schwelle zu einem ganz neuen Abschnitt steht“, berichtet Adam. „Man weiß, dass das eigene Leben nur noch heute so sein wird – und morgen ist alles schon ganz anders. Das könnte zum Beispiel der Tag sein, an dem man seinen College-Abschluss macht. Oder überhaupt ein neuer Job. Es könnte eine Hochzeit sein. Man weiß zwar noch nicht, wie die Sache genau laufen wird, aber man vertraut einfach darauf, dass alles gut wird. Wir haben schließlich einfach so bei Aloe angeklopft, und er war so freundlich, den Track mit seinem unglaublichen Gesang zu bereichern.“

Mit „Back Home“ verlässt die Band um Adam Young dann endgültig ihr angestammtes Terrain, wenn Owl City mit dem Country-Star Jake Owen gemeinsame Sache machen: „Das ist wohl mein persönlicher Favorit, weil es einfach wahnsinnig spannend war, mal etwas ganz anderes zu machen“, berichtet der 28-Jährige. „Ich habe zwar schon früher reine Akustik-Songs aufgenommen, aber noch nie so einen wie diesen. Und ich bin schon seit einigen Jahren ein großer Fan von Jake. Ich hab mir viele seiner Alben angehört, und seine Musik hat mir quasi überhaupt erst die Tür zur Country-Welt geöffnet. Wir haben dann diesen Pop-Ansatz mit seiner Stimme kombiniert und eine Geschichte darüber erzählt, wie es sich anfühlt, nach Hause zu kommen – nach einer langen Reise heimzukehren, womit in unserem Fall eher eine lange Tour gemeint ist.“

Und dann wäre da noch eine gewisse Liebeserklärung an die Neunziger: „Unbelievable“, bei dem sogar die Band Hanson mitmacht. Adam wollte einen nostalgischen Blick auf das Jahrzehnt seiner Kindheit und Jugend werfen, und nachdem er die Spätneunziger-Sensationsband angefragt hatte, nahmen sie schon bald diese ausgelassene Hymne auf: „Ja, der Song ist einfach der Hammer. Er beinhaltet wirklich alles, was wir an diesem Jahrzehnt so lieben – und Hanson waren einfach mal die perfekte Wahl dafür.“

Noch ganz anders präsentieren sich Owl City auf „Thunderstruck“, denn das mit der britischen Trance-Diva Sarah Russell aufgenommene Stück ist im Gegensatz zu vielen anderen zu 100% für den Club gemacht. Und während Adam also die verschiedenen Songs in ihre endgültige Form brachte, kristallisierten sich gegen Ende 2014 auch die Konturen seines „Mobile Orchestra“ heraus: „Jeder einzelne Gast auf diesem Album macht Musik, die vollkommen anders ist als das, was ich sonst mache oder gemacht habe“, meint er. „Und es fühlte sich einfach nur richtig an, diesen angestammten Bereich zu verlassen und mit Künstlern zu arbeiten, die in ganz anderen Genres beheimatet sind. Die Arbeit war echt der Hammer, und als die Gäste erst mal ausgewählt waren, hat die Sache auch ordentlich an Fahrt gewonnen. Damit kam der Zug erst richtig ins Rollen.“

Wobei dieser Zug genau genommen schon zuvor ziemlich rasant unterwegs war: Der in Owatonna, Minnesota geborene Adam Young hatte schließlich schon mit seinen bisherigen Veröffentlichungen diverse Hits gelandet. Mit Owl City hat er über 2,5 Millionen Alben und mehr als 18 Millionen Singles verkauft, und seine Single „Fireflies“ vom „Ocean Eyes“-Album (2009) ging nicht nur in 26 Ländern an die Spitze der Charts, sondern bescherte ihm daheim gleich fünffaches Platin. Mit dem Megahit landete er in Deutschland auf #6 der offiziellen Single-Charts und erreichte sogar die Chartspitze im Airplay. Das katapultierte auch „Ocean Eyes“ auf #7 der Album-Charts. Die Single „Good Time“ feat. Carly Rae Jepsen vom zweiten Album ging in den USA geradewegs auf Platz 4 und verkaufte sich schließlich knapp 3 Millionen Mal. In Deutschland kletterte der Sommersong ebenfalls direkt in die Charts und landete auf #5 der Airplay-Charts sowie #6 bei iTunes. Danach schrieb Young den Titelsong zum Animationsfilm „Die Legende der Wächter“ (von Zack Snyder) sowie einen exklusiven Song für den Disney-Oscar-Erfolg „Ralph reichts“, während etliche Stücke von Owl City auch in Filmen wie „The Croods“ oder „Die Schlümpfe 2“ zu hören waren.

Obwohl Adam Young im Verlauf von „Mobile Orchestra“ immer wieder auf überraschende Gäste und Konstellationen setzt, basiert auch dieses Mal letztlich alles auf seiner Vision: „Ja, das Laptop habe ich eigentlich immer vor mir“, meint er abschließend. „Und man kann so viel verändern, was die Kombination der einzelnen Spuren angeht und die ganzen anderen Sounds. Es ist wirklich so, als ob da ein ganzes Orchester in diesem kleinen Kasten drinstecken würde. Man muss sich nur die Zeit nehmen und diesem Kasten Leben einhauchen – dann kann etwas echt Schönes daraus entstehen.“