»Alles auf diesem Album ist von der Präsenz und Energie meiner Tochter durchdrungen«
Agnes Obel
Hören Sie hier The Meaning of Flowers Berlin, 18. September 2026. Deutsche Grammophon veröffentlicht The Meaning of Flowers, das erste Studioalbum von Agnes Obel seit Myopia (2020). Die Musikerin erkundet darauf das intensive Gefühl der Verbundenheit mit allem Lebendigen. Sie erfuhr es während ihrer Schwangerschaft und ließ sich – neben anderen Themen – von Gedanken zu Geburt, Wachstum und Metamorphose in der Welt um uns herum inspirieren. Ihre zwölf atmosphärischen Stücke schöpfen aus einer Vielzahl von Quellen – von der Dichtung Enheduannas (der ersten namentlich bekannten Autorin der Welt) über die philosophischen Schriften von Hannah Arendt und Emanuele Coccia bis hin zum dänischen Pop der Achtziger- und Neunzigerjahre. The Meaning of Flowers erscheint heute in allen Formaten und ist Obels Tochter gewidmet – »die mich verändert hat und wachsen ließ und mir so viel beigebracht hat«.
Das Album ist in allem ein Werk der Künstlerin: In ihrem Berliner Studio hat sie die Musik selbst geschrieben, aufgenommen, arrangiert und produziert. Obel singt (teils gepitcht), spielt Klavier, Keys und Synthesizer und arbeitet mit Samples. Kolleg:innen begleiten sie an Geige, Viola, Violoncello, Bass, Lap-Steel-Gitarre, Harmonium, Flöte, Saxofon und Perkussion und mit Hintergrundgesang.
»The Meaning of Flowers« war das erste Stück, das Obel für das Album komponierte. Sie fand den Titel, als sie Coccias Die Wurzeln der Welt und Metamorphosen las. »Blumen sind diese winzigen Dinge, die inmitten eines unvorstellbar großen und komplexen Planeten aus Bergen und Ozeanen existieren«, sagt sie, »und doch haben sie ihre eigene hyperkomplexe Biologie … Für mich musste der Song deshalb etwas Kleines und Schönes sein, aber zugleich etwas Gewaltiges – zumindest im Titel.«
Blood so Red, über die archaische Erfahrung des Gebärens, wurde von Enheduannas Hymnen an Inanna beeinflusst, die Göttin von Geburt, Liebe, Sex, Gesang und Krieg. Auch Gemini und Laymelli sind von Enheduanna inspiriert, zugleich jedoch von Obels Bewusstsein für ein komplexes Universum, »das von der Schönheit und Kraft des Lebens und der Metamorphose zusammengehalten wird«, ein Gedanke, der auf Coccia zurückgeht.
Zu den weiteren Einflüssen auf dem Album zählen Filmmusiken der Siebziger (Don’t Look Down) und dänischer Pop (Never Been), während im einzigen Instrumentalstück (Tangerine) Saxofon-Arpeggien, Celesta und Klavier zu hören sind, deren ausgelassenes Zusammenspiel eine »quirlige neue, überraschende Freundschaft« bildet.
Agnes Obel – im Konzert:
24.Sept. – Queensland Performing Arts Centre, Brisbane · 26.Sept. – Hamer Hall, Melbourne
27.Sept. – Sydney Opera House
29.Sept. – New Zealand International Convention Centre, Auckland
2027:
21.Sept. – Tonhalle, Düsseldorf · 23.Sept. – Olympia, Paris
27.Sept. – Royal Theatre Carré, Amsterdam · 28.Sept. – Muziekgebouw, Eindhoven
29.Sept. – TivoliVredenburg, Utrecht · 1.Okt. – Sentrum Scene, Oslo
2.Okt. – Konserthuset, Stockholm · 3.Okt. – Operaen, Kopenhagen
13.Okt. – Teatro Duse, Bologna · 14.Okt. – Auditorium Parco della Musica, Rom
16.Okt. – Bâtiment des Forces Motrices, Genf · 17.Okt. – Halle aux Grains, Toulouse
19.Okt. – Paral·lel 62, Barcelona · 20. Okt. – The Music Station, Madrid
23.Okt. – Theatro Circo, Braga · 2.Nov. – Bozar, Brüssel
3.Nov. – Stadsschouwburg, Antwerpen · 4.Nov. – Eventim Apollo, London
6.Nov. – Amphithéâtre 3000, Lyon · 9.Nov. – Liederhalle (Beethoven-Saal), Stuttgart
10.Nov. – Meistersingerhalle, Nürnberg · 12.Nov. – Laeiszhalle, Hamburg
13.Nov. – Uber Eats Music Hall, Berlin
Tickets für die Europatournee 2027 sind ab sofort erhältlich.
Agnes Obel – The Meaning of Flowers
Bücher und Gedichte, die Agnes Obel während der Arbeit am Album las
Belletristik und Sachbücher:
Arendt, Hannah, Vita activa oder Vom tätigen Leben, 1958
Banks, Jennifer, Natality: Toward a Philosophy of Birth, 2023
Bowen-Moore, Patricia, Hannah Arendt’s Philosophy of Natality, 1989
Butler, Octavia, Dämmerung, 1987
Cage, John, Silence: Lectures and Writings, 1961
Coccia, Emanuele, Die Wurzeln der Welt. Eine Philosophie der Pflanzen, 2019
Coccia, Emanuele, Metamorphosen, 2021
Jones, Lucy, Matrescence: On the Metamorphosis of Pregnancy, Childbirth and Motherhood, 2023
Morton, Timothy, All Art Is Ecological, 2018
Nørgård, Per, Artikler 1962–1982, hg. von Ivan Hansen, 1982
Rasmussen, Karl Aage, Musik i det tyvende århundrede: en fortælling, 2011
Lyrik:
Akbar, Kaveh (Hg.), The Penguin Book of Spiritual Verse: 100 Poets on the Divine, 2022
Christensen, Inger, Samlede Digte, 2009
Enheduanna, Enheduana: The Complete Poems of the World’s First Author, übers. von Sophus Helle, 2023 (orig. um 2300 v. Chr.)
Graham, Jorie, The Dream of the Unified Field, 2002
Kurtz, Ella / King, Simone / Delahunty, Claire (Hg.), What We Carry: Poetry on Childbearing, 2021