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Andris Nelsons und das Gewandhausorchester veröffentlichen Mendelssohns Symphonien und Oratorien

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06.02.2026
Nelsons und das Gewandhausorchester erweitern ihre gefeierte Diskografie
bei Deutsche Grammophon um eine 7-CD-Box mit Mendelssohns fünf Symphonien
und den Oratorien Elias und Paulus
Paulus ist erstmals in voller Länge im DG-Katalog
Mit hochkarätigen Solist:innen, darunter Andrè Schuen, Golda Schultz und Georg Zeppenfeld; außerdem dem MDR-Rundfunkchor
Die Edition kommt international am 27. März 2026 heraus
Andris Nelsons hat bedeutende Vorgänger als Gewandhauskapellmeister in Leipzig, doch keiner ist so bedeutend wie Felix Mendelssohn, der das Gewandhausorchester zwischen 1835 und 1847 leitete. Nun würdigen Nelsons und seine Musiker:innen den Komponisten und seinen Einfluss auf Orchester und Stadt mit neuen Aufnahmen für Deutsche Grammophon. Die umfangreiche Sammlung umfasst Mendelssohns fünf Symphonien und seine beiden vollendeten Oratorien Elias und PaulusPaulus ist neu im Katalog des Labels.
Bei den Oratorien (beide in deutscher Originalsprache) und der Symphonie Nr. 2 »Lobgesang« werden Nelsons und das Orchester vom MDR-Rundfunkchor begleitet. Als Solist:innen sind zu hören: die Sopranistinnen Elsa Benoit und Christiane Karg (Symphonie Nr. 2), Julia Kleiter (Paulus) und Golda Schultz (Elias), Altistin Wiebke Lehmkuhl (Paulus, Elias), Tenor Werner Güra (alle drei Werke), Bariton und Deutsche-Grammophon-Exklusivkünstler Andrè Schuen (Elias) sowie der Bass Georg Zeppenfeld (Paulus).
Die Aufnahmen erscheinen am 27. März 2026 digital und als 7-CD-Box. Vorab kommen drei Titel zum Streaming und Download heraus: die zweiten Sätze der »Schottischen« Symphonie (6. Februar) und der Symphonie Nr. 1 (27. Februar) sowie die Ouvertüre zu Paulus (13. März).
»Mendelssohn und Leipzig sind eins«, sagt Andris Nelsons. Der Komponist war erst 26 Jahre alt, als er sein Amt in der Stadt antrat. In den folgenden zwölf Jahren prägte er nicht nur Klang und Stil des Gewandhausorchesters, sondern auch dessen Repertoire – insbesondere durch die Wiederentdeckung der Musik Bachs sowie sein Engagement für seine Zeitgenossen Schubert, Schumann, Berlioz und Liszt. Mit diesen Aufnahmen würdigt Nelsons ein großes Erbe – in einer kraftvollen Lesart von Mendelssohns Chor- und Orchesterwerk.
Mendelssohns Paulus (1836) und Elias (1846) trugen wesentlich zur erneuten Blüte des Oratoriums als Gattung bei. Mit Paulus – einer bewegenden, an Bach orientierten Darstellung des Martyriums des Stephanus und der Bekehrung des Saulus – hatte Mendelssohn seinen letzten öffentlichen Auftritt in Leipzig: ein Benefizkonzert am Karfreitag 1847, sechs Monate vor seinem Tod. Elias komponierte er für das Birmingham Music Festival 1846, die triumphale Uraufführung dirigierte er selbst. Das Publikum sei so konzentriert gewesen, dass im Saal kein Mucks zu hören gewesen sei, schrieb er an seinen Bruder – so konnte er das gewaltige Orchester und den Chor ganz nach seinen Vorstellungen lenken.
Mendelssohns fünf Symphonien, die nicht in der Reihenfolge ihrer Entstehung nummeriert sind, umspannen einen Zeitraum von fast 20 Jahren: von der jugendlichen Nr. 1 c-Moll (1824) bis zur populären Nr. 3 a-Moll, der »Schottischen« (1842 vom Gewandhausorchester uraufgeführt). Sie rahmen die »Reformationssymphonie« der frühen 1830er-Jahre (Nr. 5), eine Hommage an den lutherischen Protestantismus; die »Italienische« Symphonie von 1833 (Nr. 4), eine Sammlung musikalischer Reiseeindrücke aus Italien; sowie den »Lobgesang« von 1840 (Nr. 2). Diese wesentlich größer angelegte Symphonie-Kantate entstand zum 400. Jahrestag von Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und war nach Beethovens Neunter erst das zweite symphonische Werk mit Chor.
Nelsons und das Gewandhausorchester widmen sich Anfang Februar erneut Mendelssohns Musik in Leipzig. Gemeinsam mit dem MDR-Rundfunkchor und den Solist:innen Nikola Hillebrand, Catriona Morison, Werner Güra, Matthias Goerne und Alexander Grassauer stehen Christus, das unvollendete dritte Oratorium des Komponisten, seine Vertonung von Psalm 42 sowie die weltliche Kantate Die erste Walpurgisnacht auf dem Programm (5., 6. und 8. Februar 2026).