Backstage
Tori Kelly, Tori Kelly BACKSTAGE EXCLUSIV

Aktuelles Album

Aktuelle Single

Facebook

Biografie

22.07.2015

Tori Kelly, Biografie 2015

Als Tori Kelly ihren Freunden zum ersten Mal ihre neue Single "Nobody Love" vorspielte, reagierten diese recht überrascht auf den treibenden, geradezu episch angelegten Popsong: "Oh, das klingt ja ganz anders als deine anderen Sachen", so der Tenor. "Was ich daran so interessant fand", setzt die Sängerin und Multiinstrumentalistin aus Kalifornien an, "war, dass mir persönlich schon immer genau dieser Sound vorgeschwebt hatte: moderner Pop mit leichtem HipHop-Einschlag à la Lauryn Hill", meint die Sängerin, die mit den höchst intim klingenden Akustikgitarren-Songs ihrer beiden EPs "Handmade Songs" und "Forword" bereits die US-Charts aufgemischt hat.

"In erster Linie war ich immer eine Sängerin, und die Gitarre hat sich dann wie von selbst ihren Weg gebahnt, dabei war die Vision von Anfang an eher ein Stück wie 'Nobody Love' – ich wusste einfach, dass ich irgendwann dort ankommen würde." Komponiert hat Tori Kelly den neuen Song gemeinsam mit Rickard Goransson und Max Martin, jenem schwedischen Produzenten und Songwriter, der seit über 10 Jahren Größen wie Britney Spears, Katy Perry, Pink und Taylor Swift mit seinen Kompositionen an die Spitze der Billboard-Charts katapultiert.

"Als ich mit Max ins Studio ging, sagte er gleich zu Beginn: 'Ich will genau den Song aufnehmen, der dir vorschwebt.' Er wollte mir nichts aufdrängen, und der ganze Prozess basierte auf echter Zusammenarbeit. Nach jedem Schritt und jeder Entscheidung fragte er mich nach meiner Meinung – und ich schätze mal, dass deshalb so viele Künstler mit ihm arbeiten wollen: Er schafft es einfach, deinen eigenen Style aus dir herauszuholen. Und dann poliert er das Ganze noch ein bisschen, damit's die Leute auch wirklich verstehen."

Max Martin ist zugleich der Executive Producer von Tori Kellys kommendem Debütalbum, das bei Capitol Records erscheinen wird. Weitere Songs ihres Erstlings komponierte Kelly zusammen mit renommierten Songwritern wie Savan Kotecha, Toby Gad, Claude Kelly, Chuck Harmony, Wolf Cousins und Ed Sheeran, dessen Konzert im Madison Square Garden die Sängerin bereits im November 2013 eröffnen durfte. Den Soul-Faktor, der schon ihre ersten Aufnahmen auszeichnete, werde man aber auf jeden Fall auch auf dem kommenden Album raushören können, wie sie berichtet: "Schließlich mache ich jetzt ja nicht nur noch astreine Popsongs. Es ist eher eine Kombination aus diesem Soul/Urban-Ding und einem Pop-Sound, wie man ihn eher aus dem Mainstream kennt. War ganz schön schwierig, da die richtige Balance zu finden, aber als wir 'Nobody Love' erst mal geschrieben hatten, war mir klar, dass wir damit den Code geknackt hatten. Da stimmte einfach alles."

Wenn man bedenkt, dass sie inzwischen mit einem der erfolgreichsten Hit-Garanten der Musikwelt im Studio war, liegt auf der Hand, dass viel passiert ist seit ihren Anfängen im eigenen Schlafzimmer, von dem aus Tori Kelly ihre ersten Kompositionen ins Netz stellte. Sie wuchs im kalifornischen Temecula in einem extrem musikalischen Umfeld auf: Ihr Vater ist selbst Sänger und Bassist, ihre Mutter spielt Klavier und Saxofon. "Ja, die Musik war echt ein Riesenthema bei uns zu Hause", meint Tori und erzählt, dass die Gospelsängerin Crystal Lewis zu ihren allerersten Einflüssen zählte: "Deren Alben hat mein Vater wirklich rauf und runter gehört, genau wie die Alben von Jill Scott, Jeff Buckley und Maxwell. Wahrscheinlich hat er sich gedacht, als er mich so singend und summend durchs Haus flitzen sah, dass er seiner kleinen Tochter besser nur diejenigen Sänger und Sängerinnen vorspielt, die's technisch einfach mal draufhaben."

Nachdem sich Tori Kelly schon als Dreijährige leidenschaftlich mit dem Thema Gesang befasst hatte, stand sie schon mit 10 bei der TV-Show "Star Search" auf der Bühne, um 2004 auch die Finalrunde von "America's Most Talented Kids" zu erreichen und als 12-Jährige erstmals hinter dem Schlagzeug zu sitzen. Noch drei Jahre später, mit 15, wünschte sie sich zum Geburtstag das Software-Programm Logic, und da sie die Runde der letzten 24 bei "American Idol" schließlich knapp verpassen sollte, entschied sie sich für einen anderen Weg: Ab sofort arbeitete sie an ihren eigenen Songs und nahm sie mit ihrem Computer auf. 2009 borgte sie sich eine Gitarre und stellte mit ihrer Interpretation von Paramores "The Only Exception" ihre erste Coverversion ins Netz: "Mir war aufgefallen, dass es da eine richtige Community von jungen Künstlern gab, die sich mit ihrer Gitarre vor eine Kamera setzten und Coverversionen machten", berichtet sie.

"Ich fand dieses Konzept echt interessant und wollte es einfach auch mal probieren." 2012 landete Kelly dann einen echten Internet-Hit, als ihr Cover von Frank Oceans "Thinkin Bout You" viral ging und binnen kürzester Zeit 22 Millionen Views (!) verzeichnete – ein Moment, den sie rückblickend als "einfach verrückt" bezeichnet. "Ich hatte ja nie damit gerechnet, dass so viele Leute meine Musik hören würden. Doch als es dann passiert war, wurde mir klar, dass ich mich wieder mehr auf meine eigenen Songs konzentrieren und sie mit dem Rest der Welt teilen musste." Momentan verzeichnet ihr YouTube-Kanal über eine Million Abonnenten, die View-Zahl liegt sogar bei über 87 Millionen. Kein Wunder also, dass ihre komplett selbst geschriebene, in Eigenregie produzierte, abgemischte und veröffentlichte EP "Handmade Songs By Tori Kelly" (2012) auf Platz 6 in die New-Artist-Charts von Soundscan bzw. auf Platz 9 in die Billboard-Heatseekers-Charts einsteigen sollte.

Mehr noch: Auch in den US-amerikanischen iTunes-Pop-Charts ging ihre Debüt-EP geradewegs in die Top-10. Parallel dazu spielte Tori Kelly viele kleine Shows, z.B. in Cafés, um noch mehr Menschen ihren Sound zu präsentieren: Bei ihrem ersten Konzert in L.A., im Room 5, schaute dann auch gleich der erfolgreiche Manager Scooter Braun vorbei, der schon den Karrieren von Ariana Grande und Justin Bieber auf die Sprünge geholfen hat. Beeindruckt von ihrem Stimmumfang, ihrem lässigen Umgang mit der Gitarre und dieser Mischung aus lockeren Melodien und aufrichtigen, tiefschürfenden Texten, in denen sie wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt, machte ihr Braun sofort ein Angebot und tütete schon wenig später einen Vertrag mit Capitol Records ein.

Ende 2013 erschien mit "Foreword" dann ihre zweite EP, die auf Anhieb Platz 16 der Billboard-Top-200 belegte – was auch dem Erfolg ihrer Single "Dear No One" geschuldet war, einem Liebeslied, das einem Traummann gewidmet ist, der ihr bislang noch nicht über den Weg gelaufen ist. Bei All-Music waren sich die Kritiker einig, dass ihr Sound auf "Foreword" sogar "noch ausgereifter klingt, jedoch ohne dabei diese subtile, emotionale Wucht als Sängerin und Songschreiberin zu verdecken." In den letzten 18 Monaten hat Tori Kelly etliche ausverkaufte Konzerte gespielt – unter anderem im Troubadour und dem Roxy in L.A., im Bowery Ballroom und dem Gramercy Theatre in New York City sowie in der Londoner Bush Hall –, hat ihre erste, ebenfalls ausverkaufte Headliner-Tour durch die Staaten absolviert und war obendrein im Vorprogramm von Ed Sheeran und Sam Smith auf Tour.

Nach all den Auftritten konzentrierte sie sich dann auf die Arbeit am neuen Album – und kann es nun kaum abwarten, ihren Fans mit "Nobody Love" etwas "frischen Wind", wie sie sagt, zu präsentieren: "Die Single handelt davon, dass jeder Mensch permanent von einer Sache zur nächsten eilt und immer auf der Suche ist", berichtet sie. "Irgendwie versuchen wir doch alle, immer noch etwas Besseres zu finden. Mit dem Song sage ich einem anderen Menschen, dass das, was zwischen uns ist, gar keine Veränderung braucht – und dass es sich einfach gut anfühlt, wenn man eben nicht andauernd weitersuchen muss nach dieser Liebe.

Kann schon sein, dass manch einer das ganz anders versteht, aber wenn ich den Song live singe, dann versuche ich genau diese Gefühle rüberzubringen." "Ja, ich freu mich voll, dass es bald mit den nächsten Konzerten weitergeht", sagt sie abschließend. "Ich vermisse das ganz schön. Ich habe mich wie in eine Höhle zurückgezogen und nur noch geschrieben, und manchmal weiß ich gar nicht mehr, wie ich mit anderen Menschen umgehen soll, weil ich schon so lange in dieser Studiowelt war. Ich kann's kaum abwarten, endlich wieder vor Publikum zu spielen. Das war schon immer mein absoluter Traum."